09.11.2019 - 17:51 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

SpVgg SV Weiden stottert zum Derbysieg in Pfreimd

Viele rechnen bei so einer Konstellation mit einem Kantersieg: Eine torhungrige Mannschaft gegen eine, die im Schnitt mehr als drei Tore pro Spiel kassiert. Das muss nicht so kommen. Siehe Pfreimd am Samstag.

Der Weidener Siegtorschütze Michael Busch (links) im Laufduell mit dem Pfreimder Nicolas Schmid. Die SpVgg SV mühte sich zu einem 1:0 beim Schlusslicht.
von Josef Maier Kontakt Profil

Mal eben kurz die 30 Kilometer auf der A93 nach Pfreimd runtersausen, ein bisschen kicken, locker gewinnen und wieder nach Hause fahren. Der ein oder andere Fan der SpVgg SV Weiden wird sich das vor dem Gastspiel der Wasserwerk-Elf beim abgeschlagenen Landesliga-Schlusslicht SpVgg Pfreimd gedacht haben. Am Ende gab es am Samstag einen verdienten, aber mühevollen 1:0-Sieg der Weidener. Michael Busch war mit seinem Treffer nach gut einer Stunde (65. Minute) der Matchwinner.

"Es ist in der Halbzeit schon etwas lauter geworden", ließ SpVgg-SV-Trainer Andreas Scheler etwas in die Kabine blicken."Wir haben in den ersten 45 Minuten das Spiel langsam gemacht, die Staffelung hat gar nicht gestimmt." Die Worte gingen auch an den späteren Torschützen Busch. Der war es vor allem, der nach der Pause bei den Gästen richtig anschob. Und schließlich auch traf. Ein schönes Tor", grinste der Blondschopf. Aus 12 Metern halbrechts nahm er Maß. "Die Pfreimder waren heute wirklich kein einfacher Gegner. Sie haben viel Herz und Leidenschaft gezeigt", beschrieb Busch die 90 Minuten auf dem Platz

Selten gibt es für einen Verlierer nach einem Spiel Applaus. Am Samstag gab es den aber für die Pfreimder. "Wir haben schon oft Lob bekommen, aber keine Punkte", sagte Pfreimds Trainer Tobias Bernklau, dessen Team weiter erst sieben Punkte auf dem Konto hat. "Mit einem bisschen Glück hätten wir vielleicht die Sensation, ein Unentschieden, schaffen können."Dennoch erklärte auch er, dass der Sieg schon verdient sei. "Man hat schon hie und da die spielerische Qualität der Weidener gesehen."

Für die erste Hälfte galt das nicht. Die Weidener agierten viel zu einfallslos. Die Pfreimder wurden sogar frech, verteidigten mitunter höher und ließen kaum ein Kombinationsspiel der Gäste zu. Die größte Chance der Scheler-Elf war fast schon ein Hammer aus 40 Metern in der 40. Minute von Moritz Zeitler. Die größte Möglichkeit der ersten Hälfte hatten aber die Gastgeber: Nach einer schönen Kombination über Bastian Lobinger und Max Mischinger donnerte Maximilian Herzog den Ball freistehend aus 12 Metern übers Tor. SpVgg-Trainer Bernklau konnte es nicht fassen: "Das war eine Tausendprozentige."

Nachdem SpVgg-SV-Coach Scheler in der Pause den Lärmpegel in der Kabine etwas hochgeschraubt hatte, wachten seine Spieler auf. Die spielerische bessere Qualität war nun sichtbar. Josef Rodler, Stefan Graf, Moritz Zeitler und Florian Rupprecht vergaben gute Schusschancen. Die Pfreimder verloren auch zu schnell die Bälle. Busch krönte schließlich mit seinem Tor den Dauerdruck. Die Pfreimder fingen sich aber wieder. Weiter setzten sie auf lange Bälle. Die Weidener schafften es nicht, mit dem zweiten Tor den Deckel draufzumachen. "Wir waren heute einfach sehr konzentriert, sehr diszipliniert", lobte Pfreimds Kapitän Michael Prey seine Jungs. "Die erste Halbzeit war sehr gut. Wir haben nach dem 1:0 noch einmal alles versucht, es hat leider nicht geklappt."

Weidens Trainer Scheler hielt sich mit dem mühsamen Sieg nicht lange auf: "In zwei Wochen fragt keiner mehr danach, ob wir hier 1:0, 2:0 oder 3:0 gewonnen haben." Und als er vom 1:1 des ärgsten Titelkonkurrenten ASV Neumarkt gegen den SV Neukirchen Hl. Blut hörte, hellte sich seine Miene sichtbar auf. Die SpVgg SV Weiden sauste sogar als Spitzenreiter der Landesliga Mitte wieder über die A93 heim nach Weiden.

SpVgg Pfreimd - SpVgg SV Weiden 0:1 (0:0):

SpVgg Pfreimd: Herrmann, Prey, Schmid, Luber (76. Thorin), Blödt, Schießl, Sebald (69. Brunner), Dennis Lobinger, Mischinger, Herzog, Bastian Lobinger

SpVgg SV Weiden: Götz, Hradecky, Paulus, Helleder, Heinl, Lang, Zeitler, Graf, Busch (81. Tuma), Mandula (46. Rupprecht), Rodler

Tore: 0:1 (65.) Michael Busch - SR: Roland Achatz (Arrach) - Zuschauer: 150

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