09.09.2020 - 15:07 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Hilfeschrei der Eishockey-Oberligisten

"Es ist fünf vor Zwölf." Die 26 Drittligisten malen in einer gemeinsamen Pressemitteilung ein düsteres Bild. Sie hoffen auf Unterstützung durch die Politik. Finanzielle Hilfe sei unbedingt nötig.

Die 26 Eishockey-Oberligisten bangen um ihre Existenz.
von Externer BeitragProfil

26 Eishockey-Drittligisten stehen vor dem Aus und damit circa 1400 Mitarbeiter der Vereine vor einer ungewissen beruflichen Zukunft. Ebenso wird der Nachwuchssport mit über 6000 Kindern ein Ende finden, wenn die Interessen und Nöte des Sports politisch weiterhin nicht hinreichend berücksichtigt werden. Dieses düstere Bild malen die Klubs der Oberligen Süd und Nord in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

750 000 Zuschauer pro Saison

Im Gegensatz zu der Betrachtungsweise seitens der politischen Entscheidungsträger, dass Profisport nur innerhalb der beiden höchsten Spielklassen einer Sportart betrieben wird, handelt es sich auch in der Eishockey-Oberliga mit ihren 26 Mannschaften zum überwiegenden Teil um Profisport, den bislang pro Saison etwa 750 000 Zuschauer live im Stadion erleben.

Fast 25 Millionen Euro Umsatz

Der größte Teil der Spieler, Trainer und Angestellten bestreiten ihren Lebensunterhalt mit dem Eishockeysport. Insgesamt mehr als 1400 Beschäftigungsverhältnisse und ein Umsatz von fast 25 Millionen Euro an Wirtschaftskraft drohen verloren zu gehen, von denen Lieferanten wie Caterer, Ausrüster, Sicherheitsdienste und viele andere profitieren.

Unverständlich bleibt bis zum heutigen Tag, warum die Vereine der Eishockey-Oberligen bei diesen Zahlen nicht in das 200-Millionen-Euro-Hilfspaket des Bundes für den Profisport aufgenommen wurden. Fußballvereine der 3. Liga, die unter ähnlichen Rahmenbedingungen arbeiten, dagegen schon. Ohne Zuschauer und ohne verbindliche Zusagen für finanzielle Unterstützungen ist ein Spielbetrieb in der unmittelbar bevorstehenden Saison 2020/21 nicht möglich. Bereits jetzt nehmen die Vereine, die aufgrund des nahenden Saisonstarts mit dem Training und den damit entstehenden Kosten starten mussten, ein großes finanzielles Risiko auf sich.

Das Fehlen der Einnahmen aus dem Oberliga-Spielbetrieb würde auch zwangsweise das Ende des Nachwuchs-Eishockeysports an den Standorten bedeuten. Etwa 6400 Kinder und Jugendliche, die in den Oberliga-Vereinen nicht nur das Eishockeyspielen erlernen, sondern auch soziale Kompetenz und gesellschaftliche Werte vermittelt bekommen, würden ohne lebensnotwendige Unterstützung der Politik sich selbst überlassen bleiben.

Alle Mannschaften der Oberliga stehen klar zu ihrer Verantwortung für die Allgemeinheit, akzeptieren die Notwendigkeit von Hygienemaßnahmen und haben individuelle Konzepte vorgestellt, die einen Spielbetrieb auch in Coronazeiten mit Zuschauern ermöglichen, wie dies bereits bei Kulturveranstaltungen, Messen, etc. geschieht. Leider scheinen diese Hygienekonzepte bislang keine Beachtung zu finden.

Vier Forderungen der Vereine:

Die EU-Beihilferichtlinie muss an Rahmenbedingungen des Sports angepasst werden.

Finanzielle Einbußen durch fehlende Zuschauer müssen ausgeglichen werden.

Hygienekonzepte müssen tatsächlich durch die zuständigen Behörden geprüft und dürfen nicht mehr pauschal abgelehnt werden.

Die Entscheidungen seitens der Politik müssen den Vereinen dringend zeitnah vorliegen.

Puck liegt bei der Politik

Der Puck liegt nun bei der Politik. Sie muss entscheiden, ob sie das Eishockey und die Vereine der Oberliga sterben lassen will oder eine Perspektive bieten kann. Die Zeit drängt, denn die 26 Teams sind auf umgehende Entscheidungen dringend angewiesen.

Für Sie empfohlen

 

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.