25.04.2021 - 18:25 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Jahrzehntelang eine Institution bei der SpVgg Weiden: Charly Aldermann gestorben

Von vielen Fußballern wurde er "Mister Bayernliga" genannt. Eine Bezeichnung, in der Respekt und Anerkennung mitschwingt. Nun ist Karl-Heinz Aldermann nach langer Krankheit im Alter von 69 Jahren gestorben.

Karl-Heinz "Charly" Aldermann.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Wäre die ruhmreiche Vereinsgeschichte der SpVgg Weiden die selbe ohne das Wirken und Schaffen eines Karl-Heinz Aldermann? Es ist zwar eine hypothetische Frage, die Antwort darauf kann aber dennoch nur lauten: Wahrscheinlich nicht.

Der "Charly", wie ihn seine Freunde, Bekannte und eigentlich alle Fußballer in der Region gerufen haben, war über Jahrzehnte hinweg eine Institution bei der SpVgg Weiden. In seiner aktiven Zeit trug er selbst mit Stolz das Trikot der Schwarz-Blauen, ehe er 1978 einen Rollenwechsel vollzog. Zunächst sprang er als Betreuer der zweiten Mannschaft ihn die Bresche, wenig später trat er die Nachfolge von Spartenleiter Werner Badhorn an. Ein Amt, das er zunächst unter dem legendären SpVgg-Präsidenten Gustl Hegner, später dann auch unter Günther Zwick mit aller Leidenschaft ausübte. „Er hat seine Arbeit als Spartenleiter hervorragend erledigt. Das Metier hat er aus dem Effeff beherrscht“, würdigte Zwick den Verstorbenen. "Er war da mit allen Wassern gewaschen."

Lange benötigte Aldermann nicht, um sich in seine Aufgabe rund um den Spielbetrieb einzuarbeiten. Bald wusste er um die Kniffe bei Vertragsverhandlungen mit Spielern und kannte die Statuten des Bayerischen Fußballverbandes beinahe in- und auswendig. Aldermann sah eine Unmenge von Trainern am Weidener Wasserwerk kommen und gehen. Karel Finek, Aki Schmidt, Hans Greben oder auch Horst Will sind nur einige der bekanntesten Namen, mit denen er beim ehemaligen Eisenbahnersportverein zusammenarbeitete. Als einen seiner "glücklichsten Momente" hatte er einst den Bayernligaaufstieg in der Saison 1987/88 bezeichnet, als die SpVgg Weiden in einem Kopf-an-Kopf-Rennen die Landesliga-Meisterschaft vor dem FC Miltach errang. Und wer Aldermann kannte, versteht, dass ihn eine Negativserie besonders wurmte: In der Saison 2004/05 führten 17 Niederlagen in Serie zum schmerzhaften Abschied aus der Bayernliga.

Es passt zu einem im positiven Sinne erfolgsbesessenen Funktionär, dass sich Aldermann nach fast 28 Jahren mit einem sportlichen Triumph als Spartenleiter verabschiedete. Als 2006 der Wiederaufstieg ins bayerische Oberhaus gelang, räumte er seinen Platz auf der Bank und wechselte unter Michael Fritsch in die Führungsriege des Vereins. Vier Jahre lang stand er als 2. Vorsitzender zur Verfügung, ehe er Anfang 2010 nach strukturellen Veränderungen im Verein einen Schlussstrich unter das Kapitel SpVgg Weiden zog. Eine neue Aufgabe bekam "Charly" beim VfB Rothenstadt. Dessen Fußballabteilung fand er als Trümmerhaufen vor und brachte sie wieder auf Vordermann.

In den letzten Jahren verschlechterte sich sein Gesundheitszustand merklich. Seinen Lebensabend verbrachte er in einem Seniorenheim in Altenstadt/WN, wo er am Freitagabend verstarb.

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