21.10.2019 - 00:19 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Ovationen der Fans für "Waldi"

0:6 verlieren die Blue Devils am Freitag, doch das war zweitrangig. Die Fans jubeln einem Mann zu, der nicht mehr das Weidener Trikot überstreift. Verein und Anhänger bereiten Marcel Waldowsky einen gebührenden Abschied.

Die Blue Devils haben am Freitagabend Marcel Waldowsky, der wegen einer Knieverletzung seine Karriere beenden musste, gebührend verabschiedet. Von links: Tobias Hacker (2. Vorsitzender 1. EV Weiden), Alexandra Schröpf (Leiterin Sponsoring), Marcel Waldowsky, Thomas Siller (1. Vorsitzender 1. EV Weiden), „Waldis“ Sohn Tim und seine Lebensgefährtin Kathrin Schätzler sowie Franz Vodermeier (Geschäftsführer der Blue-Devils-Spielbetriebs-GmbH).
von Rudolf Gebert Kontakt Profil

Die Nachricht vom Karriereende von Rekordspieler Marcel Waldowsky schlug kurz vor dem Saisonstart wie eine Bombe ein. Wegen einer Knieverletzung musste der 34- Jährige die Schlittschuhe an den Nagel hängen. Am Freitagabend stand der Publikumsliebling noch einmal im Mittelpunkt. Mit einer Ehrung des Vereins und Ovationen der Fans wurde "Waldi", der die ewige Scorerliste des 1. EV Weiden anführt, in den Eishockey-Ruhestand verabschiedet. In 512 Pflichtspielen (von 2004 bis 2007 und von 2009 bis 2019) erzielte der Stürmer 630 Punkte (228 Tore und 402 Vorlagen). Jan Penk (466 Punkte) und Michal Piskor (406) folgen mit großem Abstand.

Die Verabschiedung während der Oberliga-Partie gegen Deggendorf erfolgte in zwei Teilen. In der ersten Drittelpause wurden auf der LED-Wand Grußworte von ehemaligen Weggefährten eingespielt: Daniel Willaschek, Veit Holzmann, Miikka Jäske, Ales Jirik, Esa Hofverberg, Matt Abercrombie, Turo Virta, Max Grassi, Oliver Engmann, Christian Meiler, Florian Bartels und Florian Zellner.

In der zweiten Pause waren die Verantwortlichen des 1. EV Weiden und der Blue-Devils-Spielbetriebs-GmbH mit auf dem Eis. Alexandra Schröpf und Tobias Hacker enthüllten ein Banner mit der Nummer 85 und dem Namen Marcel Waldowsky, das in Kürze unter dem Hallendach hängen wird.

Stadionsprecher Manuel Stöckl erinnerte an "Waldis" Karriere und sprach von einer "Legende des Weidener Eishockeys". Er habe sich stets zu 100 Prozent mit den Blue Devils identifiziert. Für die Weidener Anhänger sei Waldowsky aufgrund seines vorbildlichen Einsatzes der Publikumsliebling, für viele gegnerische Fans eine Reizfigur gewesen. "Er ging immer da hin, wo es weh tut."

Stöckl erwähnte auch zwei denkwürdige Momente. In der Saison 2004/05 stellte sich Waldowsky als 1b-Spieler in einer Partie gegen Selb ins Tor, weil beide Keeper Spieldauerstrafen kassiert hatten. In 26 Minuten zwischen den Pfosten musste er nur ein Gegentor hinnehmen. "Wer dabei war, wird dieses Spiel nicht vergessen." Und natürlich durfte beim Rückblick die legendäre Wutrede im Januar 2018 nicht fehlen, die bundesweite Aufmerksamkeit erreichte. "Waldi" sei eben ein Typ, der kein Blatt vor den Mund nimmt und sein Herz auf der Zunge trägt. Ein Typ, der dem Weidener Eishockey fehlen wird.

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