28.07.2020 - 18:45 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Enttäuschung bei Amateurfußballern: Doch noch keine Testspiele möglich

Lange Gesichter bei den bayerischen Amateurfußballern: Anders als vom Verband erhofft, gibt die Politik vorerst kein grünes Licht für Freundschaftsspiele. Wackelt nun der Re-Start im September?

Mit vollem Einsatz dürfen die bayerischen Amateurfußballer weiterhin nur im Training zu Werke gehen. Testspiele bleiben vorerst untersagt.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Noch vor wenigen Tagen schien alles klar: Der Bayerische Fußballverband (BFV) lehnte sich auf seiner Homepage weit aus dem Fenster und stellte in Kürze "weitreichende Entscheidungen" für die schrittweise Aufnahme des Amateurfußball-Spielbetriebs in Aussicht. „Es gibt positive Signale dahingehend, dass unsere 4500 Vereine nach dem Training mit Körperkontakt nun auch bald wieder Test- und Freundschaftsspiele durchführen können“, teilte BFV-Präsident Rainer Koch vor Wochenfrist freudig mit.

Doch der "vorsichtige Optimismus" stellt sich nun als verfrüht heraus. Bei ihrer Pressekonferenz am Dienstag verlor die Staatsregierung kein Wort bezüglich des Fußballsports im Freistaat. Lediglich bei Kampfsportgruppen wurden geringfügige Erleichterungen verkündet. Das war's, was Lockerungen für den Sport betrifft. Vielmehr wurde die Geltungsdauer der bayerischen Infektionsschutzverordnung zunächst um zwei Wochen bis einschließlich 16. August verlängert. Dies hat zur Folge, dass das Leder weiterhin nur in Trainingseinheiten rollen darf. Der wettkampforientierte Spielbetrieb bleibt außen vor.

"Was sich in der vergangenen Woche noch sehr zuversichtlich angehört hat, klingt jetzt wieder ganz anders", teilte der BFV am Dienstag auf Anfrage in einer Presseerklärung mit. "Dass wir uns nun weiter in Geduld üben müssen und weiterhin nur Training möglich ist, ist für uns alle enttäuschend." Gleichzeitig, so der Verband, gelte es aber auch die Entscheidungen der Bayerischen Staatsregierung zu akzeptieren und vor allem zu respektieren. "Es bleibt dabei, dass die Pandemie längst nicht gebannt ist, sich dynamisch entwickelt und sich die Vorzeichen tageweise ändern." Damit bezieht sich der BFV auf die zuletzt wieder deutlich ansteigenden Ansteckungszahlen in der Coronakrise und das Entstehen einiger Hotspots auch in Bayern.

Positive Signale für Testspiele

Amberg

Von seinen Plänen, die derzeit unterbrochene Spielzeit 2019/20 im September fortzuführen, falls es die staatlichen Vorgaben erlauben, will der BFV vorerst nicht abrücken. "Stand jetzt bleibt dieser Plan bestehen", heißt es aus der Verbandszentrale. Nach wie vor gelte die beschlussmäßige Zusage, die Wiederaufnahme des Spielbetriebs mindestens vier Wochen zuvor anzukündigen. "Bei einem planmäßigen Start zum 1. September wäre hierfür der 3. August der Stichtag."

Möglicherweise, so hofft der BFV, ergeben sich kurzfristig aber doch noch Lockerungen hinsichtlich von Test-, Freundschafts- und Vorbereitungsspielen." Über das weitere Vorgehen will das BFV-Präsidium noch in dieser Woche beratschlagen. Erst dann könne eine "seriöse Aussage" getroffen werden.

Nicht wenige Fußballvereine im Freistaat haben zuletzt das Verbot von Freundschaftsspielen in Bayern umgangen. Abstecher nach Thüringen oder Tschechien, wo Fußballteams gegeneinander antreten dürfen, sind fast schon an der Tagesordnung. "Verbieten können wir es nicht, generell ist das erlaubt", lautet dazu die Stellungnahme aus München. Der BFV appelliert "hierbei an die Vernunft. Die Vereine müssen sich der Risiken bewusst sein und genau abwägen, ob so etwas Sinn ergibt."

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