14.04.2026 - 09:47 Uhr

Wagner-Brüder zittern um Playoffs: „Einfach nicht konstant“

Verletzungsschreck, Berlin-Heimspiel und ein frustrierender Abschluss: Nach einer turbulenten regulären Saison müssen die Wagner-Brüder mit Orlando einen Umweg in die Playoffs nehmen.

Das große Problem seiner Orlando Magic sprach Deutschlands Basketball-Weltmeister Franz Wagner schon vor dem verpatzten letzten Spiel der regulären Saison aus. „Wir waren das ganze Jahr über einfach nicht konstant genug, um in die Spiele zu gehen und einfach zu gewinnen, indem wir spät den Schalter umlegen“, sagte der 24 Jahre alte NBA-Star. „Wir müssen weiter an unseren Gewohnheiten arbeiten und versuchen, über die vollen 48 Minuten gute Basketballspiele zu machen.“

Weil Wagner und seine Teamkollegen das am letzten Spieltag auch gegen ein Rumpfteam der Boston Celtics (108:113) nicht schafften, müssen sie nun im Play-in-Turnier um ihre Chance auf die Playoffs kämpfen. In der Nacht auf Donnerstag (1.30 Uhr MESZ) tritt das Team aus dem US-Bundesstaat Florida auswärts bei den Philadelphia 76ers an. 

Keine leichte Zeit für die Wagner-Brüder

Die Magic humpeln etwas in die entscheidende Saisonphase. Franz Wagner selbst ist nach seiner langen Verletzungspause noch nicht wieder bei 100 Prozent. „Das ist auf jeden Fall eine Herausforderung. Aber es macht definitiv mehr Spaß als Reha. Also nehme ich es gerne in Kauf“, sagte der Europameister. 

Auch die Situation von Bruder Moritz ist aktuell nicht leicht: Seine Einsatzzeiten schmolzen in den vergangenen Wochen immer mehr zusammen. Zuletzt setzte Magic-Trainer Jamahl Mosley den Weltmeister gar nicht mehr ein. Immerhin der dritte Deutsche in Orlando, Tristan da Silva, schaffte in seiner zweiten NBA-Saison Verbesserungen in allen wichtigen statistischen Kategorien.

Mit einem Sieg gegen Philadelphia stünden die Magic in den Playoffs. Bei den 76ers fehlt der frühere MVP Joel Embiid, ihm musste der Blinddarm bei einer Not-Operation entfernt werden. Mit Topscorer Tyrese Maxey und Routinier Paul George hat Philadelphia aber andere starke Spieler. 

Verliert Orlando das erste Play-in-Spiel, gibt es gegen den Sieger der Partie Charlotte gegen Miami noch eine letzte Chance, ein Desaster zu vermeiden.

Berlin-Heimspiel nur ein kurzer Höhepunkt

Die Niederlage am letzten Spieltag gegen die Celtics, bei denen fast alle wichtigen Spieler wie Jayson Tatum und Jaylen Brown geschont wurden, war ein passender Abschluss einer regulären Spielzeit voller Enttäuschungen. „Es ist schwierig, wenn Spieler mal in der Aufstellung sind und mal nicht“, sagte Franz Wagner vor der wichtigen Partie mit Blick auf das Verletzungspech, das ihn selbst heftig erwischte.

Nach einem starken Saisonstart verletzte sich der jüngere Wagner-Bruder im Dezember schwer am Sprunggelenk. Das ersehnte Comeback beim ersten regulären NBA-Saisonspiel in seiner Heimatstadt Berlin im Januar wurde zur Zitterpartie.

Zwar konnten die Brüder und da Silva in der Hauptstadt auflaufen, doch Franz Wagner fiel kurz darauf schon wieder aus. „Es war wahrscheinlich etwas zu früh“, räumte er ein. Erst seit Anfang April ist er wieder dabei. 

Auch sein älterer Bruder kämpfte sich nach einem Kreuzbandriss zurück, konnte aber bislang nicht an die Leistungen vor der Verletzung anknüpfen. „Ich realisiere es langsam, weil es mir nicht leichtfällt, dass ich jetzt eine neue Rolle habe“, sagte der 28-jährige Moritz in seinem Podcast. „Ich möchte vor allem scoren. Das ist meine Identität. Aber wir haben jetzt viele Jungs, die scoren wollen.“

Wie geht es im Sommer weiter in Orlando?

Nach der Verpflichtung von Desmond Bane war Orlando als einer der Favoriten der Eastern Conference in die Saison gegangen. Diesen Erwartungen wurde das Team nie gerecht. Besonders die defensive Stärke ging den Magic verloren. „Ich glaube, wir müssen alle gemeinsam mehr Dringlichkeit an den Tag legen“, sagte Franz Wagners Co-Star Paolo Banchero.

Ein frühes Aus würde für einen spannenden Sommer in Florida sorgen. Ist Mosley noch der richtige Trainer für das Team? Passen Franz Wagner und Banchero auf dem Feld zusammen?

Überstehen die Magic das Play-in, geht es gegen eines der beiden besten Teams der Conference. Entweder Detroit oder wieder die Celtics, dann aber in Bestbesetzung. Ohne 48 Minuten guten Basketball, wie Wagner sagt, wird es da nicht reichen.

© dpa-infocom, dpa:260414-930-942084/1

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