Blue Devils gewinnen wilden Ritt gegen den EV Füssen

Weiden in der Oberpfalz
04.01.2023 - 22:27 Uhr

Wenn die Blue Devils und der EV Füssen in der Eishockey-Oberliga Süd aufeinandertreffen, sind Tore garantiert: Am Mittwochabend waren es erneut elf Stück. Mit dem glücklicheren Ende für die Weidener in einem verrückten Katz-und-Maus-Spiel.

Die Weidener Fabian Voit (Zweiter von rechts) und Tomas Rubes (links) kämpfen vor dem Füssener Gehäuse gegen eine Übermacht an Gästespielern.

Der EV Füssen war für die Blue Devils Weiden schon immer ein unangenehm zu bespielender Gegner. Wenn die Allgäuer dann auch noch, wie am gestrigen Mittwochabend, mit jeder Menge Selbstvertrauen in der Oberpfalz aufschlagen, verlangt diese gefährliche Mischung dem souveränen Tabellenführer der Eishockey-Oberliga Süd Schwerstarbeit ab. Mit 6:5 (2:2, 2:1, 2:2) setzte sich die Truppe von Trainer Sebastian Buchwieser nach komplett verrückten 60 Minuten aber doch noch durch und feierte den sechsten Sieg in Serie. Führung Devils, Ausgleich Füssen – so ging das in der Hans-Schröpf-Arena in Endlos-Schleife, bis 40 Sekunden vor dem Ende Chad Bassen dem wilden Treiben ein Ende bereitete.

Devils-Coach Buchwieser hatte bis auf die nach wie vor verletzten Moritz Schug und Philipp Siller alle Akteure zur Verfügung. Auch Förderlizenzspieler Lukas Ribarik von den Nürnberg Ice Tigers stand nach seinem Fehlen beim Sieg in Garmisch wieder auf dem Eis. Das Weidener Tor hütete rotationsgemäß Marco Wölfl.

Der Spitzenreiter hatte es offenbar eilig und legte los wie die berühmte Feuerwehr. Robert Hechtl aus dem Gewühl (3.) und Kurt Davis von der blauen Linie (5.) sorgten für eine frühe und scheinbar beruhigende Führung. Doch die formstarken Gäste, die zuletzt vier Mal in Folge gewannen und zwei Tage zuvor auch die Starbulls Rosenheim in die Knie gezwungen hatten, zeigten, dass sie derzeit physisch und psychisch aus einem anderen Holz geschnitzt sind als etwa der EC Peiting. Während der EC beim letzten Weidener Heimspiel nach einem Rückstand in sich zusammenbrach, schlug Füssen gnadenlos zurück. Leon Dalldush sorgte für den schnellen Anschlusstreffer (7.), und Top-Scorer Bauer Neudecker verwertete eine mustergültige Vorlage von Lukas Slavetinsky zum nicht unverdienten Ausgleich (15.). Beide Male machten die Devils im Rückzugsverhalten nicht die allerbeste Figur.

Zu Beginn des Mitteldrittels erlebten die Zuschauer ein Déjà-vu: Schon nach 22 Sekunden brachte Tomas Rubes die Hausherren erneut in Führung, nachdem zuvor Füssens Goalie Benedikt Hötzinger nicht entscheidend hatte klären können. Es folgte ein Schrecksekunde für die Blue Devils: Youngster Alessandro Schmidbauer bekam den Puck unglücklich ins Gesicht und musste mit einer Platzwunde ins Krankenhaus gebracht werden. Nach der Unterbrechung nutzten die Gäste das erste Bully erneut zur direkten Antwort: Leon Dalldush schnürte den Doppelpack zum abermaligen Ausgleich (22.). Dieses freche Auftreten reizte die Gastgeber, die in der Folge eine Welle wütender Angriffe in Richtung des Füssener Gehäuses lostraten. Die in den vergangenen Spielen zumeist spielerisch souverän agierenden Devils wirkten diesmal ungehaltener und weniger strukturiert in ihren Angriffen. Dazu drohte von Füssens flinken Finnen Jere Helenius und Janne Seppänen stets Gefahr bei schnellen Gegenstößen. Martin Heinisch gelang es kurz vor Drittelende doch noch, sein Team erneut in Führung zu schießen (36.) – der Schlusspunkt wilder 20 Minuten.

Wer geglaubt hatte, damit befänden sich die Weidener endgültig auf der Siegerstraße, wurde zu Beginn des letzten Drittel sofort wieder eines Besseren belehrt. Als Tomas Rubes und Mirko Schreyer gemeinsam die Strafbank drücken mussten, dauerte es keine zehn Sekunden, ehe Füssen die doppelte Überzahl zum 4:4 ausnutzte. Jere Helenius war der Schlusspunkt einer schnellen Passstafette (47.). Und das muntere Devils-Jagd-Spiel ging einfach weiter: Erneute Führung durch Kapitän Dennis Thielsch für Weiden, Ausgleich durch Helenius für Füssen – 5:5 nach 58 Minuten. Doch als Chad Bassen 40 Sekunden vor Schluss in Überzahl das 6:5 für die Blue Devils erzielte, blieb den Gästen nicht mehr genügend Zeit, um noch einmal zurückzuschlagen. Zum Glück für die Blue Devils.

Statistik:

Blue Devils Weiden – EV Füssen 6:5 (2:2, 2:1, 2:2)

  • Weiden: Wölfl - Ostwald, Müller, Herbst, Schusser, Davis, Schmidbauer, Schreyer - Heinisch, Rubes, Gläser, Samanski, Homjakovs, Bassen, Ribarik, Nagtzaam, Thielsch, Schmidt, Voit, Hechtl
  • Füssen: Hötzinger - Jentsch, Slavetinsky, Noack, Meyl, Baader, Simon, Keller - Zimmermann, Straub, Neudecker, Helenius, Seppänen, Dalldush, Seitz, Selenka, Flammann
  • Tore: 1:0 (3.) Hechtl (Schreyer, Voit), 2:0 (5.) Davis (Nagtzaam), 2:1 (7.) Helenius (Dalldush, Seppänen), 2:2 (15.) Neudecker (Slavetisnky, Zimmermann), 3:2 (21.) Rubes (Heinisch, Ostwald), 3:3 (22.) Dalldush (Noack, Helenius), 4:3 (36.) Heinisch (Rubes, Gläser) 4:4 (47.) Helenius (Dalldush, Meyl), 5:4 (55.) Thielsch (Müller), 5:5 (58.) Helenius (Dalldush, Seppänen), 6:5 (60.) Bassen (Thielsch, Schusser) - SR: Harrer, Kallnik - Zuschauer: 1090 - Strafen: Weiden 6, Füssen 6
 
 

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