Update 31.07.2020 - 21:02 Uhr
AmbergSport

Anpfiff für Testspiele: Irchenrieth macht den Anfang

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Nach dem grünen Licht für Trainingsspiele halten sich die Fußballvereine aus der Region noch zurück. Am Wochenende sind im Raum Amberg-Weiden auf Kreisebene knapp zwei Dutzend Spiele geplant. Los ging es schon am Freitagabend.

Die Spieler der DJK Weiden wissen, wie Torjubel in Pandemie-Zeiten geht: Die Partie DJK Irchenrieth gegen DJK Weiden war am Freitag das erste Testspiel im Kreis Amberg/Weiden nach monatelanger Corona-Zwangspause.
von Christian Frühwirth Kontakt Profil

Den Anfang machten die DJK Irchenrieth und die DJK Weiden (0:4). Der Ost-Kreisklassist und die Gäste aus der Kreisliga Nord standen sich am Freitagabend im ersten Testspiel im Fußballkreis Amberg/Weiden nach der Corona-Zwangspause gegenüber. Trainingsspiele im Fußball sind seit vergangenem Mittwoch durch das Innenministerium offiziell wieder erlaubt, nachdem dies in der Woche zuvor schon inoffiziell angedeutet wurde, am Dienstag dann aber zunächst noch untersagt blieb.

"Wir waren genauso überrascht wie alle anderen auch", sagt Kreisschiedsrichterobmann Thomas Gebele über das Hickhack der vergangenen Tage. "Es wurde vom Verband am Mittwoch wohl noch einmal interveniert und die Entscheidung von der Staatsregierung dann nachgeschoben", vermutet der frühere Bayernliga-Schiedsrichter.

Auch für ihn endete mit dieser Entscheidung der Corona-Stillstand und er durfte nach gut viereinhalb Monaten wieder Schiedsrichter für Spiele einteilen. Den ersten Auftrag bekam Andreas Kink jun. vom SV Störnstein: Er leitete die Partie in Irchenrieth. Insgesamt hatte Gebele 23 Spiele zu besetzen, "etwa die Hälfte eines normalen Wochenendes in der Vorbereitung".

Die Erlaubnis, Testspiele wieder austragen zu dürfen, ist laut Gebele der nächste Schritt in einem Vier-Stufen-Plan, mit dem er sich auch als Kreisvorsitzender des Bayerischen Landessport-Verbandes beschäftigt. "Erster Schritt von Stufe vier war das Training mit Körperkontakt, der zweite sind jetzt die Trainingsspiele und der nächste Schritt sind dann Trainingsspiele mit Zuschauern." Einen exakten Zeitplan gebe es für die einzelnen Schritte nicht, erfahrungsgemäß würden dazwischen jedoch zwischen zwei und vier Wochen liegen, so Gebele. "Wir hoffen natürlich auf die nächste Erleichterung in 14 Tagen. Das käme dann ungefähr so hin mit dem 16. August, bis zu dem die Kontaktbeschränkungen verlängert wurden."

Für die Testspiele und die für September geplante Fortsetzung der Mitte März unterbrochenen Saison haben sich die Schiedsrichter bis zur der Kreisliga in den vergangenen Wochen mit Online-Schulungen in der Theorie fit gehalten, die Schiedsrichter ab Bezirksliga hatten drei weitere.

Ein Problem waren die Beschränkungen und Sperrungen von Sportanlagen: "Gemeinsames Training war lange nicht erlaubt, wir durften auch auf keinen Sportplatz." Dem Obmann blieb nur der Appell, sich auf eigene Faust fit zu halten. "Die höherklassig pfeifen, haben das bestimmt gemacht", so Gebele, der coronabedingt auf zwei Schiedsrichter verzichten muss: "Die beiden haben Bedenken und mich gebeten, sie nicht einzuteilen."

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Amberg
Hintergrund:

Informationen für Schiedsrichter

  • Corona-Tests: Schiedsrichter müssen wie die Spieler nicht getestet werden.
  • Abstandsregelung: Außerhalb des Spielfeldes heißt es grundsätzlich, Abstand zu halten. Wenn dieser Abstand von 1,5 Metern nicht einzuhalten ist, zum Beispiel beim Gang in die Kabine, muss ein Mundschutz getragen werden.
  • Kabine und Dusche: Für den Schiedsrichter muss eine eigene Kabine mit Duschmöglichkeit vorhanden sein. Falls nicht, entscheidet der Schiedsrichter, ob er das Spiel dennoch leiten möchte und sich zu Hause duscht. Schiedsrichter sollen nach Möglichkeit regional eingesetzt werden (kurze Wege), somit könnte er bereits umgezogen anreisen und zu Hause duschen.
  • Bedenken: Wer sich unsicher fühlt, soll und muss auch keine Spiele leiten.
  • Auf dem Spielfeld: Kein gemeinsames Einlaufen, kein Shake-Hands (analog zu den letzten Bundesliga-Spielen).
  • Nach dem Spiel: Ein zügiges Verlassen des Spielortes ist sinnvoll - der Elektronische Spielberichtsbogen (ESB) kann zeitnah auch zu Hause abgeschlossen werden, sofern der Zeitrahmen eingehalten werden kann.
  • Gesetzliche Regelungen: Schiedsrichter sind nicht dazu da, diese umzusetzen oder gar durchzusetzen. Falls zum Beispiel verbotenerweise Zuschauer anwesend sind, ist keine Meldung an das Sportgericht oder staatliche Behörden zu verfassen, hier steht der Heimverein in Verantwortung.
  • Dokumentation der Namen: Alle am Spiel beteiligten Personen müssen zwecks Nachvollziehbarkeit von möglichen Infektionsketten namentlich erfasst sein (kann durch den ESB auch erfüllt sein). Auch dies liegt in der Verantwortung des Heimvereins.
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