Der Liveticker in der BFV-App ist für viele Vereine eine lästige Pflichtaufgabe, weil sie erst einmal einen Freiwilligen finden müssen, der sich darum kümmert. Für einige ist das aber offenbar kein Problem. Es gibt immer wieder Liveticker-Schreiber – im Fehlpass-Sprech die sogenannten Livetickerer –, die das mit großer Hingabe machen. Die jede Karte tickern, jeden Torschuss tickern, zur Halbzeit und nach Abpfiff ein Fazit ziehen. Und die sich auch mal den einen oder anderen (vermeintlich) lustigen Spruch erlauben.
Beim Kreisliga-West-Spiel zwischen dem TSV Stulln und dem SV Schwandorf-Ettmannsdorf II etwa kriegte sich der Livetickerer nach dem Schlusspfiff gar nicht mehr ein – so begeistert war er von der Partie. „Wahnsinn in Stulln. Die vier Euro haben sich gelohnt“, hieß es da. Kurz zuvor hatten die Gastgeber in der 96. Minute den 4:4-Ausgleich erzielt. „Wahnsinnsspiel“, schrieb der Livetickerer weiter. „Wer nicht hier war, ist selbst schuld.“
Nun, damit schuldig im Sinne der Anklage. Denn es gab ja auch anderswo aufregende Spiele. Zum Beispiel in der Kreisliga 2, beim Match des TSV Arzberg-Röthenbach gegen den TSV Waldershof. Da stand es nach 49 Minuten bereits 5:0 für die Waldershofer, was sie sich aber tatsächlich beinahe noch hätten nehmen lassen. In der 82. Minute hieß es nämlich plötzlich nur noch 5:4. Am Ende ging die Partie dann doch 6:4 für Waldershof aus. Einer der Livetickerer vor Ort war dennoch aus dem Häuschen. „Komplett wildes Spiel“, tickerte er. „Die Apotheken werden morgen ihre Lagerbestände an Blutdrucksenkern auffüllen müssen.“
So hoch wie der Blutdruck bei manchem Zuschauer in Arzberg waren in Kondrau nur die Ergebnisse. Die Zweite gewann ihr Spiel mit 14:3 gegen die SG Lorenzreuth II/Leutendorf II. Zur Pause stand’s da bereits 8:1. Der dreifache Torschütze Kevin Schoof blieb daraufhin in der Kabine, um dann eine Stunde später auf der Bank der Ersten, die gegen die Erste von Lorenzreuth spielte, zu sitzen. Zur Halbzeit stand’s in dieser Partie 1:1. Dann wurde Kevin Schoof eingewechselt, und 45 Minuten später hieß es 6:1 für Kondrau. Dreifacher Torschütze? Kevin Schoof! Der Mann spielte an diesem Tag also 90 Minuten, schoss sechs Tore und sicherte seinem Verein damit sechs Punkte. Starke Leistung – mit einem kleinen Schönheitsfehler: Im BFV-Liveticker wurde das nicht hervorgehoben.













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