SpVgg SV: Fabian Helleder geht, Ole Meißner kommt

Weiden in der Oberpfalz
22.07.2022 - 20:15 Uhr

Zwei Spiele, zwei Niederlagen – die SpVgg SV Weiden hat den Saisonstart in den Sand gesetzt. Zu allem Übel muss der Bayernliga-Aufsteiger vor dem Spiel beim SV Donaustauf nun auch noch den Abgang eines wichtigen Spielers verkraften.

Dieser Wechsel tut der SpVgg SV Weiden extrem weh: Abwehrchef Fabian Helleder hat dem Werben der DJK Ammerthal nachgegeben und wird sich künftig das Trikot des Ligakollegen überziehen. "Sportlich komme ich in eine super Mannschaft. Ich habe mich aber in Weiden von allen verabschiedet und gehe im Reinen“, sagte Helleder am Freitagnachmittag gegenüber Oberpfalz-Medien. Der Innenverteidiger wird bei seinem neuen Verein ab Montag ins Training einsteigen und ist ab nächstem Wochenende bereits spielberechtigt. Dann tritt die DJK Ammerthal zu Hause gegen den TSV Kornburg an.

Helleder kam 2018 vom FC Amberg und spielte seitdem am Weidener Wasserwerk. Der kopfballstarke Defensivspieler stieg in dieser Zeit zu einem Führungsspieler auf und war einer der Eckpfeiler der Mannschaft. Sein Abgang reißt eine große Lücke im Weidener Abwehrverbund, auch wenn der Verein den Verlust des Leistungsträgers kompensieren will. "Wenn eine Tür zugeht, geht eine andere auf", meinte Sportlicher Leiter Rüdiger Hügel. "Mit Felix Behnke haben wir ein herausragendes Eigengewächs, der Helleder ersetzen kann“. Hektik im Verein löse der Transfer nicht aus. „Wir sind mit einigen interessanten Spielern in Kontakt“, so Hügel.

Zum Beispiel mit Ole Meißner. Mit dem 19-Jährigen kommt ein defensiver, zentraler Mittelfeldspieler nach Weiden. Der gebürtige Eisenacher wurde in Thüringen in sämtliche Jugend-Länderauswahlmannschaften berufen. Zuletzt spielte er in der fünften Liga in Sachsen beim FC Oberlausnitz Neugertdorf, dies entspricht der bayerischen Bayernliga. Meißner absolvierte lediglich ein Probetraining am Wasserwerk und überzeugte auf Anhieb. "Er ist ist ein Spieler, der die Bälle erobern möchte und damit genau der Richtige für uns", sagte Trainer Rüdiger Fuhrmann. "Das Außergewöhnlich ist, dass er mit 19 Jahren in der ersten Herrenmannschaft von Neugertdorf bereits 26 Einsätze mit über 1000 Spielminuten absolviert hat. Hier hat er etablierte Spieler auf der Sechserposition verdrängt“, so Hügel. Meißner wird mit seiner Lebensgefährtin nach Weiden ziehen. Er will Polizist werden, muss aber altersbedingt noch ein Jahr warten, um für die Polizei-Ausbildung zugelassen zu werden. Er wird dieses Jahr bei der Ziegler Group überbrücken, auch seine Freundin hat bereits eine Arbeitsstelle gefunden. Meißner wurde von der SpVgg SV als Vertragsamateur verpflichtet, so dass er bereits im Heimspiel am kommenden Freitag gegen den SC Eltersdorf zum Einsatz kommen kann.

Dann nicht mehr mit dabei ist Fabian Helleder. Noch vor gut zwei Wochen schien der 24-Jährige beim Aufsteiger bei der Stange bleiben zu wollen. Per Handschlag und "internem Vertrag" habe er seinen Verbleib für die laufende Saison fest zugesagt, so die Vereinsmitteilung. Wieso sich Helleder nun kurzfristig umorientiert hat, ist der Kategorie "Wohlbefinden" zuzuschreiben. Er habe sich bei den Schwarz-Blauen nicht mehr "wohlgefühlt", gab Hügel die Aussagen des Spielers wieder. Ob die fehlende Behaglichkeit mit der Trennung von Teammanager Hannes Beer und dem darauffolgenden Abgang des Aufstiegstrainers Andreas Scheler zu tun hat, bleibt offen.

Der Helleder-Wechsel ist allerdings nicht die einzige schlechte Nachricht für Trainer Fuhrmann. Die Fahrt an diesem Samstag zum Titelfavoriten SV Donaustauf (Anstoß 15 Uhr) wird nur ein aus der Not geborener Kader antreten können. So fällt Kapitän Stefan Graf aufgrund eines im Auftaktspiel in Gebenbach erlittenen Trümmerbruchs im Finger für unbestimmte Zeit aus. Da auch Moritz Zeitler (Oberschenkelverletzung) fehlen und der Einsatz der angeschlagenen Spieler Pavel Panafidin, Chousein Chousein und Fatih Böynugrioglu stark gefährdet ist, gehen Fuhrmann langsam die Spieler aus. "Wir stehen in Donaustauf personell mit dem Rücken zur Wand", meinte Fuhrmann. "Vielleicht können wir gerade dann die Chance nutzen, auch wenn wir sie nicht haben." Positiv in der misslichen Situation ist zumindest die Rückkehr von Mathias Heinl ins Aufgebot. "Er konnte zuletzt voll mit trainieren", teilte Fuhrmann mit. Dass auf die Schwarz-Blauen schwere Wochen mit womöglich weiteren Niederlagen zukommen, wissen die Verantwortlichen. "Wir werden uns im August noch breiter aufstellen", kündigte Fuhrmann an und stellte die Zahl von "mindestens vier" weiteren Neuzugängen in den Raum. "Unser Ziel ist, mittelfristig eine konkurrenzfähige Mannschaft auf die Beine zu stellen."

In Donaustauf feiert die SpVgg SV auch ein Wiedersehen mit den Ex-Weidenern Enis Saramati und Andrea Nocerino. Der gastgebende und hochambitionierte SV ist mit vier Punkten in zwei Spielen in die Saison gestartet, wobei der von der DJK Ammerthal gekommene Lukas Dotzler in 180 Minuten gleich fünf Treffer erzielte.

 
 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.