19.03.2020 - 16:27 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Corona-Frust: Die Trockenschwimmer des SV Weiden

Es trifft alle Sportler. In Zeiten von Corona ist eigentlich alles Makulatur. Die talentierten Schwimmer aus der Region müssen umdenken - und umsteigen.

Die Schwimmer des SV Weiden: (von rechts) Benjamin Schindler, Linus Brandl, Alexander Engel und Noah Brandl.
von Josef Maier Kontakt Profil

Sie sitzen auf dem Trockenen - im wahrsten Sinne des Wortes. Für die Schwimmer ist die Sperrung der Hallenbäder der Super-GAU. Die hochtalentierte Trainingsgruppe des SV Weiden musste von heute auf morgen den Trainingsbetrieb im Wasser einstellen. "Wir hatten bisher fünf Mal die Woche im Wasser trainiert", berichtet Trainer Michael Brandl. Am Donnerstag zogen sie zum letzten Mal in der Thermenwelt die Bahnen. "Jetzt sind natürlich alle tief frustriert. Das ist ein tiefer Einschnitt für uns." Alle verstehen sie, dass aufgrund der Coronakrise drastische Maßnahmen nötig sind, wie der Trainer betont: "Wir müssen uns da natürlich alle an die Richtlinien halten." Aber den Schwimmern wird jetzt die Grundlage ihres Sports entzogen. Sind da Trocken-Schwimmübungen zu Hause Ersatz? Brandl lacht: "Die sind eher kontraproduktiv." Zudem sei die Technik schon eingeschliffen. Das große Problem sei, die Fitness aufrechtzuerhalten. Das gehe nur durch permanentes Training. Einige Mal die Woche stählten die Weidener ihre Körper in Fitnessstudios. Die sind jetzt auch geschlossen.

"Die Badehose bleibt jetzt auf jeden Fall im Spind", sagt Brandl. Jetzt wird in Radler- und Jogginghosen geschlüpft. Wichtige Trainingstipps gibt auch immer wieder Peter Dehling. Der Arzt und Hobby-Triathlet unterstützt Brandl und leistet auch Motivationshilfe. Ob Brandls Söhne Linus und Noah, Alexander Engel, Benjamin Schindler, Jonas Grießübl, Maxine Edl oder Leonie Moßner, sie alle opfern viel an Freizeit für ihren Sport und fieberten wie immer am Frühlingsanfang schon den entscheidenden Wochen entgegen. Die bayerischen, süddeutschen und deutschen Meisterschaften sind aber bereits abgesagt worden. Das dürfte nach Brandls Vorahnungen nicht alles sein. "Gut möglich, dass in diesem Jahr die ganze Wettkampfstruktur zusammenbricht", malt der SV-Trainer ein düsteres Szenario.

Nach kleinen Vorteilen in der Coronakrise wird auch gesucht: "Jetzt können sich die Jungs und Mädels mehr auf die Schule konzentrieren." Ob die das auch so sehen? Auf jeden Fall will kein Schwimmer auf dem Trockenen sitzen.

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