Weiden in der Oberpfalz
01.04.2026 - 13:09 Uhr

Grafenwöhr kontra Trabitz – und der große Wunsch nach einem fairen Derby

Sechs Nachholspiele und ein regulärer Spieltag: In der Fußball-Kreisliga Nord ist an Ostern Hochbetrieb angesagt. Eine Partie rückt dabei ganz besonders in den Vordergrund.

Florian Träger, Ex-Grafenwöhrer in Diensten der SpVgg Trabitz, zieht ab: Im Hinspiel holte die SV Grafenwöhr ein 0:0 beim ehrgeizigen Aufsteiger. Am Ostermontag folgt das "Rückspiel" mit Heimrecht für die SVG. Archivbild: Dieter Jäschke
Florian Träger, Ex-Grafenwöhrer in Diensten der SpVgg Trabitz, zieht ab: Im Hinspiel holte die SV Grafenwöhr ein 0:0 beim ehrgeizigen Aufsteiger. Am Ostermontag folgt das "Rückspiel" mit Heimrecht für die SVG.

Von Alfred Schwarzmeier

Mehr Spitzenspiel geht nicht – mehr Rivalität aber fast auch nicht. Wenn am Ostermontag in der Kreisliga Nord die SV Grafenwöhr und die SpVgg Trabitz aufeinandertreffen, dann spielen nicht einfach so zwei Titelanwärter gegeneinander. Es ist ein Derby, das brisanter nicht sein könnte. Hier der traditionsreiche Ex-Landesligist, dort der ambitionierte Aufsteiger.

Doch damit ist der Konfliktstoff längst nicht ausreichend beschrieben. Die SpVgg Trabitz hat in den vergangenen zwei Jahren bekanntlich die eine oder andere Spielverpflichtung zu Lasten des großen Nachbarn getätigt, was nicht nur in den Sozialen Medien für reichlich Diskussionen sorgte. Es ist gerade mal zwölf Tage her, da geißelte Turan Bafra die Transferpolitik des Titelkonkurrenten. "Mir kommt das vor wie an einer Playstation. Mal holt man jenen Spieler, dann gleich darauf den nächsten. Wo bleibt da der Respekt vor einem Nachbarverein?", lautete die harsche Kritik des Grafenwöhrer Trainers.

Respektvolles Gespräch

Rechtzeitig vor dem Prestigeduell sind nun beide Seiten um Normalität bemüht, die Zeichen stehen auf Entspannung. "Wir haben uns ausgesprochen. Es war ein respektvolles Gespräch. Da bleibt nichts hängen", sagt Bafra über ein Telefonat zwischen ihm und dem Trabitzer "Team-Architekten" Christian Recht. Letzterer erläuterte dabei ausführlich die Philosophie, die bei der Spielvereinigung hinter so manchem Transfer steckt. "Ich hoffe, dass das Ganze am Ostermontag ausschließlich auf sportlicher Basis abläuft. Wir wollen uns am Endes Tages alle in die Augen schauen können", lautet der Wunsch von Recht.

Wobei er damit bei Bafra offene Türen einrennt: "Ja, es ist ein besonderes Spiel. Es geht aber nicht um Leben oder Tod, sondern nur um einen Spitzenplatz in einer Kreisliga." Dabei äußert Bafra eine Bitte an alle Fans und Beteiligten: "Es soll ein anständiges Derby werden. Mein größter Wunsch ist, dass diejenigen Spieler, die die Seiten gewechselt haben oder wechseln werden, fair behandelt werden."

Karten neu gemischt

Fairness hin, Sportlichkeit her – natürlich werden im Gipfeltreffen auch wichtige Punkte verteilt. Und da möchte jede Partei das Spielglück unbedingt auf ihre Seite ziehen. "Ich habe großes Vertrauen in meine Mannschaft", sagt SpVgg-Trainer Thomas Baier, der weiß, dass jetzt die Wochen der Wahrheit anbrechen: "Am Donnerstag gegen Kohlberg, dann Grafenwöhr, Auerbach; Haidenaab und Eslarn. In der Hinrunde haben wir in diesen fünf aufeinanderfolgenden Spielen nur fünf Punkte geholt." Dass nach dem Grafenwöhrer Sieg zuletzt in Auerbach die Karten neu gemischt sind, ist Baier klar: "Vor der Winterpause waren vor allem wir der Jäger auf Platz eins. Jetzt ist ein Trio mittendrin im Titelkampf."

Wer hat aber nun die besseren Karten für den Schlager? "Trabitz will unbedingt in die Bezirksliga. Die haben mehr Druck als wir", glaubt Bafra. Gleichwohl habe der Triumph in Auerbach das Selbstbewusstsein seiner Mannschaft noch mal gestärkt: "Die Spieler wissen: Sie können jetzt da oben ein Wörtchen mitreden." Ein Vorhaben, dass die Gäste unbedingt verhindern wollen. "Ich tippe auf einen knappen Sieg für uns", wagt Baier eine optimistische Prognose. Im Hinrundenspiel hatten sich beide Kontrahenten vor 650 Zuschauern torlos getrennt.

Derby in Tremmersdorf

Natürlich wird auch auf den anderen Plätzen der Kreisliga gespielt. Dabei stellt sich die Frage: Lässt sich der lange Zeit so souverän auftretende SV 08 Auerbach bei seinen österlichen Aufgaben gegen den FC Vorbach und beim ASV Haidenaab die nächsten faulen Eier ins Nest legen? Um wichtige Punkte im Abstiegskampf geht es in Doppeleinsätzen für das abstiegsgefährdete Trio SV Kohlberg, SC Kirchenthumbach und SC Eschenbach. Letzterer gastiert am Montag zum zuschauerträchtigen Derby beim FC Tremmersdorf. "Auch wenn wir eine gute Nachbarschaft zum SC Eschenbach pflegen, wird es keine Geschenke geben", kündigt FC-Coach Robert Schäffler an. "Das gebietet schon die Fairness gegenüber anderen Mannschaften."

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Grafenwöhr19.03.2026
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