Der Fußball, sagt Sven Seitz, Spielertrainer der Sportfreunde Ursulapoppenricht, sei oft für "ganz verrückte Dinge" da. Aber dass es in der Kreisklasse Süd des Spielkreises Amberg/Weiden noch irgendeine totale Überraschung geben könnte, davon geht Seitz nicht aus. Denn seine Mannschaft liegt nach 18 Spielen mit 54 Punkten schier uneinholbar vorne - alles gewonnen, heißt das.
"Die Ergebnisse sind so eindeutig, das werden wir uns nichts mehr nehmen lassen", sagt Seitz, der schon gerechnet hat: "Wir brauchen noch drei Siege am Stück, dann sind wir spätestens beim Spiel in Ammerthal am 13. April Meister. Wenn das klappt, das wäre schon sensationell." Vorausgesetzt, der hartnäckigste Verfolger Germania Amberg gewinnt auch alle Spiele bis dahin, sonst könnten bei "Upo" schon früher die Sektkorken knallen. Seitz schätzt die Germanen als stärkste Mannschaft hinter den Sportfreunden ein. Er muss noch mit seiner Truppe bei Germania antreten: Am 28. April. "Ich hoffe, dass wir bis dahin durch sind", erklärt Seitz.
"Große individuelle Klasse"
Die Chancen stehen gut: Denn die Sportfreunde Ursulapoppenricht gewannen am Sonntag das Top-Spiel der Fußball-Kreisklasse Süd mit 4:2. Erster gegen Dritter lautete die Paarung vor dem Anpfiff, "Upo" gegen SV Kauerhof. "Der Spielverlauf war schon so wie erwartet, dass wir sehr viel Ballbesitz hatten", erklärt Seitz. Der Spielertrainer der Sportfreunde schränkt aber ein, dass nach vier Monaten ohne Punktspiel noch ein bisschen Sand im Getriebe war. "Am Ende waren wir ein bisschen selbst schuld, dass wir das nicht vorher schon klarer gestaltet hatten", so Seitz. Ja, räumt Michael Behrend ein, die Hausherren wären über 90 Minuten schon spielerisch deutlich stärker gewesen. Der Spielertrainer des SV Kauerhof erkennt neidlos die "große individuelle Klasse" des Tabellenführers an: "Der Sieg geht absolut in Ordnung."
3:1 hatte "Upo" geführt, und kurz vor Schluss gab's eine rund siebenminütige Unterbrechung wegen eines Hagelschauers. "Dann macht Kauerhof tatsächlich das 3:2, da hatten wir schon ein bisschen Angst, dass noch ein Ball reinfällt", gesteht Seitz. Aber, so seine Einschätzung, das Ergebnis sei etwas knapper als das Spiel selbst. Dominik Siebert machte in der Nachspielzeit mit einem Foulelfmeter zum 4:2 dann alles klar, Paul Götz war bei einem Konter im Strafraum gefoult worden. "Kauerhof hat das wirklich gut gemacht, die haben am Schluss alles nach vorne geworfen," so Sven Seitz.
Vier Neuzugänge
Die Sportfreunde Ursulapoppenricht haben bereits für die Saison 2024/25 vier Spieler verpflichtet: Michael Weizer kommt vom Landesligisten SC Luhe-Wildenau, der 28-Jährige durchlief in der Jugend seine Ausbildung beim FC Amberg. Mit Michael Rumpler (19) wechselt ein aktueller Landesliga-Junior des SV Raigering zu "Upo", ebenfalls von den Panduren kommt Toni Lippert (27). Nummer vier ist Torwart Niklas Mecke vom FC Amberg, der bereits schon einmal für die Sportfreunde gespielt hat. "Wir haben nicht vor, noch weiter aktiv zu werden. Wir wollen nicht den großen Umbruch machen", erklärt Sven Seitz. Mitte Dezember des vergangenen Jahres sei bereits mit allen aktuellen Spielern der Sportfreunde verlängert worden. "Wir müssen dann schauen, wo wir nächste Saison stehen. Aber das Ziel ist klar: In den nächsten zwei Jahren wollen wir ganz vorne angreifen, so dass wir den Sprung in die Bezirksliga realisieren können."
Die Mannschaft steht, der Spielertrainer bleibt, und auch im Umfeld sei sehr viel passiert. "Der Kabinentrakt ist nicht mehr wiederzuerkennen, da ist alles komplett erneuert worden. Da muss man schon den Hut ziehen", lobt Seitz. Das Drumherum werde im Fußball immer wichtiger. "Heutzutage ist es so, dass du anders fast keine Spieler mehr bekommst. Wenn man mit sowas zusätzlich punkten kann, ist das gut. Das bekommt immer einen größeren Stellenwert." Auch der Auftritt in den Sozialen Medien sei wichtig: "Dominik Siebert kurbelt bei uns Instagram super an. Mit der Frage der Woche und so", erklärt Seitz. Das komme bei Spielern ebenfalls gut an und fördere den Zusammenhalt. Die letzte Frage bei "Insta" war, wer das erste Rückrundentor schießen wird: "Viele haben auf Nicolai Seidel getippt. Und der war's dann auch." Nämlich der Treffer zum 1:1-Ausgleich gegen Kauerhof. Maximilian Grundler hatte die Gäste in Front gebracht.





















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