28.04.2020 - 14:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Kein Wort zum Sport: Gino Lettieri

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Er trainierte den SV Wehen, Arminia Bielefeld und den FC Augsburg. Der Ex-Trainer der SpVgg SV Weiden verrät, was ihm an Hawaii gefällt, warum er sich mit Putin unterhalten würde und welches Auto er sich mit 19 Jahren geleistet hat.

Gino Lettieri.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Gino Lettieri ist einer der profiliertesten Fußballtrainer in der Region. Der 53-Jährige stieg mit dem FC Augsburg, der SpVgg Bayreuth und der SpVgg Weiden jeweils in die Regionalliga auf, ehe er ins Profigeschäft wechselte. SV Wehen, Arminia Bielefeld, MSV Duisburg und FSV Frankfurt lauteten hier die Stationen. Zuletzt trainierte der Fußball-Lehrer gut zwei Jahre lang (bis September 2019) den polnischen Erstligisten Korona Kielce. Lettieri wohnt in Bayreuth und ist zweifacher Familienvater.

ONETZ: Wo möchten Sie gerne leben?

Gino Lettieri: Am liebsten auf der Insel Maui auf Hawaii. Ich war bislang drei Mal dort und jedes Mal hat mich beeindruckt, wie gechillt dort die Leute sind. Da geht es im Alltag nicht so verbissen zu wie bei uns.

ONETZ: Was sind Ihre persönlichen Stärken?

Gino Lettieri: Ich denke, Entschlossenheit und Beharrlichkeit. Wenn ich mir im Kopf ein Ziel setze, dann lasse ich nicht locker und versuche es - so lange es irgendwie möglich ist - zu erreichen.

ONETZ: Was war Ihr größter Fehler?

Gino Lettieri: Mir fällt da zuerst der Verkehrsunfall ein, als ich mit 16 Jahren von einem Auto überfahren wurde und mir eine schwere Knieverletzung zuzog. Ich wurde viermal operiert, war zweieinhalb Jahre verletzt und musste meine Hoffnungen auf eine Profikarriere begraben. Und das alles, weil ich einen Auftrag meiner Mutter nicht sofort ausgeführt habe. Ich war deswegen zum falschen Zeitpunkt an der falschen Stelle.

ONETZ: Wer wollten Sie als Kind sein?

Gino Lettieri: Gianni Rivera, ein ehemaliger italienischer Fußball-Nationalspieler. Er schoss bei der WM 1970 in Mexiko im Halbfinale gegen Deutschland in der Verlängerung den 4:3-Siegtreffer für Italien. Aber er war nicht deswegen mein Idol, sondern weil er ein feiner Techniker war. Zudem hatte er meine Statur und spielte auf der gleichen Position im zentralen Mittelfeld wie ich. Das hat mich inspiriert.

ONETZ: Was war Ihr schlimmster/bester Schulstreich?

Gino Lettieri: Ich spielte ja bereits mit elf Jahren beim TSV 1860 München. Da habe ich in der Schule halt mein Zeug erledigt und ansonsten nur an Fußball gedacht. Einmal musste ich aber doch nachsitzen. Wir haben manchmal mit Kakaobeuteln im Schulgebäude Fußball gespielt. Einmal platzte so ein Beutel und der Inhalt landete an einer Wand. Das gefiel unserem Lehrer gar nicht.

ONETZ: Mit welchem Promi würden Sie gerne mal einen Kaffee trinken?

Gino Lettieri: Mit Wladimir Putin, dem russischen Präsidenten. Und zwar nicht, weil ich ihn so sehr bewundere. Vielmehr würde ich gerne von ihm wissen, wie es ihm gelungen ist, über einen so langen Zeitraum eine solche Machtfülle aufzubauen.

ONETZ: Welchen Satz hassen Sie am meisten?

Gino Lettieri: Wenn jemand kategorisch sagt: "Das geht nicht". Das bringt mich auf die Palme.

ONETZ: Was haben Sie sich von Ihrem ersten Gehalt/Ihrer ersten Siegprämie gekauft?

Gino Lettieri: Ich habe schon mit jungen Jahren viel gespart. Statt Sachgeschenke wollte ich viel lieber Geld. Mit 19 Jahren habe ich mir dann mein damaliges Traumauto leisten können und einen Golf Cabriolet gekauft.

ONETZ: Bei welcher Nachspeise können Sie einfach nicht widerstehen?

Gino Lettieri: Ich liebe grundsätzlich Nachtisch. Ich brauche gar kein Hauptgericht, sondern ernähre mich am liebsten von Vor- und Nachspeisen. Ein Obstsalat oder selbst gemachtes Tiramisu, damit kann man mich glücklich machen. Oder ein leckerer Kaiserschmarrn nach dem Skifahren. Ein Traum.

ONETZ: Welche Fernsehsendung ist für Sie Pflicht, bei welcher schalten Sie sofort weg?

Gino Lettieri: Natürlich schaue ich Sport, aber hier nur die Highlights. Das normale Champions-League-Spiel zwischen den Bayern und Malmö verfolge ich nicht. Mich interessieren Fußballspiele im TV vor allem dann, wenn es um taktische Varianten, gegensätzliche Spielsysteme geht. Was mich aktuell nervt, sind die vielen unterschiedlichen Expertenmeinungen in der Coronakrise. Es wäre wichtig, sich auf ein gemeinsames Konzept zu einigen, zumal die Welt in einer schwierigen Situation ist. Es muss sich was verändern, es kann nicht immer nach dem Motto "schneller, höher, weiter" gehen.

ONETZ: Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Gino Lettieri: Die Natur genießen, am Strand liegen, im offenen Meer baden gehen. Da kann ich richtig runterfahren und Energie auftanken.

ONETZ: Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich ...

Gino Lettieri: ... meinen Unfall als Jugendlicher rückgängig machen. Ich weiß nicht, ob es zum richtig guten Profifußballer gereicht hätte. Vielleicht hätte ich auch nur in der 3. Liga gespielt. Das konnte ich aber nie herausfinden, das ist eine der größten Lücken in meinem Leben.

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