02.08.2020 - 18:20 Uhr
Wernberg-KöblitzSport

Testspiel in Wernberg: Hitze und Corona spielen mit

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Es war heiß. Fast zu heiß, um gegen den Ball zu kicken. Aber den Spielern, die sich am Samstagnachmittag auf dem Detag-Sportplatz in Wernberg tummelten, war's egal. Hauptsache wieder Fußball. Trotz Hitze, trotz Corona.

Zwei Grafenwöhrer Spieler, die sich corona-konform freuen: Lukas Wiesnet (links) beglückwünscht Patryk Bytomski zu dessen Führungstor. Das Testspiel zwischen dem TSV Detag Wernberg und der SV Grafenwöhr am Samstagnachmittag war eines der ersten nach der Freigabe durch die Politik.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Das Ergebnis schon mal vorweg: Landesligist SV Grafenwöhr gewann beim eine Klasse tiefer spielenden TSV Detag Wernberg mit 4:1. Ein standesgemäßes Ergebnis, so weit kein Aufreger. Das Besondere aber: Es war eines der ersten Fußballspiele in der Region seit Beginn der Corona-Pandemie und seit der Freigabe von Testpartien durch die Politik. War das Spiel schon alleine deshalb eine Herausforderung für Funktionäre, Trainer, Spieler und Schiedsrichter?

"Ja natürlich, ganz klar", sagte Achim Luff. "Es steckt schon ein logistischer Aufwand dahinter, um so ein Testspiel auszurichten." Der Sportliche Leiter des TSV Detag zählte auf, was ihm an Auflagen spontan einfiel: Desinfektionsmittel bereitstellen, Kontaktdaten erfassen, Bälle desinfizieren. Schwierig werde es vor allem dann, wenn die Spieler sich vor Ort umziehen und duschen. "Wir haben drei Duschen; zwei haben wir für Grafenwöhr bereitgestellt, eine für unsere Mannschaft", berichtete Luff. "Aber da dürfen die Spieler nur einzeln rein, die anderen müssen warten."

Wir hatten uns alle im Vorfeld so sehr auf diesen Moment gefreut, da ist dann auch das Ergebnis egal.

Thimo Luff.

Thimo Luff.

Die längere Wartephase nach anstrengenden 90 Minuten in sengender Hitze nahmen die Akteure jedoch gerne in Kauf. "Das Ganze rund um das Spiel war ein bisschen anders, aber das ist okay", meinte Detag-Offensivspieler Thimo Luff. "Wir hatten uns alle im Vorfeld so sehr auf diesen Moment gefreut, da ist dann auch das Ergebnis egal."

Ins gleiche Horn stieß Johannes Renner. "Klar, das Umziehen, das Duschen, das ist schon eine Umstellung. Aber da muss sich halt jeder mal beeilen", fand der Kapitän der SV Grafenwöhr. "Insgesamt war es einfach schön, wieder auf dem Platz zu stehen." Schade sei es jedoch, dass die Politik keine Zuschauer zulasse. "Bei Testspielen ist das sicher noch nicht so wichtig", meinte Renner. "Aber wenn es um Punkte geht, dann brauchen die Mannschaften auch die Unterstützung von den Rängen. Vor allem bei den Derbys."

Anpfiff für die Testspiele: Am Freitag ging es los

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Amateurfußball ohne Zuschauer? "Das geht gar nicht", findet auch Achim Luff: "Die Vereine brauchen die Eintrittsgelder und die Einnahmen aus dem Verkauf von Getränken und Essen." Der Detag-Funktionär hat eine klare Meinung: "Ohne Zuschauer brauchst du die Saison gar nicht weiterzuführen."

Am fehlenden Publikum lag's jedoch nicht, dass der TSV Detag als Verlierer vom Platz ging. Vor dem Anpfiff hatte der neue SV-Coach Martin Kratzer seinen Spielern einen besonderen Auftrag mitgegeben. "Denkt nicht an Corona und nehmt die Zweikämpfe an." Den Ratschlag beherzigte der Landesligist. Grafenwöhr legte die routiniertere Spielweise an den Tag und siegte dank der Treffer von Patryk Bytomski (12.), Marcello Siemski (16./47./86.) bei einem Gegentor von Marco Geier (59.) verdient.

Insgesamt war es einfach schön, wieder auf dem Platz zu stehen.

Johannes Renner.

Johannes Renner.

"Drei Tore war der Gegner nicht besser", befand TSV-Trainer Thomas Gietl, der sich über "Leichtsinnsfehler" seiner Spieler und einen verschossenen Elfmeter von Alex Luff beklagte. Der Ärger war aber schnell verraucht: "Das Wichtigste war, dass wir wieder spielen durften."

Eine Feststellung, die auch auf das Trio in schwarz zutraf. "Jucken tut es allen unter den Fingern, dass es endlich wieder losgeht. Egal ob Spieler oder Schiedsrichter", sagte Referee Tim Schuller aus Freudenberg, der aufgrund der langen Pause und der Corona-Auflagen zunächst "ein komisches Gefühl" verspürte. "Aber das hat ja alles gut geklappt hier in Wernberg."

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