11.08.2021 - 12:43 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Kein Wort zum Sport: Peter Dehling

In unserer wöchentlichen Rubrik verrät Peter Dehling, der Arzt und Triathlet aus Weiden, zu welchem Anlass er ab und an nach Wien reist, in welcher Form er Zitronen liebt und warum er auch mit 61 Jahren noch an ein Studium denkt.

Peter Dehling bei einem Triathlon.
von Josef Maier Kontakt Profil

Er ist doppelt eisern - Triathlet Peter Dehling (61) war bereits zwei Mal beim Ironman in Hawaii am Start. Sport bestimmt schon das ganze Leben des Weideners. Vor allem im Schwimmen ist der Name Dehling ein Begriff. Zusammen mit seinem Bruder Wolfgang bereitete er vor einigen Jahren Philipp Wolf auf seine Olympiateilnahme in Rio de Janeiro vor.

Mit seiner Frau Beate wohnt er in der Stadt. Seit Jahren betreibt der Neurochirurg eine Praxis im Osten der Stadt. Nach einer Krebserkrankung fordert er seinen Körper sportlich nicht mehr total heraus, Dehling treibt aber immer noch viel Sport.

ONETZ: Wo möchten Sie gerne leben?

Peter Dehling: Nirgendwo anders als in der Oberpfalz, in Weiden. Ich bin auch gebürtiger Weidener. Ich mag das Klima, die Natur, auch uns Oberpfälzer, auch wenn wir manchmal ein bisschen wunderlich sind. Wenn überhaupt woanders, dann würde ich gerne auf Lanzarote leben. Die Insel ist mir auch durch das Training zur zweiten Heimat geworden. Die Menschen, die Lebenseinstellung dort, gefallen mir besonders gut.

ONETZ: Über was können Sie so richtig lachen?

Peter Dehling: In erster Linie über mich selbst. Es gibt oft genug Anlass, über mich selbst zu lachen. Ich bin leicht zu ködern, falle bei der Werbung immer auf dieselbe Masche rein, sagt meine Frau. Hintergründigen Humor schätze ich als Bayer auch sehr. Von Gerhard Polt bis zur Heute-Show, da kann ich richtig lachen. Richtig wütend macht mich aber, wenn jemand ausgelacht wird.

ONETZ: Wer wollten Sie als Kind sein?



Peter Dehling: Ich wollte Müllmann werden. Der Beruf war für mich faszinierend. Erst einmal haben die Müllmänner ein Super-Auto und dann dürfen sie auch noch hinten auf dem Auto draufstehen. Die Faszination hat so lange angehalten, bis ich gesehen habe, dass die Leute richtig hart arbeiten müssen. Und ich bin ja von Haus aus ein fauler Mensch. (lacht)

ONETZ: Was war Ihr erstes Auto?

Peter Dehling: Das war ein ganz trauriger Anlass. Ich habe mein erstes Auto von einem meiner besten Freunde geerbt. Das war ein Toyota Tercel. Mein Freund, wir kannten uns aus Schultagen, war Anfang der 1990er Jahre mit einer Radgruppe auf Hawaii unterwegs, als ein Autofahrer ungebremst in die Gruppe fuhr und alle drei Radfahrer tötete. Eigentlich hätte ich auch dabei sein sollen, aber das ging damals wegen der Arbeit nicht. Die Eltern meines Freundes meinten, ich solle sein Auto weiterfahren.

ONETZ: Mit welchem Promi würden Sie gerne mal einen Kaffee trinken?

Peter Dehling: Mit Nicolas Ofczarek. Das ist ein Wiener Burgschauspieler, er spielt auch in österreichischen Kultserien mit. Die Serien heißen "Braunschlag" oder "Altes Geld". Das ist tiefschwarzer österreichsicher Humor. Meine Frau und ich sind wegen ihm schon mehrmals nach Wien ins Burgtheater gefahren, wenn er auftrat. Er hat eine unheimliche Ausdruckskraft und Präsenz.

ONETZ: Bei welcher Nachspeise können Sie einfach nicht widerstehen?

Peter Dehling: Bei Zitronentarte, einem kleinen Törtchen in Zitronencreme. Meine Frau macht das, wenn ich etwas gut gemacht habe oder eine Dummheit unterlassen habe. (lacht) Oder sie bringt es mir aus der Konditorei mit. Aber ansonsten bin ich nicht so der Süßigkeiten-Freak.

ONETZ: Welche App darf auf Ihrem Smartphone auf keinen Fall fehlen?

Peter Dehling: Die Wetter-App. Wir fahren viel Fahrrad. Gewitter abchecken oder die Windrichtungen. Dann sind natürlich auch Nachrichten-Apps wichtig, wie die der ARD oder des ZDF. Ich habe auch die Onetz-App für die Nachrichten aus der Region. Und natürlich habe ich Whatsapp, wobei ich sagen muss, dass mir die Sozialen Medien nicht mehr so wichtig sind. Ich bin da nicht mehr so sehr präsent. Mich stört immer mehr, dass man nicht mehr unterscheiden kann, was wahr ist oder was sich einer zusammengesponnen hat.

ONETZ: Hotel oder Campingplatz? Berge oder Meer? Wie sieht der perfekte Urlaub für Sie aus?



Peter Dehling: In der Regel Hotel. Ich bin kein Campingfeind. Ich habe es einfach gerne, in ein Zimmer zu kommen. Mir ist auch eine Privatsphäre im Urlaub wichtig. Aber ich könnte schon auch campen. Berge oder Meer? Mir gefällt beides sehr gut. Ich sage jetzt mal 55 Prozent Meer und 45 Prozent Berge. Bei Meer ist mir der wilde Atlantik aber lieber als das Mittelmeer. Ich mache unheimlich gerne Fernreisen, wir waren schon fast in allen Ländern im südlichen Afrika.

ONETZ: Welchen Traum würden Sie sich gerne erfüllen?

Peter Dehling: Ich denke, der ist nicht mehr erfüllbar, dafür bin ich zu alt. Ich würde gerne Wellen reiten können, aber so richtig, nicht nur ein bisschen rumrutschen. Ich kann es auf einem Boogie-Board, das geht. Zum richtigen Wellenreiten müsste man als Kind schon anfangen. Das ist für mich vorbei.

ONETZ: Was war Ihr schlimmster/bester Schulstreich?

Peter Dehling: Einen guten Streich, einen Lehrer mal eine Pizza zu bestellen, das haben wir natürlich gemacht. Oder wir haben Lehrer mit falscher Stimme angerufen. Einen klugen Streich habe ich, soweit ich mich erinnern kann, in der Schule nicht gemacht.

ONETZ: Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?

Peter Dehling: "Bad Regina" vom österreichischen Autor und Filmregisseur David Schalko. Er hat Stücke gedreht, über die wir zu Ofczarek gekommen sind. In dem Buch geht es um eine Stadt im Salzburger Land, die nach und nach an einen Chinesen verkauft wird. Und der lässt alles verfallen. Das Buch wurde in der "Süddeutschen" empfohlen. Die Auflösung, warum der Chinese alles aufkauft und verfallen lässt, steht mir noch bevor.

ONETZ: Gibt es etwas in Ihrem Leben, das Sie bereuen

Peter Dehling: Am meisten bereue ich, nicht die Möglichkeiten erkannt zu haben, die man als Student an einer Uni hat. Ich habe zunächst Sport und Germanistik in Regensburg studiert, ich habe mir dann das Kreuzband gerissen, bekam aber nahezu zur gleichen Zeit einen Studienplatz in Medizin in Erlangen. Was eine Uni als Bildungseinrichtung im Allgemeinen bietet, habe ich nicht angenommen. Ich war immer einer, der versucht hat, mit Minimalaufwand durchzukommen. Aus dem Grund werde ich vielleicht später noch einmal ein Seniorenstudium machen.

"Kein Wort zum Sport" mit Fußballerin Anna Kohl

Neusorg

Ein Handballer in unserer Rubrik "Kein Wort zum Sport"

Weiden in der Oberpfalz

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