03.06.2020 - 15:30 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Oberpfälzer Aufstiegshelden bei Haspo Bayreuth

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Der Aufstiegstraum wird zunächst in Grund und Boden gerechnet. Doch die Bayreuther Bayernliga-Handballer dürfen doch noch jubeln. Auch dank kräftiger Unterstützung aus der Oberpfalz.

Klare Ansagen: Trainer Michael Werner (Mitte) und sein Kollege Matthias Brückner dürfen mit Haspo Bayreuth doch noch den Aufstieg in die 3. Liga feiern.
von Josef Maier Kontakt Profil

In Corona-Zeiten kann es nicht schaden, mathematisch auf ein gutes Fundament zurückgreifen zu können. Nach Saisonabbrüchen wegen der Pandemie wurden im Handball die Abschlusstabellen mit der Quotientenregel errechnet. Und da dreht sich durchs Dividieren und Multiplizieren der Punkte der Tabellenstand schon mal um. So war es auch bei den Handballern von Haspo Bayreuth, die bei Abbruch der Spielzeit in der Bayernliga Spitzenreiter waren, nach der Rechnerei aber nur noch Zweiter. "Egal, was vorher war", sagt Michael Werner jetzt. "Wichtig ist, dass die Mannschaft doch noch aufgestiegen ist." Vor wenigen Tagen gab es vom Deutschen Handballbund die Bestätigung, dass auch die Oberfranken kommende Saison eine Etage höher spielen. "Die Freude war schon groß", beschreibt der 39-Jährige das Szenario. "Aber es ist eine andere Freude, als wenn man in der Halle nach einem Spiel den Aufstieg feiert."

Zwei Punkte verloren

Michael Werner, der aus einer Weidener Handballerfamilie stammt, hat in Bayreuth mit seinem Trainerkollegen Matthias Brückner über vier Jahre ein Team geformt, das zu Höherem berufen ist. Die Oberfranken waren im Saisonverlauf auf dem besten Wege Richtung 3. Liga. 29:9 Punkte hatten sie auf dem Konto, als das Coronavirus auch den Sport stoppte. 28:8 Punkte der VfL Günzburg. Nach der Quotientenregel war auf einmal aber der schwäbische Ex-Bundesligist vorne. "Wir hatten einen Einspruch laufen", sagt Werner und erläutert den Sachverhalt. Die TG Heidingsfeld hatte nach der Bayernliga-Vorrunde ihr Team zurückgezogen: Bayreuth hatte sein Spiel gegen die Heidingsfelder gewonnen, Günzburg verloren. Die beiden Partien fielen aber aus der Wertung, womit Haspo zwei Zähler verlorengingen. Zunächst ärgerte sich Werner, dessen Vater Ernst auch schon einmal Trainer in Bayreuth war, über den Verband wegen dieser Sache, "aber jetzt ist alles gut". Neben Günzburg steigt auch Bayreuth auf. Möglich macht das die coronabedingte Erweiterung der vier dritten Ligen auf jeweils 18 (vorher 16) Teams. Auch wenn der Aufstieg nur am Grünen Tisch perfekt gemacht wurde, der Zeitpunkt der Bekanntgabe war dennoch ein schöner. Werner: "Wir hatten gerade eine Videokonferenz mit der Mannschaft, als wir die Nachricht erhielten."

Künftig andere Prioritäten

Keine allzu guten Nachrichten erhielt Haspo (Handballsportverein) schon während der laufenden Saison. Denn Werner und Brückner erklärten, dass sie am Saisonende aufhören werden. "Das war keine emotionale Entscheidung von mir", sagt Werner, der mit seiner Partnerin in Weiden wohnt. "Aber es war eine brutal schwere Entscheidung, diese Mannschaft herzugeben." Als Lehrer für Deutsch und Sport arbeitet er am Gymnasium Eschenbach. Künftig will er seine Prioritäten etwas anders setzen. "Ich mache das mit dem Handball seit mehr als 20 Jahren sehr intensiv", erklärt er. Als Trainer und vorher auch als Spieler bei der HSG Fichtelgebirge, auch schon bei Haspo, in Coburg (2. Liga) und in Auerbach (3. Liga). Oft stand er dabei auch mit seinem Bruder Matthias (35) auf dem Parkett.

Garantiert noch Aufstiegsfete

In den vier Jahren als Trainer in Bayreuth hat Werner viel erlebt: "Wir haben da eine sehr junge, talentierte Mannschaft zusammengestellt." Die Entwicklung dieses Teams sei noch lange nicht abgeschlossen, der Klassenerhalt mit dem neuen Trainer Matthias Bracher "definitiv machbar". Die Oberfranken bauen dabei auch auf einige Oberpfälzer. Nicht nur der Trainer, auch Lars Baldauf (Weiden), Daniel Luber (Sulzbach-Rosenberg) oder David Klima (Auerbach) tragen das Haspo-Trikot. Werner ist ganz zufrieden mit dem, was entstanden ist. Eines arbeitet aber dann doch noch in ihm. "Nein, so können wir das nicht stehenlassen", sagt er und meint damit die bisher ausgefallene Aufstiegsfeier. Garantiert wird es, sobald es möglich ist, bei den Bayreuther Handballern heißen: Hoch die Tassen - aber so richtig.

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Die Quotientenregel

Die Quotienregel zur Ermittlung der Tabellenstände wird hergenommen , um um die Leistungen von Teams, die bisher unterschiedlich viele Spiel absolviert haben, vergleichbar zu machen. Dabei werden die erreichten Punkte durch die Anzahl der absolvierten Spiele dividiert und das Ergebnis mal 100 genommen. Haspo Bayreuth hatte bei Saisonabbruch in der Bayernliga 19 Spiele absolviert (29:9 Punkte), der VfL Günzburg 18 Spiele (28:8 Punkte). Bayreuth kam auf eine Summe von 152,63, Günzburg auf 155,56 und wurde somit zum Meister erklärt. (mr)

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