29.07.2019 - 18:20 Uhr
Wernberg-KöblitzSport

"Ein komisches Spiel" in Stulln

Herrliche Zuschauerkulisse, Dramatik und vier Tore: Das Bezirksliga-Derby in Stulln hatte fast alles - und hielt am Ende natürlich auch einer Freundschaft stand.

Die Kicker des FC Wernberg durften in Stulln drei Mal jubeln. Beim 3:1-Erfolg am Sonntag wurde es am Ende aber noch einmal eng.
von Josef Maier Kontakt Profil

Da gibt es für 90 Minuten mal keine Freundschaft. "Dafür sind wir beide zu sehr erfolgsorientiert und Wettkämpfer", sagt Christian Most. Der Spielertrainer des FC Wernberg hatte am Sonntag beim Bezirksliga-Derby in Stulln einen seiner besten Kumpels zum Gegner: Christian Zechmann. "Wir haben uns auf dem Platz gemieden", blickte der Stullner Trainer gequält lächelnd auf das Duell zurück.

Gequält lächelnd deshalb, weil der 35-Jährige nicht allzu lang auf dem Platz stand. Er verletzte sich noch vor der Pause am Innenband des linken Knies. "Am Mittwoch habe ich ein MRT, dann weiß man mehr." Es wäre schon fatal, wenn Zechmann länger ausfallen würde, zumal auch Andreas Pitruski mit einer Außenbandverletzung vom Feld ging.

Von außen durfte Zechmann registrieren, dass sein Team in der zweiten Hälfte stärker wurde. In den ersten 45 Minuten war der FC Wernberg in einem "komischen Spiel", wie es Most formulierte, klar überlegen. 2:0 führten die Gäste. "Dann müssen wir gleich nach der Pause das 3:0 machen, da hatten wir zwei dicke Chancen", kritisierte Most die Nachlässigkeiten seiner Jungs. Stulln schaffte durch Wolfgang Hesls Kopfballtor den 1:2-Anschlusstreffer. Für den jetzt im Feld spielenden Ex-Profi-Torwart hatte Most übrigens keine Extra-Bewachung angeordnet. "Aber ich habe meine Spieler schon darauf hingewiesen, wie er spielt.

Gegen Ende des Spiels wurde es noch mal richtig eng. "Deswegen war ich auch ein bisschen angefressen, dass wir so ein Spiel aus der Hand geben", meinte Most, der am Ende sehr froh über die drei Punkte war.

"Naja, vielleicht hätte es noch mit einem Punkt klappen können", lobte Zechmann dagegen das "Nie-aufgeben" seiner Stullner. Von der Ängstlichkeit und dem Respekt der ersten 45 Minuten war beim Neuling nichts mehr spüren.

Nach den 90 Minuten waren Zechmann und Most wieder dicke Kumpels. "Wir machen auch privat etwas miteinander, haben wöchentlich auch immer wieder telefonischen Kontakt", erzählt Zechmann von der Freundschaft. Schon in der E-Jugend spielten sie gegeneinander, dann zusammen auch in Schwarzenfeld und als Spielertrainer-Duo in Pfreimd.

"Eine Wette hatten wir vor dem Spiel nicht laufen", berichtete Zechmann. "Gott sei Dank, sonst hätte ich zahlen müssen." Bei einem Bierchen plauderten sie danach noch im Stullner Sportheim über das interessante Spiel. Und für Most gab es dann doch noch eine "Siegprämie": "Christian hat das Bier bezahlt."

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