28.07.2019 - 23:21 Uhr
WeiherhammerSport

Spielform 9 gegen 9 auch im Juniorenfußball

Bei den Sommerarbeitstagungen im Fußballkreis Amberg/Weiden stimmen die Vereinsvertreter mit großer Mehrheit für die sofortige Änderung - analog zur Einführung im Herrenbereich für die B-Klassen.

Kreisjugendleiter Klaus Meier plädierte bei den Sommerarbeitstagungen für die Einführung der Spielform 9 gegen 9 bei den A-, B- und C-Junioren.
von Rudolf Gebert Kontakt Profil

Im Fußballkreis Amberg/Weiden wurden in dieser Woche für die Nachwuchskicker die Weichen für die Saison 2019/20 gestellt. Bei den Sommertagungen in Raigering für den Bereich Amberg und in Weiherhammer (Bereich Weiden) stimmten die Jugendvertreter über zwei wichtige Punkte ab: die Einführung der Spielform 9 gegen 9 für die A-, B- und C-Junioren in den Gruppen und Kreisklassen sowie eine mögliche Änderung der Herbstrunde in ausschließlich 6er Gruppen (für die A-, B-, C- und D-Junioren). Kreisjugendleiter Klaus Meier sprach in seinem Rückblick von einer "relativ problemlos" verlaufenen Saison. "Sorgen bereiteten aber Spielausfälle wegen Spielermangels." Deshalb sei die Idee gereift, analog zum Herrenbereich (B-Klassen) auch bei den A- bis C-Junioren in den Gruppen und Kreisklassen auf die Spielform 9 gegen 9 zu setzen. Wer Personalprobleme habe, könne dies dem Gegner bis 24 Stunden vor Spielbeginn mitteilen. "Der Gegner hat keine Wahl und muss mit 9 gegen 9 einverstanden sein", erklärte Meier. Nicht verändert werde die Spielfeldgröße, nur die Spielzeit werde in jeder Hälfte um fünf Minuten verringert.

Große Mehrheit

"Es ist ganz einfach ein Versuch, den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten", betonte Meier. "Die Eckdaten werden eins zu eins aus dem Erwachsenenbereich übernommen." Bei beiden Veranstaltungen stimmten die Jugendleiter und -trainer mit großer Mehrheit für die sofortige Einführung. In Raigering lautete das Ergebnis 28:10, in Weiherhammer 34:17 - also insgesamt 62:27. Noch deutlicher (73:16) fiel das Votum für die Änderung der Ligenstärke (6er Gruppen) ab der Herbstrunde 2020 bei den A- bis D-Junioren aus. In Raigering stimmten 25 dafür und 13 dagegen, in Weiherhammer lautete das Resultat 48:3. Neben den Abstimmungen war die Planung der Saison 2019/20 der Schwerpunkt beider Veranstaltungen. Meier und die Spielgruppenleiter Karl-Heinz Luber und Wilhelm Fritz stellten die Gruppeneinteilungen und den Rahmenterminplan vor. Saisonstart bei den A-Junioren ist am Wochenende 31. August/1. September, die B-Junioren beginnen eine Woche später. In den weiteren Altersklassen rollt erst nach den Sommerferien der Ball.

Weniger Sportgerichtsfälle

Positive Zahlen gab es von Rainer-Michael Rößler, dem Vorsitzenden des Jugendsportgerichts der Oberpfalz, der allerdings nur bei der Zusammenkunft in Raigering anwesend war. Die Verfahren seien gegenüber dem Vorjahr von 586 auf 415 Fälle zurückgegangen. Allerdings haben die Vergehen gegen Schiedsrichter mit Beleidigungen und Einschüchterungen zugenommen. "Die Unabhängigkeit und Autorität des Schiedsrichters sind zu gewährleisten", erklärte Rößler, der ankündigte, dass Vergehen gegen Referees künftig härter bestraft werden.

Kommentar von Rudolf Gebert:

Richtige Reform muss her

Die sofortige Einführung der Spielform 9 gegen 9 bei den A-, B- und C-Junioren ist richtig und entspannt die missliche Lage zumindest ein bisschen. Dauerhaft werden die Probleme im Juniorenfußball damit aber nicht zu lösen sein. Die Zahl an Nachwuchskickern ist seit Jahren rückläufig, das Interesse von Kindern und Jugendlichen nicht mehr alleine auf Fußball fokussiert. Und was ist, wenn auch 9 gegen 9 nicht mehr funktioniert? Heißt dann die Lösung 8 gegen 8 oder 7 gegen 7?

Nein, früher war sicher nicht alles besser, aber auch nicht alles schlechter. Die älteren Fußballer werden sich an ihre Kindheit erinnern, als fast alle Vereine Schüler- und Jugendteams stellten. Damals war es völlig normal, dass 11- bis 14-Jährige sowie 15- bis 18-Jährige in einer Mannschaft spielten. Heute ist der Apparat von der A- bis zur F-Jugend aufgebläht.

Nein, dahin zurück will natürlich niemand. Aber vielleicht sollten die Verbandsfunktionäre über einen Mittelweg nachdenken – drei statt zwei Jahrgänge pro Altersklasse. Der ältere B-Jugend-Jahrgang käme zur A-Jugend, der jüngere zur C-Jugend. Analog könnte man bei den D- bis F-Junioren verfahren. Schaden würde es den Nachwuchskickern, die aufgrund der Personalprobleme sowieso ständig in der nächsthöheren Altersgruppe aushelfen müssen, sicherlich nicht. In erster Linie wäre mit dieser Reform aber den Vereinen geholfen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.