15.10.2020 - 21:31 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Leichtsinn im privaten Bereich?

Nach Bekanntwerden der Flut an Corona-Infektionen beim Eishockey-Oberligisten Blue Devils Weiden wird gerätselt, wo der Ursprung für den Ausbruch liegen könnte. Am Donnerstag kam ein weiterer positiver Fall hinzu.

Franz Vodermeier, Geschäftsführer der Blue-Devils-Spielbetriebs-GmbH..
von Rudolf Gebert Kontakt Profil

Die Hans-Schröpf-Arena ist geschlossen, der Trainingsbetrieb der Blue Devils und der Nachwuchsteams ruht, die Spieler sowie Personen aus dem Umfeld sind in häuslicher Quarantäne: Am Tag nach der Bekanntgabe von 15 bestätigten Corona-Fällen in der ersten Mannschaft und einigen in der U17 und U20 konnte Franz Vodermeier zumindest ein bisschen aufatmen. "Es gibt keine weiteren positiven Tests in der ersten Mannschaft", sagte der Geschäftsführer der Blue-Devils-Spielbetriebs-GmbH am Donnerstag. Ungetrübt blieb die Freude allerdings nicht, denn Thomas Siller, der Vorsitzende des 1. EV Weiden, meldete "einen weiteren Fall in der U20".

Hygienekonzept wurde geprüft

Unterdessen läuft die Suche nach möglichen Ursachen, wie es zu dem massiven Ausbruch kommen konnte. Am Hygienekonzept (siehe Hintergrund) könne es eigentlich nicht liegen, meint Vodermeier. "Das Ordnungsamt der Stadt Weiden hat das Konzept nicht nur einmal geprüft und für gut befunden." Es werde jetzt erneute Prüfungen geben.

Was war dann die Ursache für die Ausbreitung? War es die Vermischung der Mannschaften beim Training? War es die Einreise der tschechischen Spieler, nachdem das Nachbarland schon länger als Risikogebiet gilt? Oder war es einfach nur Leichtsinn der Spieler im privaten Bereich?

Fitnessstudio und private Treffen

Letzteres hält Vodermeier für die wahrscheinlichste Ursache. "Natürlich sind die Spieler im Stadion eng zusammen. Aber außerhalb des Stadions gibt es andere Herde. Vielleicht sind die Spieler im Privaten nicht so vorsichtig, das kann man aber nicht überprüfen." Und da nennt der GmbH-Geschäftsführer zwei Beispiele: "Die Spieler gehen auch ins Fitnessstudio und dort wird in der Regel ohne Maske trainiert. Zudem gab es private Treffen zum besseren Kennenlernen."

Natürlich könne gerade in Corona-Zeiten auch die Vermischung der Mannschaften eine Rolle spielen. Spieler der U17 trainieren mit der U20 und helfen bei den Spielen aus, wie am vergangenen Wochenende bei den beiden Partien in Peiting. Akteure der U20 sind im Oberliga-Team mit eingeplant und trainieren deshalb regelmäßig mit der ersten Mannschaft. "Natürlich stellt das eine Gefahr dar", sagt Vodermeier, der dieses Vorgehen aber aus sportlicher Sicht verteidigt: "Das ist ein notwendiger Schritt im Sinne der Förderung und Entwicklung der jungen Spieler."

Hintergrund:

Wesentliche Punkte aus dem Hygienekonzept

Für die Hans-Schröpf-Arena wurde ein Hygienekonzept erstellt. Das Ordnungsamt Weiden hat das Konzept zweifach geprüft. Hier die wichtigsten Punkte, die den Trainingsablauf der Eishockey-Mannschaften betreffen.

A-H-A-Regel

Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmaske tragen: Abstand ist das oberste Gebot, strenge Hygieneregeln und Maskenpflicht. Die Maskenpflicht gilt auch bei den Spielern. Erst wenn der Helm aufgesetzt wird, darf die Maske abgenommen werden.

Kabinen

Die erste Mannschaft ist auf drei Kabinen aufgeteilt. Der Abstand beträgt immer mehr als 1,5 Meter. Auch bei den Jugendmannschaften wird der Abstand eingehalten.

Desinfektion

Nach jedem Training jeder Mannschaft werden die Kabinen, die Duschen (in der Regel sind pro Kabine nur eine beziehungsweise zwei Duschen aktiv) und auch die Toiletten desinfiziert.

Vorgabe für die Spieler

Die klare Vorgabe an alle Spieler ist, egal bei welchen Symptomen, das Stadion nicht zu betreten und sofort den Arzt aufzusuchen. (gb)

Hohe Zahl an Corona-Infektionen

Weiden in der Oberpfalz

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