19.07.2020 - 17:37 Uhr
VilseckSport

Elf Fragen an Stefan Liermann (FV Vilseck)

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Der Torjäger des FV Vilseck erzählt in unserer Serie, warum er nach einem Elfmeter ein ernstes Wort mit seiner Mutter reden musste und warum ihm sein Spitzname dann doch zu denken gibt.

Seit fast 30 Jahren spielt Stefan Liermann für den FV Vilseck. Der Torjäger war auch am größten Erfolg der Vereinsgeschichte beteiligt, als die Vilsecker 2014 den Aufstieg in die Landesliga schafften.
von Christian Frühwirth Kontakt Profil

Robert (52) ist der Vorsitzende, Rainer (50) der Spielleiter und Stefan (33) der Torjäger: Die Familie Liermann ist tief verwurzelt beim Bezirksligisten FV Vilseck. Der Jüngste der drei Brüder begann mit vier Jahren beim FV mit dem Fußballspielen – erster Trainer in der Jugend war Bruder Rainer. In Stefans Debütsaison in der Herrenmannschaft standen alle drei sogar einmal gemeinsam auf dem Platz.

Seitdem bestritt der Stürmer rund 420 Ligaspiele für Vilseck, erzielte dabei circa 250 Treffer und feierte vier Aufstiege bis in die Landesliga – musste aber auch drei Abstiege mitmachen. Mittlerweile ist schon die nächste Generation der Liermanns aktiv: Stefans Neffen Bastian, Lukas, Simon und Henrik spielen in der Jugend des FV Vilseck und bei der JFG Obere Vils, Nichte Mara ist Betreuerin der Mädchenmannschaft.

ONETZ: 1. Wegen der Coronakrise ruhte viele Wochen der Spiel- und Trainingsbetrieb. Gehen Sie Ihrer Freundin schon auf die Nerven?

Stefan Liermann: Naja, man hatte plötzlich viel freie Zeit, da kommt man auch auf Ideen, die man vorher nicht hatte. Als ich plötzlich versuchte zu kochen, bin ich sicher, dass ich die Nerven meiner Freundin schon etwas strapaziert habe. (lacht) Nachdem sich die meisten Regelungen gerade lockern, wird auch hier wieder Normalität einkehren.

ONETZ: 2. Hat das Wochenende ohne Fußball mittlerweile eine neue Struktur?

Stefan Liermann: Ja doch, das hat nach einer gewissen Zeit schon funktioniert. Man sucht sich ja schnell andere Beschäftigungen. Zum Beispiel Laufen oder Radfahren waren ja immer möglich.

ONETZ: 3. Wann glauben Sie, dass Sie wieder bei einem Punktspiel auf dem Platz stehen?

Stefan Liermann: Ganz ehrlich, das ist mir aktuell ziemlich egal. Viel wichtiger ist, dass das Vereinsleben wieder anläuft. Mir fehlen das Gesellige und die Kameradschaft. Naja, wobei: Der selbst gemachte Kuchen und die Fruchtbox von unserem Betreuer Heinrich Fenk bei den Punktspielen fehlen mir schon auch.

ONETZ: 4. Welches Ritual pflegen Sie kurz vor einem Spiel?

Stefan Liermann: Ich glaube, jeder hat über die Jahre hinweg verschiedene Macken, die er aus Aberglauben macht. Mittlerweile ist das Eincremen mit Wärmegels und Finalgon mein Ritual kurz vor dem Spiel. Und ich gehe meistens als Letzter auf den Platz.

ONETZ: 5. Haben Sie einen Spitznamen? Warum gerade diesen?

Stefan Liermann: Alle Varianten von Baze – Bazi oder Biez. Den habe ich bereits seit dem Kindergarten. Woher das Ganze kommt, kann ich gar nicht sagen. Wobei ich mir bei der offiziellen Übersetzung schon etwas Gedanken machen sollte: Schlawiner, Schelm, Lump, Taugenichts.

ONETZ: 6. An welches Spiel erinnern Sie sich heute noch gerne?

Stefan Liermann: Da haben sich viele, viele Spiele und Erinnerungen eingeprägt. Ich durfte ja insgesamt vier Aufstiege mit dem FV Vilseck feiern – jeder war auf seine Art besonders... Vor allem auch die dazugehörigen Aufstiegsfeiern! Absolute Highlights sind natürlich die verschiedenen Relegationsspiele vor großem Publikum, aktuell kommen mir immer wieder Erinnerungen an die beiden 1:0-Siege im letzten Jahr gegen Vohenstrauß und Ettmannsdorf II um den Bezirksliga-Aufstieg. Was mir auch immer in Erinnerung bleibt, ist das Heimspiel gegen Kemnath am Buchberg in meiner ersten Saison bei den Herren. Hier haben es meine beiden Brüder und ich geschafft, ein Spiel miteinander zu machen. Und zwei Tore hab ich auch noch geschossen.

ONETZ: 7. Welchen Zuruf von Zuschauern können Sie überhaupt nicht leiden?

Stefan Liermann: Man darf oder muss auch nicht immer alles hören, was reingerufen wird. Solange es nichts Beleidigendes ist, sollten wir doch froh sein, dass Woche für Woche Zuschauer den Weg zum Platz finden. Denn ohne Zuschauer macht es keinen Spaß, das sah man ja gerade in der Bundesliga. Ein absoluter Klassiker ist: "Mensch, der muss doch am Montag wieder arbeiten!" Meine Mutter hat bei einem Elfmeter mal gesagt: "Oje, er verschießt..." Auf dem Platz war es in dem Moment ziemlich ruhig, so dass ich es hören konnte. Da mussten wir uns nach dem Spiel schon mal darüber unterhalten...

ONETZ: 8. Zu welchem Gegner fahren Sie am liebsten, zu welchem überhaupt nicht gerne?

Stefan Liermann: Die Derbys machen schon am meisten Spaß, wie Sorghof, Hahnbach, Edelsfeld oder Raigering. Da ist auch meistens schon vorher geklärt, wer das Bier nach dem Spiel zahlt! Es gibt Plätze und Gegner, da fährt man schon mit einem schlechten Gefühl hin, aber da gibt es keine spezielle Mannschaft.

ONETZ: 9. Ihre Rückennummer ist die 10. Warum ?

Stefan Liermann: Das ist meine Nummer seit der Jugend. Bei dem Herren musste ich zwei, drei Jahre warten, bis die Nummer frei wurde. Aber eine besondere Bedeutung hat sie nicht. Nur als damals Martin Kratzer nach Vilseck als Spielertrainer kam, hatte ich mal kurz Angst um die 10, aber das hatten wir schnell geklärt.

ONETZ: 10. Gelbe Fußballschuhe sind für mich …

Stefan Liermann: ...eher nix. Ich hatte immer wieder mal weiße Schuhe, inspiriert von Giovanne Elber. Über drei, vier Jahre hatte ich mal die gleichen Schuhe, die hatten perfekt gepasst und da habe ich bei Ebay direkt fünf Paar bestellt - zum Preis von 30 Euro das Paar. Mittlerweile versuche ich klassisch schwarz zu spielen, was aber gar nicht so einfach ist, denn es gibt nur wenige Modelle, die mir passen.

ONETZ: 11. Was ist das Gesprächsthema im Auto beim Auswärtsspiel?

Stefan Liermann: Da geht mein Gruß an die Jungen bei uns im Team. Meistens höre ich mir die Storys einfach nur genüsslich an und schmunzle. Schon verrückt, was alles fotografiert und online gestellt wird. Ich bin eigentlich ganz froh, dass es die Handykameras früher noch nicht gab.

Elf Fragen an Matthias Götz

Amberg

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