08.12.2019 - 23:49 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Blue Devils: 20 gute Minuten reichen nicht

Die Blue Devils knüpfen am Sonntag nahtlos an die zuletzt schwachen Heimauftritte an. Gegen den ERC Sonthofen starten sie erst zur Aufholjagd, als sie schon fast aussichtslos zurückliegen. Vergeblich.

Die Blue Devils kassierten am Sonntagabend mit 4:6 gegen den ERC Sonthofen die dritte Heimniederlage in Folge. Die Weidener boten 40 Minuten lang eine schwache Leistung, die Steigerung im Schlussabschnitt war nicht mehr von Erfolg gekrönt. Hier lauert Chase Clayton vergeblich vor dem Kasten von Gästegoalie Christian Schneider.
von Rudolf Gebert Kontakt Profil

Am 17. November feierten die Blue Devils im Oberpfalzderby gegen den EV Regensburg mit 4:3 nach Verlängerung den letzten Heimsieg. Seitdem läuft es in der Hans-Schröpf-Arena nicht mehr: 1:4 gegen Füssen, 4:8 gegen Riessersee und am Sonntag 4:6 (1:0, 0:4, 3:2) gegen den ERC Sonthofen. Die Allgäuer sind seit Jahren nicht gerade ein Lieblingsgegner der Weidener. Doch Angstgegner hin oder her: Was die Blue Devils in den ersten 40 Minuten boten, war erschreckend schwach und völlig indiskutabel. Die Minuskulisse von nur 855 Zuschauern quittierte die Leistung zur zweiten Drittelpause mit Pfiffen. Erst im Schlussabschnitt wachte die Truppe von Trainer Ken Latta auf, doch die Aufholjagd war nicht mehr von Erfolg gekrönt.

Latta mit Geduld am Ende

"Wenn man nur 20 Minuten Eishockey spielt und hart arbeitet, kann man nicht gewinnen. Das zweite Drittel haben wir wie eine Woche zuvor gegen Garmisch wieder mit 0:4 verloren. Im Schlussdrittel haben wir alles versucht. In Überzahl hatten wir die Chance zum Ausgleich, doch dann unterlief ein grober Fehler", sagte der Weidener Coach. Solche individuellen Fehler würden immer Tore kosten, ärgerte sich Latta und drohte mit Konsequenzen. "Ich werde mit einigen Spielern reden. Ich habe langsam keine Geduld mehr."

Sein Kollege Martin Ekrt freute sich über einen verdienten Sieg seines Miniaufgebots. "Wir sind nur mit 13 Leuten angereist, sicher war es für ein Vorteil, dass wir am Freitag nicht gespielt haben. Die Mannschaft hat alles gegeben und hat Moral und Charakter gezeigt. Im letzten Drittel hat man bei den vier Verteidigern den Kräfteverschleiß gemerkt."

Im Weidener Kasten stand am Sonntag Daniel Filimonow. Der am Freitag in Memmingen starke Jonas Neffin war von den Iserlohn Roosters angefordert worden, er saß beim DEL-Spiel in Augsburg als Ersatztorwart auf der Bank. Nicht dabei war auch Herbert Geisberger, der am Freitag eine Verletzung am Arm erlitten hatte. Zu allem Überfluss blieb dann nach 20 Minuten auch noch Kapitän Ralf Herbst in der Kabine. "Er hatte schon vor dem Spiel eine Augenverletzung. Er hat es probiert, aber es ist nicht mehr gegangen", sagte Latta.

Zum Toreschießen eingeladen

Auch wenn die Blue Devils durch Tomas Rubes in der 6. Minute in Führung gingen, die Gäste waren schon im ersten Drittel die bessere Mannschaft. Nach Wiederbeginn brach dann das Unheil über die Weidener herein, die den Gegner durch desolates Abwehrverhalten zum Toreschießen einluden. Filip Stopinski (21./29.), Robert Hechtl (27.) und Edgars Homjakovs (30.) schossen die Allgäuer mit 4:1 in Front. Latta nahm eine Auszeit und stellte seine Sturmreihen um. Als Martin Heinisch (48.) und Adam Schusser (49.) im Schlussabschnitt auf 3:4 verkürzten, keimte Hoffnung auf. Doch dann unterlief Schusser in Überzahl ein Fehler, den er nur noch mit einem Foul ausbügeln konnte. Den fälligen Penalty verwandelte Ondrej Havlicek (51.) zum 5:3. Chase Clayton (56.) brachte die Gastgeber noch einmal heran, doch zum Ausgleich reichte es nicht mehr. Im Gegenteil: 27 Sekunden vor dem Ende machte Santeri Ovaska mit einem "Empty-net-Goal" alles klar.

Zehn Spiele vor Ende der Hauptrunde der Eishockey-Oberliga Süd liegen die Blue Devils mit 28 Punkten auf Rang elf. Es ist nicht schön", wo wir jetzt in der Tabelle sind. Das Gute ist, dass Platz acht nur drei Punkte entfernt ist", sagte Latta. Am Freitag um 20 Uhr gastiert der Tabellenzweite Deggendorfer SC, am Sonntag (17 Uhr) geht's zum Sechsten Starbulls Rosenheim.

Blue Devils Weiden - ERC Sonthofen 4:6 (1:0, 0:4, 3:2)

Blue Devils Weiden: Filimonow – Noe, Klein, Herbst, Schusser, Poldruhak, Schreyer, Bäumler – Siller, Clayton, Wolf, Pronath, Rubes, Heinisch, Piehler, Kirchberger, Habermann

ERC Sonthofen: Schneider – Noack, Malzer, Slavetinsky, Maly – Hechtl, Homjakovs, Stopinski, Ovaska, Havlicek, Schubert, Skala, May, Sander

Tore: 1:0 (6.) Rubes (Heinisch, Siller), 1:1 (21.) Stopinski (Noack, Homjakovs), 1:2 (27.) Hechtl (Homjakovs, Stopinski), 1:3 (29.) Stopinski (Skala, Homjakovs), 1:4 (30.) Homjakovs (Hechtl, Malzer), 2:4 (48.) Heinisch (Pronath, Schreyer), 3:4 (49.) Schusser (Rubes), 3:5 (51.) Havlicek (Penalty), 4:5 (56.) Clayton (Schusser, Pronath), 4:6 (60.) Ovaska (Havlicek) – Schiedsrichter: Ruhnau – Zuschauer: 855 – Strafminuten: Weiden 4, Sonthofen 6

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