14.03.2019 - 22:04 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Start der Play-offs

Für die Blue Devils beginnt der Saisonhöhepunkt mit dem Achtelfinal-Duell gegen die Hannover Scorpions. Die Weidener rechnen sich gegen den Vizemeister der Oberliga Nord eine Außenseiterchance aus.

Können die Blue Devils in den Play-offs mit ihren Fans feiern? Am Freitag beginnt für die Weidener die „Best-of-5“- Serie gegen die Hannover Scorpions.
von Rudolf Gebert Kontakt Profil

Im Sport sind die Play-offs das "Salz in der Suppe", der Höhepunkt der Saison. Die Blue Devils treffen im Achtelfinale als Siebter der Oberliga Süd auf den Nord-Zweiten Hannover Scorpions. Der Deutsche Meister von 2010 geht als Favorit in die "Best-of-5"-Serie, die am Freitag um 20 Uhr in der Eishalle in Mellendorf, 20 Kilometer nördlich von Hannover, beginnt. Das zweite Match steigt am Sonntag um 18.30 Uhr in der Weidener Hans-Schröpf-Arena.

Nicht chancenlos

"Hannover ist ein sehr starker Gegner, so wie es im Süden viele gibt", sagt Trainer Ken Latta. Der Kanadier fordert körperlich Präsenz und eine sehr gute Defensivarbeit. Chancenlos sei seine Mannschaft nicht. "Wir haben bewiesen, dass wir alle Top-Teams schlagen können." Gegen die "Top 4" der Oberliga Süd (Peiting, Landshut, Regensburg und Rosenheim) gelang den Blue Devils jeweils ein Sieg. Auch die Spieler strahlen Zuversicht aus. "Wir wollen den Favoriten ärgern und mindestens ein zweites Heimspiel erzwingen", gibt Kapitän Ralf Herbst als Ziel aus. Und Rekordspieler Marcel Waldowsky sagt klipp und klar: "Ich will eine Runde weiterkommen."

Personell sind alle Leistungsträger an Bord. Wer zwischen den Pfosten steht - Daniel Filimonow oder Johannes Wiedemann - will Ken Latta erst am Freitag entscheiden. Von den Junioren fahren Simon Hintermeier und Paul Wolf mit nach Niedersachsen. Nicht dabei sind Valentin Bäumler, Jonas Voigt und Florian Lehner sowie der verletzte Lukas Zellner.

Die Hannover Scorpions, in der Oberliga Nord Vizemeister hinter den Tilburg Trappers, gehen als Favorit in die Serie. Trainer Dieter Reiss steht eine starke Truppe um drei ehemalige Weidener - Björn Bombis, Patrick Schmid und Christoph Koziol - zur Verfügung. Bombis, der "Spieler des Jahres" im Norden, führt mit 101 Punkten die Scorerwertung vor seinem Teamkollegen Schmid (93) an. Eine bittere Pille müssen die Scorpions aber schlucken. Dennis Schütt, mit 63 Scorerpunkten der Top-Verteidiger der Oberliga Nord, fällt mit einer schweren Schulterverletzung aus. Der ehemalige Selber wurde am Donnerstag operiert.Aufgebot Blue Devils:Filimonow, Wiedemann - Herbst, Noe, Schusser, Willaschek, Schreyer, Deichstetter - Waldowsky, Abercrombie, Geisberger, Siller, Rubes, Heinisch, Pronath, Kirchberger, Habermann, Hintermeier, Wolf

Play-off-Achtelfinale

1. Spieltag

Freitag, 19.30 Uhr: Starbulls Rosenheim - Moskitos Essen, EC Peiting - Füchse Duisburg, EV Landshut - Rostock Piranhas; 20 Uhr: Tilburg Trappers - EV Lindau, Hannover Scorpions - Blue Devils Weiden, Hannover Indians - Selber Wölfe, Saale Bulls Halle - ECDC Memmingen, EV Regensburg - Herner EV

2. Spieltag

Sonntag, 17.30 Uhr: Memmingen - Halle; 18 Uhr: Lindau - Tilburg, Selb - Hannover Indians; 18.30 Uhr: Weiden - Hannover Scorpions, Herne - Regensburg, Essen - Rosenheim, Duisburg - Peiting; 19 Uhr: Rostock - Landshut

Weitere Termine

Dienstag, 19. März, sowie falls nötig Freitag, 22. März, und Sonntag, 24. März.

Hintergrund:

Erinnerungen an die Play-off-Serie vor einem Vierteljahrhundert

Am Freitag um 20 Uhr beginnt im Ortsteil Mellendorf der Gemeinde Wedemark, 20 Kilometer nördlich von Hannover, das Play-off-Achtelfinale zwischen den Hannover Scorpions und den Blue Devils Weiden. Für die Oberpfälzer ist es nicht der erste Auftritt in Niedersachsen.

Vor einem Vierteljahrhundert hieß das Duell im Play-off-Viertelfinale ESC Wedemark gegen 1. EV Weiden. Oberliga-Nord-Meister Wedemark hatte im Achtelfinale den TSV Erding mit drei Siegen (8:4, 7:6 n. V., 5:0) ausgeschaltet, der Süd-Vierte Weiden den Herner EV ebenfalls in drei Spielen (8:3, 5:3, 7:3).

Coach der Norddeutschen war Kevin Gaudet, der später die Hannover Scorpions in der DEL trainierte und zu Beginn der laufenden Saison bei den Nürnberg Ice Tigers an der Bande stand. Vor dem kurzen Intermezzo in Nürnberg war Gaudet sieben Jahre bei Zweitligist Bietigheim Steelers. Aus dem ESC-Kader stach das überragende Sturmduo Joe West und Len Soccio heraus. Zum Team gehörte auch Fred Carroll, in der Saison 2014/15 Coach der Blue Devils.

Der 1. EV Weiden wurde damals von Hans Schulz trainiert. Im Team standen neben dem russischen Sturmduo Sergej Agejkin und Yuri Chipitsyn Akteure wie Frank Gentges, Stefan Peschek, Dirk Salinger, Christian Martin, Roman Bartosch, Josef Preuß und Peter Roedger.

Zum ersten Match der „Best-of-3“- Serie musste Außenseiter Weiden am 11. März 1994 nach Mellendorf. Die Oberpfälzer boten eine klasse Leistung und hatten den Favoriten am Rande einer Niederlage. Bis zur 57. Minute führten die Gäste mit 4:3. Dann patzte Goalie Christian Winkler, der bis dahin überragend gehalten hatte, zwei Mal und Wedemark wendete mit zwei Toren das Blatt. Die bittere Niederlage hinterließ Spuren. Zwei Tage später waren die Weidener im heimischen Stadion ohne Chance und verloren mit 2:6.

Statistik

1. Spiel am 11. März 1994

ESC Wedemark –

1. EV Weiden 5:4 (1:0, 1:3, 3:1)

Tore: 1:0 (16.) Jirko Seib, 2:0 (28.) Mik-hail Lemmer, 2:1 (31.) Peter Roedger, 2:2 (31.) Oliver Hecht, 2:3 (36.) Stefan Breitner, 3:3 (49.) Heinrich Synowietz, 3:4 (50.) Alwin Wever, 4:4 (57.) Jirko Seib, 5:4 (59.) Joe West

2. Spiel am 13. März 1994

1. EV Weiden –

ESC Wedemark 2:6 (0:3, 1:2, 1:1)

Tore: 0:1 (3.) Mikhail Lemmer, 0:2 (14.) Joe West, 0:3 (15.) Jirko Seib, 0:4 (26.) Mikhail Lemmer, 0:5 (33.) Len Soccio, 1:5 (38.) Thomas Pokorny, 1:6 (49.) Joe West, 2:6 (55.) Thomas Pokorny

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