13.07.2026 - 12:22 Uhr

Vogts: Trainerjobs für Ex-Nationalspieler vereinfachen

Berti Vogts ist begeistert von Argentiniens WM-Team. Welche Maßnahme er fordert, um den deutschen Fußball wieder auf sichere Füße zu stellen.

Berti Vogts spricht von einem Trainerdilemma im deutschen Fußball. (Archivbild) Bild: Silas Stein/dpa
Berti Vogts spricht von einem Trainerdilemma im deutschen Fußball. (Archivbild)

Der frühere Bundestrainer Berti Vogts mahnt, bei der Neuausrichtung des deutschen Fußballs einen Fokus auf die Trainerausbildung zu legen. „Ich frage mich: Wo steht unser Fußball? Ich muss zugeben: Er ist leider weit entfernt von der Weltklasse. Das hat ursächlich auch mit der Qualität der Trainer zu tun“, schrieb der 79-Jährige in seiner WM-Kolumne für die „Rheinische Post“. 

„Vielleicht sollte man den Zugang zum Trainerjob für gestandene Nationalspieler wieder vereinfachen, das würde vielleicht locken“, ergänzte Vogts. Schon zu Beginn der 2000er-Jahre hatte der Deutsche Fußball-Bund einen solchen Lehrgang eingerichtet, an dem unter anderem der spätere DFB-Chefcoach Jürgen Klinsmann teilnahm.

„Argentinien - fast eine frühere deutsche Mannschaft“ 

Vogts war 1974 als Spieler Weltmeister und 1996 als Bundestrainer Europameister. Der 96-malige Nationalspieler fühlt sich bei Argentinien - der Titelverteidiger trifft im Halbfinale am Mittwoch (21.00 Uhr/ARD und MagentaTV) auf England - an DFB-Teams vergangener Tage erinnert. „Wenn ich mir die Argentinier anschaue, meine ich fast eine deutsche Mannschaft zu sehen - eine frühere deutsche Mannschaft“, sagte Vogts. 

„Da wird selbst in aussichtslosen Situationen nicht aufgegeben, im Gegenteil. Wie der 0:2-Rückstand gegen Ägypten noch gedreht wurde - Bravo!“, erklärte er. „Und es ist nicht nur Lionel Messi, der glänzt, Argentinien glänzt als Team. Ich muss nicht betonen, dass mir das gefällt.“

Sonderlob für Thomas Tuchel 

Außerdem ziehe er seinen Hut vor Thomas Tuchel. „Es gehört einiger Mut dazu, als Deutscher den Trainerjob beim englischen Nationalteam zu übernehmen. Da wird es Widerstände und böse Worte geben, die englischen Medien sind ja nicht zimperlich“, sagte Vogts. „Mir gefällt, wie Tuchel nach dem Sieg gegen Norwegen den Finger in die Wunde gelegt und kritisch geblieben ist.“

© dpa-infocom, dpa:260713-930-377021/1

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