05.07.2019 - 17:23 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Katastrophen-Ironman macht Richthammer glücklich

"Aufgeben ist keine Option", ist ein geflügeltes Wort unter Triathleten. Bei der Ironman-Europameisterschaft füllte der Weidener Lothar Richthammer diese Phrase mit Leben. Und er wurde reich belohnt.

Lothar Richthammer beim Ironman Frankfurt vor der Skyline der Bankenstadt
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Lothar Richthammer hat beim Ironman Frankfurt dreifach bewiesen, dass er für die WM auf Hawaii bereit ist. Als Dritter der Altersklasse AK 60 sicherte er sich die sportliche Quali, bei extrem heißen, windigen Bedingungen bewies er auch die nötige Hitzeresistenz. Und angesichts des laut Richthammers "katastrophalen Rennverlaufs" lieferte auch sein Kopf eine WM-würdige Leistung.

Der Sportler vom Laface-Team Weiden war mit der klaren Zielvorgabe "Hawaii-Quali" gegen 6.40 Uhr in den Langener Waldsee gestartet. Wegen der hohen Wassertemperatur galt dort Neopren-Verbot. Dass das Fehlen der Schwimmhilfe die Sache nicht einfacher machen würde, war dem eher schwachen Schwimmer klar. Dass die ersten 3,8 Kilometer aber so miserabel verlaufen, war nicht vorherzusehen: "Ein einziges Desaster", sei das Schwimmen gewesen, sagte Richthammer. 1:48 Stunden Schwimmzeit bedeuteten einen beinahe uneinholbaren Rückstand auf die beiden Quali-Plätze.

Hoffnung keimt auf

Aufgeben war keine Option, denn nun standen Richthammers starke Disziplinen bevor. Und tatsächlich lief es auf dem Radkurs gut für ihn und seine neue Cube-Maschine. Als es aber immer heißer und windiger wurde, sank die Durchschnittsgeschwindigkeit, während die Anstrengung stieg.

5:43 Stunden bedeuteten die drittschnellste Radzeit in der Altersklasse für Strecke, die mit 185 Kilometern rund 5 Kilometer länger ist als üblich. Richthammer hatte Boden gut gemacht, und "so keimte Hoffnung auf, dass es am Ende vielleicht doch noch ein guter Tag werden könnte", sagte Richthammer rückblickend. Die Hoffnung zerschlug sich schnell. Vorbelastung und Hitze setzten dem sonst guten Läufer zu. Statt sich nach vorne zu laufen, zeichnete sich ein frühes Ende ab: "Bei Kilometer 12 ging nichts mehr, Speicher leer, Kopf und Beine wollten nicht mehr."

Alte Bekannte

Während er nur noch langsam gehen konnte, habe er eine Bekannte an der Strecke bemerkt, die ihn anfeuerte, erzählt Richthammer. Von ihr habe er auch erfahren, dass er auf Platz drei seiner AK liege, die Hawaii-Quali in Reichweite. Offensichtlich musste nicht nur Richthammer leiden.

Das habe ihm neue Motivation gegeben, sich über die verbleibenden 30 Kilometer zu quälen. Tatsächlich liest sich eine Marathonzeit von 4:24 Stunden für den starken Läufer nicht überragend. Und doch ist der Weidener stolz darauf. 12:05 Stunden bedeuteten am Ende des Wettkampfs Platz drei in der AK. Weil der Sieger sein Hawaii-Ticket bereits in der Tasche hatte, folgte bei der sogenannten "Slotvergabe" am Tag nach dem Wettkampf das totale Happy End eines verkorksten Wettkampfs. Richthammer ist nun sowohl für die Ironman-WM auf der Halbdistanz in Nizza im September als auch für Hawaii im Oktober qualifiziert.

Dietrich Achter:

Neben Richthammer war mit Frank Dietrich ein weiterer Nordoberpfälzer in Frankfurt am Start. Auch der Sportler vom SC Eschenbach trotzte der Hitze. Am Ende stand mit Platz 8 ein Topten-Finish in der AK 55. Dietrich war nach 11.14 Stunden im Ziel. Er schwamm 1.14 Stunden, fuhr 5.43 Stunden Rad und lief den Marathon in 4.06 Stunden.

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