10.07.2019 - 13:50 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

SpVgg SV Weiden: Mission heißt Wiederaufstieg

Jetzt sollen den Worten Taten folgen: Die SpVgg SV Weiden geht in die neue Landesliga-Saison mit dem Anspruch, ganz vorne mitzuspielen. Der Trainer weiß aber, dass auf dem Weg zurück in die Bayernliga Fallstricke lauern können.

Trainer Andreas Scheler will mit der SpVgg SV Weiden die Rückkehr in die Fußball-Bayernliga schaffen.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Spielstarke Konkurrenten, ehrgeizige Underdogs, unkalkulierbares Verletzungspech - Andreas Scheler benennt im Interview mit unserer Zeitung die möglichen Gefahren im Aufstiegskampf. Dennoch ist das Selbstbewusstsein bei den Schwarz-Blauen groß. "Wir werden alles daran setzen, dass wir den Aufstieg schaffen", verspricht der Coach.

ONETZ: Herr Scheler, der Saisonstart in der Landesliga Mitte steht am Samstag mit dem Heimspiel gegen den TSV Kareth bevor. Mit welchem Bauchgefühl geht der Trainer der SpVgg SV Weiden in die neue Spielzeit?

Andreas Scheler: Ich gehe mit einem positiven Gefühl in die Saison. Wir haben in den vergangenen Wochen sehr intensiv gearbeitet und werden versuchen, gut in die Spielzeit reinzukommen. Ein gewisses Bauchkribbeln ist schon vorhanden, da man zum Auftakt nie so genau weiß, wo man wirklich steht.

ONETZ: Die Vereinsführung und auch Sie selbst haben ja ziemlich deutlich den Wiederaufstieg in die Bayernliga als Saisonziel formuliert. Eine mutige Ansage?

Andreas Scheler: Wir sind im Jahr eins nach dem Bayernligaabstieg in einer starken Landesliga Dritter geworden. Das hatten uns nicht viele so zugetraut. Nun wollen wir den nächsten Schritt gehen, wobei die Betonung auf 'wollen' liegt. Der Aufstieg ist keine Vorgabe, kein Muss.Wir werden aber alles daran setzen, dass wir ihn schaffen. Dazu muss aber alles passen. Vor allem darf uns kein Verletzungspech passieren.

ONETZ: Ist Ihr Team im Vergleich zur Vorsaison stärker einzuschätzen?

Andreas Scheler: Ich denke schon. Die Mannschaft hat sich im zurückliegenden Landesliga-Jahr gefunden und ist nun besser eingespielt. Gerade bei den jüngeren Spielern zeichnet sich eine positive Entwicklung ab. Wir haben versucht, durch die Neuzugänge noch einmal punktuell Qualität reinzubringen und sind nun in allen Mannschaftsteilen ausgeglichen besetzt.

ONETZ: Was gefällt Ihnen als Trainer nicht so? Woran müssen Sie noch arbeiten?

Andreas Scheler: Leider konnten einige Spieler, auch verletzungsbedingt, erst spät ins Training einsteigen. Erst ab der zweiten Hälfte der Vorbereitung waren wir komplett. Da bleibt es nicht aus, dass die Findungsphase noch nicht ganz abgeschlossen ist. Bis jedes Rad zu hundert Prozent ins andere greift, kann es deshalb noch etwas dauern.

ONETZ: Die SpVgg SV Weiden hat heuer wieder mehrere Talente an Konkurrenzvereine wie den SV Mitterteich oder den SV Etzenricht abgeben müssen. Wieso kann der Verein junge Spieler wie Kevin Grünauer oder Noah Scheler nicht bei der Stange halten?

Andreas Scheler: Ich habe vor allem in der Hinrunde der letzten Saison jungen Spielern immer wieder Einsatzzeiten gegeben. Dieses Hineinschnuppern ist wichtig für die Entwicklung. Ein Moritz Zeitler, Niklas Lang oder Mathias Heinl sind alle diesen Weg, durchaus auch über die zweite Mannschaft, gegangen. Leider bringen manche Talente nicht die Geduld auf, die nötig ist. Sie geben sich selbst keine Zeit und das ist schade. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, das trifft auch für den Fußball zu.

ONETZ: Die SpVgg SV hat mit Hradecky, Mandula, Tuma und Trantina vier tschechische Spieler im Kader. Ist der Rückgriff auf Akteure aus dem Nachbarland notwendig, um die sportlichen Ziele erreichen zu können?

Andreas Scheler: Wir schauen bei der Auswahl der Spieler nicht auf die Nationalität. Wichtig sind die Qualität und ob sie in unseren Kader passen. Ein Dominik Mandula hat jahrelang in Ammerthal gespielt, ein Filip Trantina in Vilzing und Bad Kötzting. Die haben in Deutschland ihre Zelte aufgeschlagen, wohnen und arbeiten hier. Es wird innerhalb der Mannschaft deutsch gesprochen. Auch Dominik Hradecky, der letzte Saison zu uns gekommen ist, hat sich in kurzer Zeit super integriert. Alle sind charakterlich einwandfreie Burschen.

ONETZ: Mit welcher Spielidee gehen Sie in die Saison? Können die Fans mit einer offensiv ausgerichteten Mannschaft rechnen?

Andreas Scheler: Die Spielweise hängt natürlich immer mit vom jeweiligen Gegner ab, aber grundsätzlich wollen wir offensiv auftreten. Wir werden in den meisten Fällen das Spiel machen müssen. Darauf müssen wir uns einstellen. Auch muss uns bewusst sein, dass für so manchen Gegner die Spiele gegen Weiden mit die Saisonhöhepunkte sind. Da kitzeln sie dann einige Prozent mehr raus. Auch damit müssen wir umgehen können.

ONETZ: Mit dem ASV Cham und SV Donaustauf haben die mit Abstand stärksten Mannschaften der letzten Saison die Landesliga Mitte in Richtung Bayernliga verlassen. Wen zählen Sie zu den härtesten Konkurrenten im Aufstiegskampf?

Andreas Scheler: Auf jeden Fall den 1. FC Bad Kötzting. Das ist eine eingespielte Truppe, die zuletzt eine phantastische Saison gespielt hat. Bad Kötzting hat sich zudem richtig gut verstärkt und sieht sich selbst als ersten Titelanwärter. Nicht unterschätzen darf man den SC Ettmannsdorf, der hat sich meiner Meinung nach bislang unter Wert verkauft. Auch der SV Fortuna Regensburg wird, wie eigentlich immer, vorne mit dabei sein. Vielleicht meldet auch der TSV Bogen Ansprüche an. Ich bin zudem überzeugt, dass jemand vorne mitmischt, den aktuell niemand auf der Rechnung hat. Wie letztes Jahr der 1. FC Passau, der als Aufsteiger eine überragende Hinrunde gespielt hatte.

ONETZ: Das Auftaktprogramm scheint machbar: der Vorjahres-13. Kareth, die Neulinge Grafenwöhr und Aiglsbach sowie der letztjährige fast-Absteiger Pfreimd sind die ersten Weidener Gegner. Sind da 12 Punkte auf der Rechnung?

Andreas Scheler: Wir stellen keine Rechnung auf, sondern gehen an die Aufgaben mit dem nötigen Respekt heran. Kareth ist sicherlich keine Laufkundschaft, Grafenwöhr hat noch das Aufstiegs-Adrenalin in sich und Pfreimd wird ebenfalls alles daran setzen, um uns ärgern zu können. Wir werden keinen unterschätzen. Wichtig ist, dass wir auch in emotionalen Spielen mentale Stärke zeigen.

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