26.08.2018 - 23:21 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Das "VAR" nix

Es war der Aufreger des ersten Bundesliga-Wochenendes: Während der Videobeweis bei der WM (fast) reibungslos funktionierte, hakt es in Deutschlands Eliteliga an allen Ecken und Enden. Ein Kommentar von Fabian Leeb.

Schiedsrichter Bastian Dankert schaut sich eine Videoaufzeichnung eines Elfmeters für Bayern München an und lässt ihn anschließend wiederholen.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

(fle) Video kommt aus dem Lateinischen und heißt: "ich sehe". Der 1. Spieltag in der Fußball-Bundesliga lieferte dagegen den Beweis, dass die Schiedsrichter trotz technischer Hilfsmittel längst nicht alles sehen. Im Gegenteil: Während bei der WM Schiedsrichtergespanne in kunterbuntesten Konstellationen den "Video-Assistant-Referee" (VAR) zu einer sinnvollen Bereicherung des Fußballs machten, reicht ein Wochenende in Deutschlands Eliteliga aus, um den Grundgedanken nach mehr Gerechtigkeit ad absurdum zu führen. Sepp Herbergers Weisheit, ein Spiel dauere 90 Minuten, wird außer Kraft gesetzt. Wegen der inflationären Besuche in der "Video-Area" hagelt es Nachspielzeiten von über zehn Minuten - eine Farce.

Warum aber muss der Unparteiische gefühlt jede strittige Szene selbst überprüfen? Bei glasklaren Aktionen reicht doch eine Info aus dem Kölner Keller aus. Warum greift der "VAR" auch bei 50:50-Situationen ein und nicht nur - wie eigentlich vorgesehen - bei eindeutigen Fehlentscheidungen? Hier sollte die WM-Handhabe gelten: Weniger ist mehr. Der Videobeweis macht Sinn, das hat die WM bewiesen. So wie am Wochenende in der Bundesliga praktiziert, bleiben Spielfluss, Emotionen und Nachvollziehbarkeit jedoch auf der Strecke. In dieser Form sehe ich für die Zukunft des Videobeweises schwarz: "Video nigrum!"

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