04.06.2021 - 17:19 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Kommentar zur Eishockey-WM: Dieser deutschen Mannschaft ist der große Wurf zuzutrauen

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Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat bei der WM in Lettland das Halbfinale gegen Finnland erreicht. Das Team von Bundestrainer Toni Söderholm ist noch einen Sieg von der ersten WM-Medaille seit 68 Jahren entfernt.

Deutschlands Spieler springen nach Spielende über die Bande aufs Eis. Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft gewann das Viertelfinale gegen die Schweiz 3:2 nach Penaltyschießen und spielt damit um die erste WM-Medaille seit 1953.
von Rudolf Gebert Kontakt Profil
Kommentar

Die Eishockey-Weltmeisterschaft 2021 in Lettland wird in Erinnerung bleiben – und das nicht nur wegen Corona. Während die großen Eishockey-Nationen Schweden, Tschechien und Rekord-Weltmeister Russland nicht mehr im Rennen um die Medaillen dabei sind, steht die bisher so großartig aufspielende deutsche Mannschaft nach dem 3:2-Erfolg nach Penaltyschießen gegen die Schweiz im Halbfinale.

Das Erreichen der Vorschlussrunde hat für das Team von Bundestrainer Toni Söderholm historische Ausmaße. Bei bisher 64 WM-Teilnahmen war meist der Klassenerhalt das oberste Ziel, der Sprung ins Viertelfinale das Höchste der Gefühle. Der größte Erfolg ist der Gewinn der Silbermedaille 1953. Allerdings waren damals nur vier Mannschaften am Start und die Tschechoslowakei war disqualifiziert worden. Das Halbfinale erreichten die Deutschen bisher nur bei der Heim-WM 2010. Damals reichte es nach dem 1:2 gegen Russland und dem 1:3 im Spiel um Platz drei gegen Schweden zu Platz vier.

In Lettland fehlt zwar Superstar Leon Draisaitl, doch das hat diese verschworene deutsche Truppe hervorragend kompensiert. „Der Star ist die Mannschaft“, ist zweifellos eine treffende Bezeichnung. Das charakterstarke Team hat Rückschläge weggesteckt und nie aufgegeben, wie nach dem 0:2-Rückstand im Viertelfinale gegen die Schweiz. Mit beeindruckendem Kampfgeist und großer Leidenschaft haben sich Kapitän Moritz Müller, Topscorer Marcel Noebels und Co. in die Herzen der deutschen Eishockey-Fans gespielt.

Und auch die Region kann mit Stolz Richtung Riga blicken. Immerhin gehört mit NHL-Profi Dominik Kahun von den Edmonton Oilers einer zum Team, der schon in der Oberpfalz dem Puck hinterherjagte. Von 2005 bis 2007 stürmte der 25-Jährige für den Nachwuchs des 1. EV Weiden. Gegen die Schweiz glänzte Kahun neben Noebels als erfolgreicher Penalty-Schütze.

Natürlich ist das DEB-Team im Halbfinale gegen Finnland ebenso Außenseiter, wie im nächsten Match - egal ob Spiel um Platz drei oder Endspiel - gegen die USA oder Kanada. Da alle vier Halbfinalisten aus der Vorrunden-Gruppe B kommen, sind die Gegner schon bekannt. Die Spiele gegen Kanada (3:1), die USA (0:2) und Finnland (1:2) haben gezeigt, dass diese deutsche Mannschaft den Favoriten Paroli bieten kann. Deshalb ist ihr in Riga der große Wurf durchaus zuzutrauen. Vielleicht sogar ein noch größerer Wurf als Olympia-Silber 2018 in Pyeongchang.

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Plößberg

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