07.01.2022 - 16:21 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Das sagen Oberpfälzer Tennis-Cracks zur Posse um Novak Djokovic

Die Australian Open, das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres, stehen bevor. Doch über Tennis redet derzeit kaum jemand. Im Zentrum steht der Impf-Ärger um den Serben Novak Djokovic. Wir haben uns dazu bei regionalen Tennisclubs umgehört.

Ein Mann geht an einem Wandgemälde vorbei, das den serbischen Tennisspieler Novak Djokovic zeigt. Der Einreise-Krimi um den serbischen Tennisstar und Impfskeptiker Novak Djokovic spitzt sich immer mehr zu und beschäftigt längst Justiz und Politik. Am Montag soll ein Gericht in Melbourne über den Einspruch von Djokovic gegen den Visum-Entzug durch die australische Grenzbehörde entscheiden.

Von Reiner Fröhlich und Fabian Leeb

Thomas Kick (TC Kümmersbruck)

Thomas Kick, Vorsitzender des TC Kümmersbruck.

"Ich finde es korrekt, wenn er ausgewiesen wird. Es gibt gewisse Regeln, die gelten für alle, und da sollte man auch bei Herrn Djokovic keine Ausnahme machen. Ob er sich impfen lässt oder nicht, ist seine freie Entscheidung. Aber mit allen Konsequenzen. Falls er dennoch spielen sollte, gehe ich davon aus, dass er ausgepfiffen wird. Er schadet sich selbst und den Australian Open, wenn er teilnimmt. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass er gewinnt. Der Druck wird so groß sein, dass er vermutlich nicht durchhält."

Marcelo Matteucci (TC Grün-Rot Weiden)

Marcelo Matteucci.

"Das hat ja nichts mit Tennis zu tun. Wenn es Regeln gibt, müssen die von allen eingehalten werden. Ganz egal, ob der jetzt Sportler ist und so und so viele Titel gewonnen hat oder Politiker, Arbeiter oder Indianer. Ich behandle auch alle Menschen gleich und bevorteile im Training ja auch niemanden. Ich trainiere ein Supertalent genauso gerne wie jemanden etwas weniger Begabten oder zum Beispiel einen Rollstuhlfahrer. Wer die Regeln selbst aufstellen oder mitbestimmen will, der soll in die Politik gehen, sich um ein Präsidentenamt bewerben, durchsetzen und anschließend mitentscheiden."

Uwe Dressel (TG Neunkirchen)

Uwe Dressel.

"Es gibt Regeln, und die müssen befolgt werden. Novak Djokovic ist selber schuld an dieser Situation. Mir ist völlig egal, wie es mit ihm weitergeht. Impfen ist wichtig und richtig, das predigen uns alle Experten seit langer Zeit, nur so kann die Pandemie besiegt werden. Aber das ist nun mal alleine Djokovics Entscheidung. Das Gericht wird nun entscheiden, ob er einreisen darf, falls nicht, werden die Australian Open eben ohne ihn stattfinden. Regeln müssen eingehalten werden, dies gilt für jeden. Die Show, die das Djokovic-Umfeld nun abzieht, ist nur noch peinlich und einer Nummer eins der Tennis-Welt unwürdig."

Norbert Henn (TC Amberg am Schanzl)

Norbert Henn, Vorsitzender des TC Amberg am Schanzl.

"Er spinnt. Wenn er nur ein bisschen Anstand hätte, wäre er nie nach Australien gereist. Vor allem in ein Land, das ewig lange Kontaktbeschränkungen hatte, wo die Leute fast nichts durften. Ich verstehe das nicht. Australien hat strenge Vorschriften, warum sollten sie für einen Super-Tennisspieler eine Ausnahme machen? Ich an seiner Stelle würde - wenn er damit durchkommt - keinen Ball treffen, weil ich so ein schlechtes Gewissen anderen gegenüber hätte. Ich gehe davon aus, falls er spielen darf, dass er ausgepfiffen wird. Was will er sich und der Welt beweisen? Da spielt er den Märtyrer, für mich völlig unverständlich."

Yvonnne Schüll (TC Rot-Weiß Amberg)

Yvonne Schüll, Tennistrainerin des TC Rot-Weiß Amberg.

"Ich war selbst am Anfang skeptisch, was die Impfung betrifft und hatte meine Bedenken. Aber ich habe mich überzeugen lassen, auch aus Verantwortung meinen Tennisschülern und auch meinen Mitbürgern gegenüber. Novak Djokovic weiß doch, dass Australien bei der Einreise die Impfpflicht verlangt. Es ist sein Recht, sich nicht impfen zu lassen, aber dann muss er auch die Konsequenzen ziehen. Dann muss er wissen, dass er dort nicht spielen kann, obwohl er die Nummer eins ist."

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