27.05.2020 - 16:43 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Unmut bei Sportkeglern nach dem Saisonabbruch

Die noch ausstehenden zwei Spieltage werden nicht nachgeholt. Das Spieljahr ist wegen der Corona-Pandemie vorzeitig beendet. Ein Leidtragender dieser Entscheidung ist der SKC Gut Holz Weiden.

SKC GH SpVgg Weiden gegen den SC Luhe-Wildenau, dieses Derby findet im kommenden Jahr in der Bayernliga statt.
von Norbert DietlProfil

Die Verantwortlichen des Deutschen Keglerbundes Classic (DKBC) hatten nach der Saisonunterbrechung Mitte März drei Pläne vorgestellt. Während bei Plan A und Plan B die Durchführung der noch ausstehenden zwei Spieltage im Vordergrund stand, regelte Plan C bereits das Szenario für den Fall, dass die Saison nicht mehr fortgesetzt werden kann und daher vorzeitig mit dem 16. Spieltag abgebrochen werden muss.

Durch die von staatlicher Seite angeordneten Maßnahmen erledigten sich Plan A und B von selbst, da ein Trainings- und Spielbetrieb nicht möglich war. Damit wäre Plan C in Kraft getreten. Nach dem Einspruch eines Zweitligavereins stellte der DKBC-Rechtsausschuss aber fest, dass für Plan C die vorherige Zustimmung des Ländersportrats hätte eingeholt werden müssen. Der Verband unterrichtete mit Schreiben vom 11. Mai die Mitglieder, dass man beabsichtige gegen die Entscheidung des Rechtsausschusses Revision einzulegen.

Umstrittene Solidaritätserklärung

Unabhängig davon sollte in einer Ländersportratssitzung beziehungsweise im Umlaufverfahren dieses Gremiums die beanstandete Zustimmung eingeholt werden. Darüber hinaus sollten alle Bundesligamannschaften von Präsidiums- oder Kommissionsmitgliedern kontaktiert und Solidarität eingefordert werden. Gerade diese Solidaritätserklärung "Gesundheit und Planungssicherheit stehen über dem Sportlichen" hat im Lager der Kegler für reichlich Unmut gesorgt.

Gemäß dieser Erklärung würden die Vereine den vorzeitigen Saisonabbruch und die sich daraus ergebenden Konsequenzen akzeptieren und gegen alle weiteren Schritte verzichten. Wenig verwunderlich, dass diese Solidaritätserklärung von mehr als 90 Prozent der Erst- und Zweitligavereine abgegeben wurde, waren doch nur eine Handvoll Vereine von dieser Regelung wirklich betroffen.

Wären die beiden noch ausstehenden zwei Spiele ausgetragen worden, hätten der SKC GH SpVgg Weiden oder auch der SKC Old School Kaiserslautern den FSV Erlangen-Bruck, der jetzt in der 2. Liga bleibt, noch einholen können. In der 2. Bundesliga Ost-Mitte hätte der Tabellenzweite SK Markranstädt den einen Punkt besser platzierten Tabellenführer Wernburg zu Gast gehabt und wurde so um eine realistische Aufstiegschance gebracht.

SKC Weiden wehrt sich

Bei den Frauen muss Sangerhausen aus der 2. Liga absteigen, obwohl man noch zwei Heimspiele zu absolvieren hatte und der Klassenerhalt bei zwei Punkten Rückstand durchaus realistisch war. Diese betroffenen Vereine haben die eingeforderte "Solidaritätserklärung" nicht unterzeichnet. "Wir werden die Erklärung nicht unterschreiben - und, sollte Plan C nach Zustimmung des Ländersportrats tatsächlich in Kraft treten - überlegen, ob wir den ordentlichen Rechtsweg gegen den DKBC beschreiten", hatte Weidens Vereinsvorsitzender Tobias Lobinger gesagt. Nicht nur in Weiden sorgte die Tatsache, dass das Ergebnis der Umfrage sogar namentlich im Internet veröffentlicht wurde, kaum für Begeisterung. Da war sogar die Rede von Druck, der auf die Bundesligavereine ausgeübt werde.

Abstieg in die Bayernliga

Mittlerweile ist die Entscheidung gefallen: Der Ländersportrat hat im Umlaufverfahren am 21. Mai bei einer Enthaltung und 32 Ja-Stimmen Plan C zugestimmt. Da Bayern bereits am 15. Mai den gleichlautenden Plan C für die Kegler im Freistaat angenommen hatte, können sich der SKC Gut Holz SpVgg Weiden, der SC Luhe-Wildenau und der ESV Schweinfurt, die nun gemeinsam aus der 2. Bundesliga absteigen, auf der Internetseite des BSKV die Ligeneinteilung für die Bayernliga-Saison 2020/21 ansehen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.