Blue Devils kassieren erneute Pleite gegen den Angstgegner

Weiden in der Oberpfalz
22.01.2023 - 20:20 Uhr

Es ist wie verhext: Zum dritten Mal in Folge gehen die Blue Devils Weiden in der Eishockey-Oberliga Süd gegen die Memmingen Indians als Verlierer vom Eis. Dabei hatte es 30 Minuten lang überhaupt nicht danach ausgesehen.

Auch im dritten Duell in Folge mit den Memmingen Indians setzte es für die Blue Devils Weiden eine Niederlage. Trotz einer zwischenzeitlichen 4:1-Führung nach einer 30-minütigen Machtdemonstration unterlag der Spitzenreiter der Eishockey-Oberliga Süd in der heimischen Hans-Schröpf-Arena noch mit 5:6 nach Verlängerung. Vor allem ein Doppelschlag der Gäste im zweiten Drittel ließ die Partie kippen.

"Wir müssen dieses Spiel einfach nach Hause bringen. Der Doppelschlag im zweiten Drittel hat das Momentum zugunsten der Memminger kippen lassen, dennoch haben wir viel zu leichte Tore hergeschenkt", sagte Devils-Trainer Sebastian Buchwieser. Sein Kollege Daniel Huhn konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen: "Es macht immer Freude, nach Weiden zu kommen. Es war ein vogelwildes Spiel, aber meine Mannschaft hat Charakter gezeigt."

Im Vergleich zum Sieg nach Penaltyschießen am Freitag beim SC Riessersee fiel bei den Devils auch noch Nardo Nagtzaam aus. Der kranke Niederländer erweiterte damit das Lazarett um die absenten Fabian Voit und Robert Hechtl, weswegen Buchwieser keine vier vollständigen Angriffsreihen aufbieten konnte. Im Tor dagegen scheint das muntere Wechselspiel zwischen Jaroslav Hübl und Marco Wölfl beendet zu sein. Der in Garmisch überragende Hübl hütete auch gegen Memmingen das Weidener Gehäuse.

Die Hausherren legten los wie die Feuerwehr, gingen in den ersten zehn Minuten ein irrsinniges Tempo und schnürten die Indians in deren Drittel ein. Die frühe Führung durch Chad Bassen war der verdiente Lohn dieses anfänglichen Offensivfeuerwerks (5.). Erst als die Blue Devils etwas den Fuß vom Gaspedal nahmen, zeigten sich auch die Memminger vor Hübl und schlugen sogleich zurück. Jaroslav Hafenrichter gelang der Ausgleich aus dem Nichts (12.). Die Weidener hielten zwar die schnelle Antwort durch einen von Neal Samanski abgefälschten Schuss von Elia Ostwald parat (18.), doch die Indians blieben gefährlich. Nach einem kapitalen Fehlpass im eigenen Drittel hatten die Gäste schon den Torschrei auf den Lippen, doch "die Katze von Weiden", Jaroslav Hübl, parierte spektakulär im Liegen. Und wie das Spitzenteams eben handhaben, folgte die Strafe für diese vergebene Chance postwendend: Martin Heinisch erhöhte acht Sekunden vor Drittelende auf 3:1 für die Devils.

Schnell stellte Weiden im Mittelabschnitt auf 4:1, als Moritz Schug den Indians-Goalie Leon Meder klassisch tunnelte (25.). Doch in den folgenden Minuten versäumten es die Hausherren, ihre klare Überlegenheit, ihre Spielfreude, ihre Chancen in weitere Treffer umzumünzen. Und diesmal waren es die Gäste, die diesen Makel bestraften – und wie: Binnen 19 Sekunden zog ein Doppelpack durch Lion Stange und Matej Pekr (33.) den Devils den Stecker. Der Spielfluss der vorherigen Minuten war wie weggeblasen, mit viel Glück retteten die Weidener den eigentlich zu knappen Vorsprung mit ins letzte Drittel.

Den baute zunächst Bassen mit seinem zweiten Treffer des Tages wieder auf zwei Tore aus, doch gegen Memmingen ist in dieser Saison irgendwie der Wurm drin. Pekr und Andrew Johnston sorgten für den Ausgleich zum 5:5. Ein Spielstand, der nach 30 bärenstarken Devils-Minuten völlig undenkbar schien. Wie bereits in Garmisch ging es somit in die Verlängerung. Dort war es der dreifache Torschütze Pekr, der für Memmingen den Auswärtssieg eintütete.

Statistik:

Blue Devils Weiden - Memmingen Indians n. V. 5:6 (3:1, 1:2, 1:2, 0:1)

  • Weiden: Hübl - Ostwald, Davis, Herbst, Schusser, Schreyer, Schug - Heinisch, Rubes, Gläser, Samanski, Homjakovs, Bassen, Ribarik, Kechter, Thielsch, Schmidt, Siller
  • Memmingen: Meder - Kittel, Svedlund, Stange, Meisinger, Menner, Schirrmacher - Hafenrichter, Peter, Pekr, Dopatka, Mastic, Pfalzer, Topol, Johnston, Marsall, Drothen, Kryvorutskyy, Gorgenländer
  • Tore: 1:0 (5.) Bassen (Homjakovs), 1:1 (12.) Hafenrichter (Pekr, Svedlund), 2:1 (18.) Samanski (Ostwald, Homjakovs) 3:1 (20.) Heinisch (Gläser, Hübl) 4:1 (25.) Schug (Homjakovs), 4:2 (33.) Johnston (Stange, Topol), 4:3 (33.) Pekr (Hafenrichter, Schirrmacher), 5:3 (45.) Samanski (Schusser, Bassen), 5:4 (48.) Pekr (Hafenrichter, Schirrmacher), 5:5 (54.) Johnston (Schirrmacher, Pekr), 5:6 (62.) Pekr (Meisinger, Johnston) - SR: Preiß, Flad - Zuschauer: 1248 - Strafen: Weiden 6, Memmingen 2
 
 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.