Was für verrückte Wochen bei der SpVgg SV Weiden! Mit einer Pleite beim Schlusslicht SC Großschwarzenlohe war die Wasserwerk-Elf Ende Februar in die Rest-Runde der Fußball-Bayernliga Nord gestolpert. Danach folgten sechs Siege in Serie. Der letzte jetzt am Ostermontag. Mit 2:1 (1:0) siegte das Team von Michael Riester beim Würzburger FV. Damit sind die Oberpfälzer schon zehn Punkte vom Abstiegsrelegationsplatz entfernt.
"Jetzt fällt uns einfach alles leichter", sagte Riester nach dem Erfolg bei den Unterfranken, die auch sehr stark in die Rest-Rückrunde gestartet waren. "Am Ende war der Sieg wegen unseres späten Siegtreffers vielleicht etwas glücklich", meinte der Coach, "aber aufgrund unserer Chancen in der ersten Hälfte wohl doch verdient." Auch der disziplinierte Auftritt gefiel ihm. "Wir haben viel gegen den Ball gearbeitet." Und die Riester-Jungs gaben auch nicht auf, arbeiteten nach dem 1:1 der Gastgeber kurz nach der Pause weiter am Sieg. Weit in der Nachspielzeit schlug Moritz Zeitler eine Ecke nach innen, Niklas Lang rammte den Ball zum 2:1 ins Tor.
Neben dem späten Tor gab es auch einen frühen SpVgg-SV-Treffer. Christoph Fenninger hatte den Ball erobert, bediente Josef Rodler nach fünf Minuten mustergültig und der Torjäger schob die Kugel ganz clever ein. "Mit Joe wollte ich einfach mehr Erfahrung ins Spiel bringen", begründete Riester den Wechsel zu Rodler. Jahi Sulejmani saß zunächst auf der Bank. "Und mit Brandi wollte ich etwas defensiver agieren." Paul Brand hatte im Gegensatz zum Sieg gegen Erlangen zunächst Lukas Schaller ersetzt.
Auch diese Möglichkeit zu wechseln, ist derzeit ein Trumpf, der die Weidener zum Team der Stunde in der Fußball-Bayernliga macht. Vor allem die Entwicklung der jungen Spieler lässt den Coach schwärmen: "Wir haben ja so viele, die aus dem eigenen Stall kommen. Das gibt's bei keinem anderen Bayernligisten" Der Konkurrenzkampf ist derzeit so groß, dass vorher gesetzte Spieler wie Michael Lummer oder Christoph Siebler zunächst auf der Bank sitzen. Bei aller Euphorie über die sechs Siege und 16 geschossenen Toren, gehe aber etwas unter, meinte Riester: "Adrian Hoti und Felix Behnke, unsere Abwehrchefs, machen derzeit schon einen tollen Job."
Durch diesen enormen tabellarischen Zwischenspurt ist die Abstiegsgefahr der SpVgg SV, die nun 39 Punkte gesammelt hat, erst einmal etwas gebannt. Der Rückstand auf den Tabellenzweiten ASV Neumarkt (49) ist genauso groß wie der Vorsprung auf den ersten Abstiegsrelegationplatz. Ach ja, geht da sogar noch etwas nach oben? Da lächelt Riester nur milde und winkt ab. Allein schon, dass ihm diese Frage gestellt wird, damit war vor drei Wochen nicht ansatzweise zu rechnen ...
Würzburger FV: Koob, Wagner, Lotzen, Lehrmann (Reinhart), Istrefi, Herbert, Krautschneider, Gobbo, Wagner, Michel, Wild
SpVgg SV Weiden: Bartl, Vacek, Behnke, Hoti, Zeitler, Brand (Schaller), Ruda (Sibler), Lang, Bytomski (Lummer), Fenninger (Hügel), Rodler (Sylejmani)
Tore: 0:1 (5.) Josef Rodler, 1:1 (58.) Moritz Lotzen, 1:2 Niklas Lang (90.+3) – SR: Johannes Roth – Zuschauer: 754













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