14.06.2019 - 10:37 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

SV Weiden bleibt in der Wasserball-Bundesliga

Überraschende Wende: Die Oberpfälzer müssen sich nicht erst über das eigentlich vorgesehene Relegationsturnier qualifizieren. Grund dafür sind diverse Rückzüge und Verzichte.

Auch in der nächsten Saison gibt es in Weiden spektakuläre Szenen der Wasserball-Bundesliga zu bestaunen.
von Autor PRGProfil

Die Weidener Wasserballer können derzeit nicht über Langeweile klagen. Die Deutsche Wasserball-Liga (DWL) sorgt immer wieder für Überraschungen, auch wenn es scheinbar schon geklärt war, wie es weitergeht. Nach einer überzeugenden Abstiegsrunde ohne Niederlage, landeten die Oberpfälzer dennoch auf dem vorletzten Tabellenplatz (Letzter war der SC Neustadt/Weinstraße, nach dem Rückzug zu Beginn der Runde) und hätten eigentlich im Relegationsturnier mit den vier Zweitliga-Meistern spielen müssen. Ärgerlich für die SVler, vor allem in Anbetracht der Punkteregelung (wir berichteten), aber am Ende kam es doch ganz anders.

Die Ereignisse überschlugen sich in den letzten Wochen. Zuerst verkündeten die Vogtländer vom SSV Plauen, dass sie für die nächste Saison keine Bundesliga-Lizenz beantragen werden, obwohl sie mit dem fünften Platz sportlich die beste Saison der Vereinsgeschichte hingelegt hatten. Keine Woche später, nachdem der SC Wedding den Weidener noch einen Zähler zum Klassenerhalt abgekämpft hatten, folgte die nächste Überraschung. Der traditionsreiche Verein aus der Hauptstadt wird in der nächsten DWL-Saison auch nicht vertreten sein. Als ob dies der ganzen Wasserballmisere nicht schon genug wäre, hat auch der Ostdeutsche Meister WUM Magdeburg der Ligaleitung überraschend mitgeteilt, dass er, trotz sportlicher Qualifikation und offenkundig kommunizierter Absichten, weder das Aufstiegsturnier ausrichten, noch daran teilnehmen werde. Daraus entsteht nun eine kuriose Situation: Aus den Rückzügen und Verzichten resultierten vier freie Plätze in der DWL-Bundesliga für die vier verbliebenen Aufstiegskandidaten: SV Weiden, Poseidon Hamburg, SV Würzburg und Düsseldorfer SV. Dieses Quartett könnte nächste Saison in der Bundesliga spielen, wenn sie denn wollen. Weiden und Hamburg scheinen fest entschlossen, Düsseldorf verzichtete bereits letztes Jahr als Nachrücker und Würzburg zögert aktuell noch.

Der SV Weiden hatte eigentlich mit einem Relegationsturnier zum Klassenerhalt gerechnet

Weiden in der Oberpfalz

"Das ist nicht der Zustand, den wir uns wünschen. Sportlich haben wir bewiesen, dass wir dazu gehören. Die Abstiegsrunde haben wir klar gewonnen und bleiben verdient auch nächste Saison in der Bundesliga. Das freut uns, dennoch machen wir uns große Sorgen um den Wasserballsport im Allgemeinen. Wenn die Deutsche Wasserball-Liga künftig eine vernünftige Runde spielen und nicht mit nur wenigen Vereinen eine elitäre Liga bilden will, müssen sich die Verantwortlichen grundsätzliche Gedanken über das System machen. Es wird dem deutschen Wasserball nicht weiterhelfen, wenn Spandau gegen WaSpo Hannover eine eigene Liga spielt, und den anderen, die immer weniger werden, höchstens eine Statistenrolle bleibt. Die Bestimmungen müssen für alle attraktiver werden, auch wenn die vorderen zwei Plätze für die nächsten Jahre vergeben sind", äußerte Weidens Mannschaftsleiter Irek Luczak große Bedenken. "Alle reden seit Jahren über die Rettung des deutschen Wasserballs, effektiv machen sie aber nur so viel, was im aktuellen Interesse steht, da sind andere Verbände schon viel weiter. Wenn sich die Vereine nicht einigen, wird es immer schlimmer im deutschen Wasserball, so viel ist sicher", legte er nach.

Verbandsprobleme hin, Streitigkeiten und Interessenskonflikte her: Weiden bekommt auch in der kommenden Saison Wasserball-Bundesliga zu sehen. Es wird die elfte Saison in der Eliteliga in der früheren Wasserball-Provinz. Die SVler freuen sich und bleiben ihrer Linie treu: "Wenn wir unsere Entwicklung und Jugendarbeit fortsetzen wollen, dann nur in der ersten Liga", sagte Trainer Thomas Aigner der Süddeutschen Zeitung. Die Abstürze von Neustadt, Plauen und Wedding dienten als mahnendes Beispiel, keine finanziellen Verrenkungen zu unternehmen. Obwohl die Saison absolut nicht wunschgemäß verlief, zieht Aigner ein positives Fazit und sieht die Seinen auf dem richtigen Weg: "Zum Ende der Saison sind wir immer besser geworden. Jetzt hoffen wir, dass es so weitergeht. Unserer Philosophie bleiben wir auf jeden Fall treu."

Die Verantwortlichen wollen weiterhin auf die eigene Jugend setzen und keine finanziellen Risiken eingehen: "Wir können uns keine großen Sprünge leisten und wollen solche auch nicht. Die Mannschaft macht Spaß, wie sie ist, das wollen wir beibehalten", erklärt Luczak abschließend.

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