Deutschland und die Welt
10.06.2026 - 09:36 Uhr

Warten auf „Wusiala“-Schub: Wann zaubern Wirtz und Musiala?

14. Juni 2024: In München wird die Heim-EM angepfiffen. 1:0 Wirtz, 2:0 Musiala - Deutschland feiert ein neues Traumduo. Wiederholt sich die schöne Geschichte am 14. Juni 2026 in Texas?

Bei der ziemlich rasanten Fahrt zum Training auf dem Campus der Wake Forest University sitzen Jamal Musiala und Florian Wirtz jeweils auf der Rückbank des Golfcarts - aber in verschiedenen. Und auch beim ersten Teil des Trainings in Winston-Salem sind die Fußball-Zauberer fünf Tage vor dem Start ins WM-Turnier zunächst in verschiedene Gruppen eingeteilt. 

Am Sonntag (19.00 Uhr/ARD und MagentaSport) aber, im ersten Gruppenspiel der Nationalmannschaft in Houston soll alles im Idealfall so beginnen, wie es auf den Tag genau zwei Jahren zuvor bei der Heim-EM der Fall war. Am 14. Juni 2024 startete das DFB-Team in München mit einem fulminanten 5:1 gegen Schottland. Wirtz schoss früh das erste Tor, Musiala legte das 2:0 nach - und Deutschland feierte ein neues Fußball-Traumduo namens „Wusiala“.

24 Monate später sind beide 23. Und alle Deutschland-Fans warten nach einer holprigen Premieren-Saison von Wirtz beim FC Liverpool und noch mehr nach der schweren Beinverletzung von Bayern-Star Musiala auf den neuen „Wusiala“-Schub in Amerika. Gelingt er gegen die Karibik-Kicker aus Curaçao, die übrigens in der WM-Vorbereitung mit 1:4 gegen die Schotten verloren?

Nagelsmann: Jamal tritt immer besser auf, Flo ist eh top drauf

Der Bundestrainer redet den Raketenstart seiner Offensivstars am Nasa-Standort in Texas förmlich herbei. „Jamal tritt immer besser auf, Flo ist eh top drauf“, sagte Julian Nagelsmann nach der 2:1-Generalprobe gegen die USA.

Tatsächlich war in Chicago bei Musiala weiter viel Luft nach oben, auch Wirtz war nicht top. Sechs Tage zuvor hatte das in Mainz beim 4:0 gegen Finnland noch anders ausgesehen. 2:0 Wirtz, 4:0 Musiala - geht doch, dachten alle.

„Ich fühle mich gut“, sagte Wirtz vor seiner WM-Premiere, räumte aber ein: „Ich weiß nicht, ob ich in Topform bin.“ Musiala wartet nach seinem Bruch des linken Wadenbeins samt schwerer Fußverletzung bei der Club-WM 2025 in den USA seit Monaten darauf, dass es endlich wieder dauerhaft klick macht auf dem Platz. „Ich hatte gute Phasen, manchmal nicht so gute Phasen“, sagt er.

Was der Fußball-Weise Völler prophezeit

Der Fußball-Weise Rudi Völler (66) versucht, im Curaçao-Countdown nach außen größtmögliche Gelassenheit auszustrahlen. Im Uni-Hörsaal in Winston-Salem sagt der DFB-Sportdirektor: „Die Saison von Flo in Liverpool war nicht so, wie er sich das vielleicht vorgestellt hat. Aber man sieht immer wieder, zu welcher Figur er gereift ist. Er ist ein außergewöhnlicher Fußballer, der enorm wichtig ist, dass wir unsere Ziele erreichen. Und da habe ich bei ihm überhaupt keine Bedenken. Er wird bei seiner ersten WM Top-Leistungen abrufen.“

Bei Musiala, der im Gegensatz zu Wirtz schon bei der vermurksten WM 2022 in Katar dabei war, klingt Völler ähnlich zuversichtlich: „Jamal kommt aus einer sehr schweren Verletzung und hat eine Weile gebraucht, um wieder 90 Minuten zu spielen. Aber das ist kein Problem. Er wird hier super aufgebaut von den Fitnesscoaches, von Julian. Auch wenn es mal bei dem einen oder anderen Spiel ein bisschen weniger war und es nicht so gelaufen ist bei ihm: Er ist ganz nah dran, wieder der alte Jamal Musiala zu werden. Da bin ich total optimistisch, dass das schon gegen Curaçao funktioniert.“

Wenn Wirtz und Musiala im Offensiv-Quartett mit Kai Havertz und vermutlich Leroy Sané funktionieren, dann scheint einiges möglich für Team Deutschland. Die Erwartungshaltung an das Duo hat zugenommen. „Flo ist nicht mehr der ganz junge Spieler, das gilt auch für Jamal“, sagte Völler. 

Und Wirtz spricht wohl auch für seinen Fußball-Kumpel Musiala, wenn er seine Funktion im WM-Kader beschreibt: „Ich glaube schon, dass meine Rolle sich verändert hat. Bei der Heim-EM war ich zwei Jahre jünger - und einige ältere Spieler sind jetzt nicht mehr dabei. Ich bin bereit, voranzugehen. Ich traue mir das zu.“ Wenn das beiden gelingt, ist in Amerika wieder „Wusiala“-Time.

© dpa-infocom, dpa:260610-930-200129/1

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