04.03.2021 - 17:48 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

SV Weiden schwimmt gegen den Lockdown an

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Bloß nicht in den heftigen Wellen der Pandemie untergehen: Die Schwimmer trifft die lange Corona-Auszeit hart. Der SV Weiden bildet da keine Ausnahme.

Wann können die Schwimmer endlich wieder im Becken trainieren? Nicht nur die Schwimmabteilung des SV Weiden hofft zeitnah auf grünes Licht durch die Politik.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Im Sport ist Motivation oft die halbe Miete. Wenn die aber schwindet, weil weder Training noch Wettkämpfe möglich sind, dann müssen auch mal kleine Zuckerl die Begeisterung hochhalten. "Wir haben zu Weihnachten neue Badeausrüstungen als Geschenke verteilt", erzählt Michael Brandl, Trainer der 1. Mannschaft beim SV Weiden. Nur eine kleine Geste zwar, aber eine, die durchaus Wirkung zeigt. "Das ist bei unseren Kindern und Jugendlichen gut angekommen."

Verdient hatte sich der Schwimmnachwuchs das kleine Präsent allemal. Denn die vergangenen zwölf Monate waren, um bei der Sportart zu bleiben, ein Schlag ins Wasser. Mehr als Trockenübungen, entweder in kleinen Gruppen oder zuletzt eher individuell, waren in Zeiten von Lockdowns und Badsperrungen zumeist nicht drin. Statt im Becken ihre Bahnen zu ziehen schlüpften die jungen Schwimmer in Laufschuhe, schwangen sich aufs Rad oder machten zu Hause Krafttraining. "Die Hauptsache war, einigermaßen fit zu bleiben", sagt Brandl.

Unterbrochen wurde die wasserlose Phase lediglich in einem Zeitfenster von Juli bis Oktober. Zunächst bildete der Badeweiher im Schätzlerbad einen halbwegs geeigneten Trainingsort, auch wenn die sich dort tummelnden Karpfen vor allem den jüngeren Mädchen manch gehörigen Schrecken einjagten. Dann öffnete kurzzeitig auch die Thermenwelt ihre Türen. "Das war ein Aufbruch ins Positive", sagt Brandl. "Es lief toll. Alle waren total fit."

Dann folgte im November die zweite Zwangspause. Und seitdem stecken die Weidener Schwimmer im Lockdown-Nirwana fest. "Wir versuchen natürlich, in diesen schwierigen Tagen aufmunternde Worte zu finden", berichtet Brandl. Aber, so der Trainer, "seit ein, zwei Monate ist der Drive nicht mehr so da."

Die leicht gedrückte Stimmung hat sich zur Erleichterung der Verantwortlichen bislang nicht negativ auf die Kadergröße ausgewirkt. In ein tiefes Motivationsloch ist noch keiner gefallen. "Niemand hat aufgehört oder ist ausgetreten. Alle haben signalisiert, dass sie weiter zur Stange halten wollen." Überhaupt hält Brandl wenig von Pessimismus, was die Auswirkungen der Pandemie auf den Schwimmsport betrifft: "Wir werden merken, dass der eine oder andere Jahrgang künftig etwas schwächer besetzt ist. Aber wir werden nicht ganze Generationen verlieren."

Seit ein, zwei Monate ist der Drive nicht mehr so da.

Michael Brandl

Brandl ist sich aber einer Sache bewusst: "Wenn Training wieder möglich ist, fangen wir auf niedrigem Niveau an." Allerdings überwiegt bei ihm die Zuversicht, dass Trainingsrückstände relativ schnell wieder aufgeholt werden können. "Teilweise hat unser Nachwuchs vier- bis fünfmal pro Woche trainiert. Wenn wir dieses Pensum wieder aufnehmen, dann können wir zu unserem ursprünglichen Leistungsniveau zurückkehren und Bestleistungen bringen."

SV Weiden: Geringerer Beitrag

Weiden in der Oberpfalz

Zwei Schwimmer des SV Weiden arbeiten bereits fest an diesem Vorhaben. Mit Alexander Engel und Leon Duchek (beide Jahrgang 2004) sind zwei Aktive in den erweiterten Bayernkader berufen worden, was grünes Licht für Schwimmtraining trotz Lockdown bedeutet. Beide fahren regelmäßig nach Regensburg, um dort unter dem erfahrenen Erfolgscoach Olaf Bünde zu trainieren.

Für die restliche SV-Truppe geht das Warten weiter. "Wir harren der Dinge, wann die Politik Öffnungen für den Sport beschließt", sagt Brandl. Für den Tag X sieht sich die Schwimmabteilung auch aufgrund der nunmehr intakten Infrastruktur gerüstet. So steht das generalsanierte Realschulhallenbad ab sofort wieder zur Verfügung. Neben dem Training soll dann so bald wie möglich der Vergleich mit der Konkurrenz gesucht werden. "Es wird vermutlich zunächst Freiluftwettkämpfe geben, da hier die Hygienekonzepte besser zu erfüllen sind", glaubt Brandl.

 

 

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