Superstar, Dirkules, German Wunderkind: Jetzt zu seinem Karriereende werden sie noch einmal herausgekramt, die Superlative, die Dirk Nowitzki zwei Jahrzehnte lang begleitet haben. Auch die Basketballer in der Region verneigen sich vor einem außergewöhnlichen Sportler und Menschen.
"Er ist ein absolutes Idol. So einen Jahrhundertspieler wie ihn wird es so schnell nicht mehr geben", sagt Stefan Merkl, Trainer des Regionalligisten DJK Neustadt, über die Nummer "41" der Dallas Mavericks. Kein deutscher Basketballer sei so populär, keiner habe so viel erreicht. "Nowitzki hat den deutschen und vor allem den bayerischen Basketball in die Welt gebracht", würdigt Merkl die Verdienste des Würzburgers. Als Koordinator Nachwuchsförderung beim Bayerischen Basketballverband hält Merkl fast täglich das Konterfei Notwitzkis in Händen: "Er ist auf dem Spielabzeichen des Deutschen Basketballbundes abgebildet, das ich unseren jungen Spielern übergebe." Für den Nachwuchs habe Nowitzki eine "überragende Vorbildfunktion."
"Schade" findet es Christoph Kemptner, dass die Leistungen eines Nowitzki unter Nicht-Basketballern nicht ausreichend Anerkennung finden: "Wir sind nun mal eine Fußballer-Gesellschaft". Er selbst sei auch Fußball-Fan, und zwar von Borussia Dortmund. "Nowitzkis Karriereende fühlt sich für mich an wie zehn 0:5-Niederlagen des BVB bei den Bayern". Bodenständigkeit, Fleiß, Willenskraft, diese Eigenschaften hätten Nowitzki zum Superstar gemacht: "Mit Talent alleine schaffst du das nicht." Der ehemalige Regionalligaspieler und Ex-Trainer des TV Amberg erinnert an die vielen "Extraschichten", die Nowitzki gefahren hat: "Der ist im Handstand durch die Halle, um sein Schultergelenk zu kräftigen und zu stabilisieren."
"21 Jahre in der NBA beim selben Verein, das ist einmalige Kontinuität", schwärmt Thomas Ruhland. Der Coach der BG Sulzbach-Rosenberg lobt vor allem den "unbändigen Willen" Nowitzkis: "Der hat, wenn's nötig war, immer wieder seinen Wurf umgestellt und verbessert." Zweimal hat Ruhland das deutsche Basketball-Genie selbst live erlebt, und zwar beim Supercup in Bamberg: "Er hat immer die Nähe zu den Fans gesucht, Autogramm gegeben ohne Ende." Dass Nowitzki bei den Olympischen Spielen 2008 zum Fahnenträger bestimmt wurde, habe "gezeigt, welchen Stellenwert er für den deutschen Sport besitzt."
Fast schon ein Privileg kann Michael Meier für sich in Anspruch nehmen. Der Schulleiter der Hans-Scholl Realschule Weiden hat in seiner aktiven Zeit gegen Nowitzki gespielt, und zwar als Zweitligist Baskets Weiden in der Saison 1994/95 gegen die DJK Würzburg ran musste und 70:87 verlor. "Schmächtig"", hat Meier den damals 16-jährigen Nowitzki in Erinnerung. "Wenn er verteidigen musste, war es relativ einfach, ihn wegzudrücken. Aber wenn er den Ball hatte, dann hat man sein Talent gesehen. Der hatte einen wahnsinnig schnellen ersten Schritt." Meier imponiert, dass Nowitzki bei den Mavericks auf viele Millionen Dollar verzichtete, nur um Dallas die Verpflichtung von Verstärkungen zu ermöglichen. Jahrhundertspieler sei ein großes Wort, so Meier, aber Nowitzki ist zweifellos "eine Hausnummer".












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