23.03.2019 - 00:02 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Aus in der Verlängerung

Die Blue Devils liefern den Hannover Scorpions einen beherzten Kampf, doch das fünfte Match können sie nicht erzwingen. Der ehemalige Weidener Patrick Schmid trifft in der "Overtime" und schickt seinen Ex-Verein in die Sommerpause.

Devils-Keeper Daniel Filimonow bot auch im vierten Play-off-Match gegen die Hannover Scorpions eine starke Leistung. Die 3:4-Niederlage nach Verlängerung und damit das Aus im Achtelfinale konnte aber auch er nicht verhindern.
von Rudolf Gebert Kontakt Profil

Die "Best-of-5"-Serie im Play-off-Achtelfinale der Eishockey-Oberliga zwischen den Blue Devils Weiden und den Hannover Scorpions ist nach dem vierten Match entschieden. Die Weidener unterlagen am Freitag nach großem Kampf mit 3:4 (1:2, 1:1, 1:0, 0:1) nach Verlängerung. Während für die Truppe von Trainer Ken Latta die Saison beendet ist, steht der Vizemeister der Oberliga Nord nach dem dritten Sieg im Viertelfinale und darf weiter vom Aufstieg in die DEL2 träumen.

Siegtor durch Schmid

Die Blue Devils erwischten den besseren Start und gingen früh in Führung. Dann jedoch zeigte Hannover seine Klasse und sah bis Ende des zweiten Drittels wie der sichere Sieger aus. Die Weidener gaben jedoch nie auf und kämpften sich zurück. Ab Beginn des letzten Abschnitts entwickelte sich ein packender Play-off-Fight, der dann von Patrick Schmid nach 3:37 Minuten der Verlängerung entschieden wurde.

"Ich bin einfach nur enttäuscht. Wir hätten jedes Spiel für uns entscheiden können. Ich bin stolz auf die Truppe, dass sie immer ein unangenehmer Gegner war. Aber unangenehm sein reicht nicht, das bringt keine Meisterschaft. Erfahrung hat bestimmt mit den Ausschlag gegeben. Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht, die Hannover eiskalt ausgenutzt hat", sagte Devils-Trainer Ken Latta. Sein Kollege Dieter Reiss meinte: "Weiden war sehr gut auf uns eingestellt. Es war eine harte Serie, die auch andersrum hätte ausgehen können. Wir haben nicht gedacht, dass es so schwer wird. Wir mussten jedes Spiel 100 Prozent geben."

"Auch ich bin absolut enttäuscht. Nicht über die Leistung der Mannschaft, sondern wir wollten das fünfte Spiel in Hannover. Dort hätte dann alles passieren können. Das muss ich jetzt erstmal verdauen. Die Zuschauer sind zufrieden trotz Niederlage. Das sagt alles aus", erklärte EV-Vorsitzender und GmbH-Geschäftsführer Thomas Siller.

Wie ernst die Hannover Scorpions die Partie und den Gegner Weiden nahmen, beweist die Tatsache, dass sie bereits am Donnerstag angereist waren. Zunächst gaben aber die Blue Devils den Ton an und gingen in der vierten Minute in Führung. Die Gäste waren nach dem ersten Weidener Powerplay gerade wieder drei Sekunden komplett, als Marco Habermann zum 1:0 einschoss. Dann jedoch übernahmen die Gäste das Kommando, legten ein enorm hohes Tempo vor und ließen die Gastgeber nicht mehr zum Verschnaufen kommen. Der Druck war so groß, dass den Devils zwangsläufig Fehler unterliefen. In der 16. Minute verlor Valentin Bäumler die Scheibe im eigenen Drittel und der Kanadier Matt Wilkins markierte das 1:1. Dann schlug Maximilian Deichstetter den Puck über die Bande und musste wegen Spielverzögerung in die Kühlbox. Die Überzahl nutzte Hannover durch Marian Dejdar zum 2:1, wobei der Torschütze fünf Meter vor dem Tor völlig freistand.

41 Sekunden nach Wiederbeginn erhöhte Marius Garten auf 3:1. Die Scorpions hatten, von wenigen Weidener Kontern abgesehen, die Partie im Griff. Doch dann nutzten die Blue Devils ihr zweites Überzahlspiel: Michael Kirchberger fälschte einen Distanzschuss unhaltbar für den erneut starken Scorpions-Goalie Christoph Mathis ab (38.).

Das Spiel war wieder offen und im Schlussabschnitt entwickelte sich ein packender Play-off-Fight. Als Matt Abercrombie (47.) den Ausgleich erzielte, keimte bei den Gastgebern wieder die Hoffnung auf das fünfte Match auf. Doch in der Schlussphase hatte Hannover klare Vorteile und drängte auf den Siegtreffer. Der überragende Goalie Daniel Filimonow rettete sein Team mit tollen Paraden in die Verlängerung. Da musste er aber dann das entscheidende Tor von Patrick Schmid hinnehmen (64.).

Trikotversteigerung

In der Pressekonferenz wurde noch ein wichtiger Termin bekanntgegeben. Die Saisonabschlussfeier mit Trikotversteigerung findet am Samstag, 30. März, um 17 Uhr im Autohaus Raab statt.

Hier gibt's den Liveticker zum Nachlesen

Weiden in der Oberpfalz
Statistik:

Blue Devils Weiden - Hannover Scorpions n.V. 3:4 (1:2, 1:1, 1:0, 0:1)

Blue Devils Weiden: Filimonow – Schusser, Willaschek, Herbst, Noe, Schreyer, Bäumler, Voigt, Deichstetter – Siller, Rubes, Heinisch, Geisberger, Abercrombie, Waldowsky, Pronath, Kirchberger, Habermann, Wolf, Hintermeier, Lehner

Hannover Scorpions: Mathis – Lehmann, Thomson, Schnell, Strakhov, Pantic, Fischer, Weist – Schmid, Garten, Bombis, Wilkins, Niddary, Dej-dar, Blank, Koziol, Arnold, Ringe, Marek, Janisch

Tore: 1:0 (4.) Habermann (Pronath, Schusser), 1:1 (16.) Wilkins (Dejdar, Fischer), 1:2 (20.) Dejdar (Bombis), 1:3 (21.) Garten (Lehmann, Bombis), 2:3 (39.) Kirchberger (Noe, Schusser), 3:3 (47.) Abercrombie (Geisberger), 3:4 (64.) Schmid (Bombis, Garten) – Schiedsrichter: Kapzan – Zuschauer: 1639 – Strafminuten: Weiden 8, Hannover 6

Der Ex-Weidener Patrick Schmid (links) schoss die Hannover Scorpions in der Verlängerung ins Play-off-Viertelfinale. Rechts Devils-Angreifer Matt Abercrombie.

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