07.03.2019 - 14:40 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Pro und Contra: Niveaulos, stillos?! Ist Joachim Löw noch tragbar?

Die Ausbootung von Hummels, Boateng und Müller aus der Fußball-Nationalmannschaft schlägt weiter hohe Wellen. Die Spieler sind sauer, der Bundestrainer steht in der Kritik. Ist Joachim Löw noch der richtige Mann? Ein Pro&Contra.

Bundestrainer Joachim Löw steht schwer unter Beschuss.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Pro: DFB-Exit des Bayern-Trios darf nur der Anfang sein

Sportredakteur Fabian Leeb: Jogi Löw hat doch gar keine andere Wahl als die WM-Versager nach und nach auszutauschen. Seine Nibelungentreue zu den Weltmeistern von 2014 ehrt ihn, doch spätestens der blamable Abstieg aus der Nations-League dürfte auch Löw die Augen geöffnet haben. Ein Umbruch muss her - und zwar radikal und sofort. Der Auftakt in die Qualifikation für die Europameisterschaft 2020 ist der richtige Zeitpunkt. Löw muss ein Team formen, das spätestens bei der Heim-EM 2024 wieder in der Lage ist, um den Titel mitzuspielen.

Umfrage: Ist Joachim Löw als Bundestrainer noch tragbar?

Der Zeitpunkt kurz vor dem Champions-League-Kracher der Bayern gegen Liverpool ist diskutabel, doch für derartige Mitteilungen gibt es nie den richtigen Moment. Löw darf nicht aus purer Dankbarkeit endlos am Bayern-Trio festhalten, bis dieses irgendwann im noch späteren Herbst seiner Karriere von sich aus aufs DFB-Trikot verzichtet. Stattdessen sollte der Abschied von Hummels, Boateng und Müller nur der Auftakt vom großen Löw'schen Reinemachen gewesen sein. Ein Flug nach Madrid, um Querpass-Toni Kroos dieselbe Botschaft zu übermitteln, sollte dringendst folgen. Im Tor muss Marc-André ter Stegen künftig als klare Nummer eins installiert werden. Der Barça-Keeper ist in Überform und das weltweite Nonplusultra zwischen den Pfosten - weit vor einem wieder irdischen Neuer.

Den 2014er-Helden ist unser aller Dank für ihre Verdienste im Nationaldress gewiss. Doch jetzt ist es an der Zeit, die Zukunft einzuläuten. Dass die Spieler sauer sind? Ok, aber das waren die Fans nach dem desaströsen WM-Aus in Russland auch. Dort hat es das Quintett versäumt, seine Unverzichtbarkeit im DFB-Team unter Beweis zu stellen.

Contra: Löws Entscheidung ist und bleibt ein Skandal

Sportredakteur Josef Maier: Jogi Löw hat an diesem närrischen Faschingsdienstag auch etwas richtig gemacht: Jérôme Boateng, Mats Hummels und Thomas Müller wären nach ihren Gesamtleistungen in den vergangenen Wochen sicherlich keine Kandidaten für die Stammelf bei den ersten Länderspielen des Jahres.

Dann ist aber schon Schluss mit lustig: Dass sich der Bundestrainer samt Gefolge so lange Zeit ließ, die drei Aussortierten vor vollendete Tatsachen zu stellen, mag man mit größter Großzügigkeit noch unter dem Merkmal „unglücklich“ einstufen.

Ob aber jemand Huber, Meier oder Müller oder vielleicht auch Boateng, Hummels oder Müller heißt, ist egal, jeder Profifußballer muss die gleiche Chance haben, in die Nationalmannschaft berufen zu werden. Da kann er nicht drei rauspicken und sagen: Alle anderen schon, ihr nicht!

Kommentar: Umbruch ja, aber nicht so

Weiden in der Oberpfalz

Was ist, wenn Thomas Müller wieder in Form kommt? Der Offensiv-Schleicher hat immer noch eine Gabe, die vielen deutschen Fußballern fehlt. Noch schlimmer ist, dass Löw wohl den Bayern-Auftritt in Liverpool mit einem überragenden Mats Hummels nicht gesehen hat.

Zurückholen kann Löw die drei nach seiner Hau-drauf-Aktion nicht mehr. Er würde sein Gesicht verlieren. Er würde auch nie zugeben, einen Fehler gemacht zu haben. Dabei hat der Schwarzwälder mittlerweile jegliches Gespür für die Situation verloren. Löw verfällt zudem dem Irrtum vieler, die das Adjektiv „jung“ für ein Qualitätsmerkmal halten.

Dass ein Fußball-Bundestrainer das Leistungsprinzip komplett außer Kraft setzt, ist der größte Skandal an dieser Geschichte und einmalig in der Historie des deutschen Fußballs.

So reagiert Mats Hummels

So reagiert Thomas Müller

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Thomas Müller

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