11.02.2019 - 00:02 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Bittere Schlussphase

In einer torreichen Partie legen die Blue Devils ständig vor und führen bis zur 54. Minute. Der Sieg gegen Favorit Peiting ist greifbar nahe, doch am Ende jubelt der neue Tabellenführer. Vor dem Match steht ein Weidener im Mittelpunkt.

Der Peitinger Goalie Florian Hechenrieder stürzt sich auf die Scheibe, die Weidener Mirko Schreyer, Michael Kirchberger und Marco Pronath (von links in den blauen Trikots haben das Nachsehen. Die Blue Devils unterlagen am Sonntagabend dem neuen Tabellenführer mit 5:7.
von Rudolf Gebert Kontakt Profil

Die Blue Devils spielen gegen den EC Peiting hervorragend mit und bringen den Favoriten an den Rand einer Niederlage. Sechs Minuten vor dem Ende liegen die Weidener mit 5:4 in Front, doch dann zeigen die Gäste die Klasse eines Spitzenteams und schlagen gnadenlos zu. Am Ende stehen die Blue Devils nach der 5:7 (1:0, 3:3, 1:4)-Niederlage mit leeren Händen da.

In der Pressekonferenz waren sich beide Trainer einig, was die hohe Fehlerquote auf beiden Seiten betrifft. "Das erste Drittel war okay", meinte Devils-Coach Ken Latta, "doch die weiteren 40 Minuten haben wir gedacht, wir können mit Peiting offensiv mitspielen und haben die Defensivarbeit vernachlässigt." Die Niederlage sei bitter, "weil wir das ganze Spiel vorne waren". Sein Peitinger Kollege Sebastian Buchwieser sagte, dass so ein Auswärtsspiel eigentlich schwer zu gewinnen sei, wenn man so viele Tore herschenke. "Weiden hat die Fehler ausgenutzt, aber auch gut gespielt." Buchwieser lobte die intakte Moral seiner Mannschaft: "Wir haben heuer schon viele Spiele gedreht." Durch den Sieg hat Peiting den EV Regensburg, der dem EV Landshut mit 3:4 nach Penaltyschießen unterlag, an der Spitze der Oberliga Süd abgelöst.

"Waldi" Spieler des Jahres

Vor dem Match am Sonntag stand ein "Dauerbrenner" des 1. EV Weiden im Mittelpunkt: Marcel Waldowsky. Nicht nur wegen seines 500. Pflichtspiels für die Blue Devils war es ein besonderer Tag für "Waldi", denn er wurde auch als "Spieler des Jahres 2018" ausgezeichnet.

Die Blue Devils zeigten von Beginn an keinen Respekt vor dem Favoriten und spielten hervorragend mit. Die Führung nach 20 Minuten durch den Treffer von Herbert Geisberger (17.), der Gäste-Goalie Florian Hechenrieder gekonnt umspielte, war verdient. Geisberger (11./18.) hatte noch zwei Riesenmöglichkeiten und auch Michael Kirchberger (19.) hätte die Führung ausbauen können.

Super-Solo von Rubes

Nach Wiederbeginn legte Peiting zu und kam durch Anton Saal (23.) zum Ausgleich. Doch die Weidener schlugen durch das Sturmduo Tomas Rubes und Martin Heinisch zurück: Innerhalb von 32 Sekunden bereitete Rubes zweimal perfekt vor und Heinisch schloss ab (27./28.). Die Freude währte aber nicht lange, denn 20 Sekunden nach dem 3:1 verkürzte der Peitinger Topscorer Milan Kostourek (28.). Im Powerplay hatte Heinisch zwei dicke Möglichkeiten, dann fiel auf der Gegenseite der Ausgleich durch Alexander Winkler (35.), wobei sich Devils-Goalie Daniel Filimonow die Scheibe mit einer unglücklichen Abwehraktion selbst "ins Nest" legte. Der Höhepunkt des zweiten Abschnitts blieb Tomas Rubes vorbehalten. In der 38. Minute holte sich der Tscheche den Puck hinter dem eigenen Kasten, startete ein Solo über die rechte Seite und schoss zum 4:3 ein.

Der Schlagabtausch setzte sich im Schlussdrittel fort: Ausgleich durch Bradley Miller (45.), erneute Führung für Weiden durch das dritte Tor von Martin Heinisch (50.). Doch die Blue Devils konnten auch diesen Vorsprung nicht halten. Zunächst traf Dominik Krabbat (54.) zum 5:5, dann ging die beste Überzahlmannschaft der Oberliga Süd durch das Powerplay-Tor von Thomas Heger (56.) erstmals in Führung. Weiden versuchte alles - ohne Erfolg. In der letzten Sekunde machte Heger mit seinem "Empty-net-Goal" alles klar.

Am Freitag gegen Selb

Am Freitag um 20 Uhr steigt in der Hans-Schröpf-Arena das nächste Derby gegen die Selber Wölfe. Am Sonntag um 18 Uhr treten die Blue Devils beim EV Landshut an.

Blue Devils Weiden - EC Peiting 5:7 (1:0, 3:3, 1:4)

Blue Devils Weiden: Filimonow – Herbst, Schusser, Noe, Bäumler, Schreyer, Voigt – Geisberger, Abercrombie, Habermann, Siller, Rubes, Heinisch, Waldowsky, Kirchberger, Pronath

EC Peiting: Hechenrieder – Rohrbach, Weyrich, Miller, Feuerecker, Winkler, Lucas – Morris, Maier, Seitz, Mühlegger, Saal, Gohlke, Deuschl, Krabbat, Heger, Stauder, Kostourek

Tore: 1:0 (17.) Geisberger (Abercrombie), 1:1 (23.) Saal (Kostourek, Feuerecker), 2:1 (27.) Heinisch (Rubes), 3:1 (28.) Heinisch (Rubes, Noe), 3:2 (28.) Kostourek (Saal, Weyrich), 3:3 (35.) Winkler (Kostourek, Miller), 4:3 (38.) Rubes (Bäumler), 4:4 (45.) Miller (Gohlke, Stauder), 5:4 (50.) Heinisch (Siller), 5:5 (54.) Krabbat (Miller, Morris), 5:6 (56.) Heger (Morris, Miller), 5:7 (60.) Heger (Krabbat, Miller) – Schiedsrichter: Hurtik – Zuschauer: 846 – Strafminuten: Weiden 6, Peiting 4

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