14.07.2020 - 17:56 Uhr
VilseckSport

Der Oberpfälzer Fortune: "Leitwolf" Fink immer noch bissig

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Als er 2009 in Düsseldorf ankommt, war diese innige Beziehung so nicht zu erwarten. Oliver Fink kommt von der Fortuna nicht mehr los. Jetzt wartet für den Oberpfälzer die nächste Station bei seinem Herzensverein.

Oliver Fink zieht künftig für die zweite Mannschaft von Fortuna Düsseldorf vom Leder.
von Josef Maier Kontakt Profil

Vor ein paar Tagen stand nochmal eine "Inventur" an, wie es Oliver Fink scherzhaft nennt. "Die Physios haben noch mal geschaut, ob am Körper alles in Ordnung ist." Der Fußballer von Fortuna Düsseldorf hatte sich in den letzten Wochen der abgelaufenen Saison nochmals eine Wadenverletzung zugezogen, mittlerweile ist alles wieder gut.

Das wichtigste Kapital

Oliver Fink hat seinen Körper, das wichtigste Kapital eines Profifußballers, über all die Jahre vorbildlich gepflegt. Es gibt sehr wenige, die, wie der Oberpfälzer aus Vilseck (Kreis Amberg-Sulzbach), mit 38 Jahren noch in der Bundesliga spielen. "Aber ich habe jetzt schon gemerkt, dass es in der ersten Mannschaft eng wird." Der Fortuna-Kapitän, den der Abstieg aus der ersten Liga am letzten Spieltag immer noch richtig schmerzt, kam nach dem Trainerwechsel beim neuen Coach Uwe Rösler kaum zum Einsatz. "Ich will aber auch noch nicht aufhören mit dem Fußball", sagt Fink bestimmt.

Auf den Aachener Tivoli

Es gab dann so eine lose Idee, die sich am Ende als optimale Lösung für beide Seiten - für Fink und die Fortuna - herauskristallisiert hat: "Ich bin jetzt mal der Leitwolf für ein Jahr für die Nachwuchsspieler", sagt der "Oldie". Fink soll die zweite Mannschaft der Düsseldorfer mit ihren vielen jungen Talenten in der Regionalliga West führen. Künftig heißt es dann nicht mehr Westfalenstadion in Dortmund oder Allianz-Arena München. Aber der Oberpfälzer ist schon bestens vorbereitet auf seine neue Aufgabe: "Es geht nach Aachen oder Essen." Tivoli oder Stadion an der Hafenstraße - das sind auch traditionsreiche Orte im deutschen Fußball und vielen Fans ein Begriff. Ein Begriff ist diesen auch Andreas Lambertz. "Lumpi" und "Finki" waren jahrelang die Gesichter der Fortuna. Jetzt wird Lambertz Finks Co-Trainer bei der U23. Den Oberpfälzer amüsiert's und er freut sich drauf. "Wir sind über all die Jahre sehr gute Freunde geworden."

Dass jetzt alles eine Nummer kleiner ist, macht Fink nichts aus. Freilich gehe es in manchen Bereichen etwas entspannter zu als ein paar Etagen höher, glaubt Fink: "Du reist zu den Spielen am gleichen Tag an und wieder ab. Dazu gibt's auch keinen Medienrummel." Auf den kann Fink ohnehin verzichten. Er war nie einer, der ins Rampenlicht drängte. Er betont aber auch, dass die Regionalliga die erste Profiliga sei, dementsprechend hart werde gearbeitet. "Die Trainingsumfänge sind vielleicht sogar noch etwas höher als bei den Profis. Die Jungs wollen ja noch etwas lernen." Auch von ihm, der seit 2009 für den Klub aus der Rheinmetropole spielt und der für Fink schon längst absoluter Herzensverein geworden ist. Auch wenn es in den letzten Monaten unter Rösler nicht so lief: "Wir haben immer viel miteinander geredet", berichtet Fink vom Umgang der beiden. Frustriert sei er schon etwas gewesen, gibt der Fußballer, der beim SSV Jahn Regensburg den Einstieg ins Profigeschäft schaffte, zu: "Ich habe einfach nicht die Rolle gespielt, die ich von mir erwarte." Da reifte bei ihm der Entschluss: "Ich gehe einen Schritt zurück." Im Hinterkopf hatte er auch, zum Karriereende vielleicht jenseits des großen Teichs Fußball zu spielen. Ganz ausschließen will er das weiterhin nicht. "Aber wenn es sich nicht ergibt, dann ist es eben so."

Am Montag stellte sich der Oldie beim ersten Training den jungen Kollegen vor - und hat jetzt erstmal Urlaub. Mit seiner Larissa und dem kleinen Ferdinand geht es auch in den Vilsecker Ortsteil Reisach zu Oma und Uroma des zehn Wochen alten Kleinen. Ans Papa-Sein hat sich Fink schnell gewöhnt: "Ferdinand ist ganz cool. Man kann sich gar nicht mehr vorstellen, wie es ohne ihn war." Ob es in der Oberpfalz mit Ruhe und Erholung etwas wird, steht noch nicht fest: "Da werden schon einige Verwandtenbesuche auf dem Programm stehen", sagt Fink lachend. "Alle wollen den Kleinen sehen."

Ein Porträt von Oliver Fink

Vilseck

In den besten Händen

Und sollten sich in der alten Heimat beim Fußballprofi doch noch ein paar Fußball-Wehwehchen bemerkbar machen und eine "Inventur" nötig sein, dann wäre auch schnell Abhilfe geschaffen. Finks Schwester Stefanie ist Physiotherapeutin in Vilseck. Da wäre der große Bruder in besten Händen.

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