02.12.2018 - 23:58 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Blue Devils wachen zu spät auf

Es ist wie so oft in dieser Saison: Den Blue Devils fehlt die Konstanz über 60 Minuten. Am Sonntag sehen die Weidener gegen Favorit Rosenheim lange kein Land, dann sind sie plötzlich da. Die Aufholjagd ist aber nicht von Erfolg gekrönt.

Die Blue Devils unterlagen am Sonntag dem Tabellenzweiten Starbulls Rosenheim mit 3:5. Hier fälscht Martin Heinisch (Zweiter von links) die Scheibe ab, doch Gästegoalie Lukas Steinhauer pariert. Mit im Bild Marco Pronath (links) und Starbulls-Verteidiger Maximilian Vollmayer.
von Rudolf Gebert Kontakt Profil

Die Rollen waren vor dem Match zwischen den Blue Devils und den Starbulls Rosenheim klar verteilt: Die Weidener waren gegen den Tabellenzweiten und Aufstiegsfavoriten der krasse Außenseiter. Und so stellten sich in der ersten Hälfte des Spiels auch die Kräfteverhältnisse auf dem Eis dar. Erst so etwa ab der 30. Minute kämpften sich die Blue Devils ins Match hinein und brachten die Oberbayern in Wanken. Die 3:5 (0:3, 1:1, 2:1)-Niederlage war jedoch nicht mehr abzuwenden.

"Komplett geschlafen"

"Im ersten Drittel hat die komplette Mannschaft geschlafen", ärgerte sich Ken Latta. Der Devils-Coach kündigte an, mit einigen Spielern zu sprechen. Latta kritisierte die Vorbereitung vor dem Spiel, vor allem im mentalen Bereich. "Wenn wir 60 Minuten hart arbeiten, so wie gegen Selb und Riessersee, mache ich mir wenig Gedanken. Aber heute sind wir erst zum zweiten Drittel besser rausgekommen." Gästetrainer Manuel Kofler sagte, er habe gewusst, dass Weiden daheim stark sei. "Darauf waren wir vorbereitet. Im ersten Drittel haben wir dominiert, viel Druck gemacht, aber leider nur drei Tore gemacht. Danach war es ein bisschen weniger bei uns." Das habe auch daran gelegen, dass der kanadische Stürmer Chase Witala mit einer Schulterverletzung ausgeschieden sei. Entscheidend für Kofler waren die "special teams": "Wir haben zwei Powerplay-Tore erzielt und in Unterzahl hatten wir eine hundertprozentige Quote."

0:3 nach 20 Minuten

Die Starbulls traten von Beginn an im Stile einer Spitzenmannschaft auf. Sie gingen ein enorm hohes Tempo, attackierten früh und ließen die Blue Devils nicht ins Spiel kommen. Die Weidener waren immer einen Schritt zu langsam, hätten aber dennoch mit Glück in Führung gehen können. Im ersten Überzahlspiel traf Kapitän Ralf Herbst nur die Latte (8. Minute). Dann schlug sich die Rosenheimer Überlegenheit auch auf der Anzeigetafel nieder. Maximilian Vollmayer (12.) mit einem sehenswerten Alleingang sowie Daniel Bucheli (18.) und Michael Baindl (20.), jeweils in Überzahl, schossen die Oberbayern verdient mit 3:0 in Front.

30 Sekunden nach Wiederbeginn legte Chase Witala das 4:0 nach. Nur 20 Sekunden später gab es ein erstes Lebenszeichen der Blau-Weißen, als Philipp Siller den Anschlusstreffer erzielte. Marco Habermann hatte wenig später sogar die Chance zum 2:4. Rosenheim blieb aber am Drücker, erst Mitte des zweiten Drittels kamen die Weidener richtig in die Partie und erspielten sich mehr Möglichkeiten. Kurz vor Drittelende brannten dem Rosenheimer Nikolaus Meier sämtliche Sicherungen durch. Der ehemalige Selber prügelte auf Matt Abercrombie ein und bekam dafür eine Fünfminuten- plus Spieldauerdisziplinarstrafe aufgebrummt.

Aus der langen Überzahl konnten die Devils aber kein Kapital schlagen, auch weil Gästekeeper Lukas Steinhauer überragend hielt. Erst als Rosenheim wieder komplett war, fielen Tore: Marcel Waldowsky (46.) und Tomas Rubes (48.) verkürzten auf 3:4. Der Gästecoach merkte, dass das Match plötzlich auf der Kippe stand und nahm eine Auszeit. Mit Erfolg: Nur 18 Sekunden nach dem dritten Weidener Treffer erzielte Tobias Draxinger das 5:3 (48.). In der verbleibenden Zeit versuchten die Devils alles, doch der Tabellenzweite ließ nichts mehr anbrennen.

Am Dienstag in Selb

Schon am Dienstag geht's für die Blue Devils weiter. Um 19.30 Uhr wird das am vergangenen Freitag abgesagte Derby bei den Selber Wölfen nachgeholt. Am Freitag (20 Uhr) treten die Weidener beim ECDC Memmingen an und am Sonntag (18.30 Uhr) gastiert Schlusslicht EHC Waldkraiburg in der Hans-Schröpf-Arena.

Blue Devils Weiden - Starbulls Rosenheim 3:5 (0:3, 1:1, 2:1)

Blue Devils Weiden: Filimonow – Herbst, Noe, Deichstetter, Willaschek, Schreyer, Bäumler, Voigt – Geisberger, Abercrombie, Habermann, Siller, Rubes, Heinisch, Wal-dowsky, Kirchberger, Pronath, Zellner, Lehner, Wolf

Starbulls Rosenheim: Steinhauer – Meier, Heidenreich, Krumpe, Vollmayer, Draxinger, Neumann, Bergmann – Frosch, Pauker, Slanina, Nowak, Daxlberger, Henriquez, Bucheli, Baindl, Echtler, Bilek, Witala, Zick

Tore: 0:1 (12.) Vollmayer (Bucheli, Zick), 0:2 (18.) Bucheli (Vollmayer, Frosch), 0:3 (20.) Baindl (Witala, Daxlberger), 0:4 (21.) Witala (Slanina, Baindl), 1:4 (21.) Siller (Rubes, Heinisch), 2:4 (46.) Waldowsky (Kirchberger, Pronath), 3:4 (48.) Rubes (Siller, Heinisch), 3:5 (48.) Draxinger (Daxlberger, Bilek)

Schiedsrichter: Fauerbach – Zuschauer: 916 – Strafminuten: Weiden 6, Rosenheim 6 + 5 + Spieldauerdisziplinarstrafe für Meier

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.