09.11.2019 - 00:01 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Derbysieg nach furiosem Endspurt

Was für ein packender Fight zwischen den Blue Devils und den Selber Wölfen: Die beiden Nachbarrivalen liefern sich einen verbissenen Kampf - mit dem besseren Ende für die Weidener, die im Schlussdrittel das Match drehen.

Die Blue Devils feierten am Freitagabend einen 4:2-Derbysieg gegen die Selber Wölfe. Vor allem im Schlussdrittel gab es viele packende Szenen vor dem Kasten der Gäste. Hier nehmen Goalie Niklas Deske und Florian Ondruschka den Weidener Chase Clayton in die Zange.
von Rudolf Gebert Kontakt Profil

Ein Derby ist eben doch etwas Besonderes! Knapp 2300 Zuschauer sorgten in der fast ausverkauften Hans-Schröpf-Arena für eine tolle Atmosphäre. Die Stimmung unter den Fans der Blue Devils erreichte 8,3 Sekunden vor der Schlusssirene ihren Höhepunkt, als Michael Kirchberger mit einem Schuss in den verwaisten Kasten der Selber Wölfe für die Entscheidung sorgte. Die Oberpfälzer gewannen das Duell gegen die Oberfranken mit 4:2 (1:0, 0:2, 3:0). Für die Blue Devils war es der dritte Sieg in Folge, die Erfolgsserie der Wölfe ging dagegen nach sechs Siegen zu Ende."Wir sind vielleicht nicht die beste Mannschaft in der Oberliga Süd, aber vom Kampf und vor der harten Arbeit her sind wir vorne dabei", sagte Devils-Coach Ken Latta. "Mein Team hat heute Charakter gezeigt", gab es ein Sonderlob vom Kanadier. Aber nicht nur von Latta gab es anerkennende Worte. "Ich ziehe den Hut vor der Leistung der Weidener Mannschaft", erklärte Wölfe-Trainer Henry Thom.

Jonas Neffin im Kasten

Bei der Aufstellung wartete der Weidener Trainer mit einer Überraschung auf. Anstelle des zuletzt stark haltenden Daniel Filimonow stand Jonas Neffin zwischen den Pfosten. Und um es vorwegzunehmen: Der 19-jährige Förderlizenzgoalie der Iserlohn Roosters rechtfertigte das Vertrauen und lieferte eine tadellose Leistung ab. Der Selber Coach Henry Thom musste kurzfristig umstellen. Stürmer Dennis Schiener musste wegen eines Magen-Darm-Infekts passen.

Führung durch Heinisch

Ken Latta sah im ersten Drittel "hochklassiges Oberliga-Eishockey", Henry Thom sprach von einem "zunächst ausgeglichenen, taktisch sehr guten Spiel". Nach dem 1:0 durch Martin Heinisch (14. Minute/Überzahl) gewann Weiden klar die Oberhand und hätte zur ersten Pause höher führen können.

Nach Wiederbeginn wurde Selb präsenter, zunächst plätscherte die Partie aber dahin. Bis zur 32. Minute: Mit einem Doppelschlag innerhalb von 24 Sekunden drehten Dominik Kolb und Marius Schmidt das Spiel. Ken Latta nahm eine Auszeit, die ihre Wirkung nicht verfehlte. Die Blue Devils legten wieder zu und Gästekeeper Niklas Deske verhinderte drei, vier Mal den Ausgleich. Zum Ende hin wurde es dann aber brenzlig für die Gastgeber, als Kapitän Ralf Herbst für vier Minuten in die Kühlbox musste. Aber die zweitbeste Unterzahlmannschaft der Oberliga Süd ließ kaum etwas zu.

Den furiosen Schlussabschnitt eröffnete Chase Clayton (42.) mit dem 2:2. In der Folgezeit leisteten sich die Selber viele Strafzeiten, doch im Powerplay - davon über zwei Minuten mit zwei Mann mehr auf dem Eis - brachten die Blau-Weißen nichts mehr zustande. Erst in der 56. Minute brachte Marco Pronath mit seinem Tor zum 3:2 die Arena zum Beben. Selb wollte den Ausgleich erzwingen, nahm den Goalie vom Eis, doch der Schuss ging nach hinten los: Mit seinem "empty-net-goal" machte Michael Kirchberger 8,3 Sekunden vor Schluss alles klar.

Am 17. 11. gegen Regensburg

Durch den verdienten Derbysieg kletterten die Blue Devils mit nun 22 Punkten auf Rang sieben, Selb (25) fiel auf Platz drei zurück. Wegen des Deutschland-Cups pausiert die Oberliga Süd am Sonntag, die Weidener Cracks bekommen von Ken Latta bis Donnerstag frei. Die nächste Prüfung wartet am Freitag, 15. November, beim Tabellensechsten EC Peiting (23). Am Sonntag, 17. November, steigt dann das nächste Derby in der Hans-Schröpf-Arena: um 18.30 Uhr ist der weiter schwächelnde Zehntplatzierte EV Regensburg (15) zu Gast.

Blue Devils Weiden - Selber Wölfe 4:2 (1:0, 0:2, 3:0)

Blue Devils Weiden: Neffin – Schusser, Herbst, Noe, Poldruhak, Bäumler, Schreyer – Siller, Rubes, Heinisch, Geisberger, Clayton, Habermann, Piehler, Kirchberger, Pronath, Maschke

Selber Wölfe: Deske – Silbermann, Böhringer, Ondruschka, Bär, Kolb – Graaskamp, Kabitzky, McDonald, Gare, Hirschberger, Turner, Klughardt, Schmidt, Gelke

Tore: 1:0 (14.) Heinisch (Rubes, Herbst), 1:1 (32.) Kolb (Kabitzky, Gelke), 1:2 (32.) Schmidt (Bär, Gare), 2:2 (42.) Clayton (Geisberger, Habermann), 3:2 (56.) Pronath (Bäumler, Kirchberger), 4:2 (60.) Kirchberger (Herbst, Bäumler)

Schiedsrichter: Singer – Zuschauer: 2276 – Strafminuten: Weiden 8, Selb 12

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