23.05.2018 - 17:50 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Herausforderungen des Klimawandels Thema beim Vortrag im LCC - Experten auf der Bühne Ist die Erde noch zu retten?

Herausforderungen des Klimawandels Thema beim Vortrag im LCC - Experten auf der Bühne

von Redaktion OnetzProfil

Zu der von der Volkshochschule Amberg-Sulzbach veranstalteten Klimaschutzwoche (SRZ berichtete) wurde Professor Frank Späte von der OTH Amberg-Weiden als Referent mit dem Thema "Herausforderungen des Klimawandels" gewonnen.

Dieser lehrt seit 2014 an der Fakultät Maschinenbau/Umwelttechnik der OTH Amberg-Weiden "Energieeffiziente Gebäudetechnik" mit Schwerpunkt Solartechnik. Er begann nun mit einer eindrucksvollen animierten grafischen Darstellung: der Erderwärmung seit 1850 von Klimaforscher Ed Hawkins und von seinem Kollegen und Grafiker Jan Fuglestvedt.

Schonungslose Grafik

Diese basiert auf den Daten des britischen Wetterdienstes und umfasst die Entwicklung der globalen Temperaturen von Januar 1850 bis 2018 in Relation zum Mittelwert von 1850 bis 1900. Die Temperaturen jeden Monats werden in der Grafik spiralförmig um einen Kreis notiert und dokumentieren schonungslos, wie schnell sich in den letzten Jahren die Durchschnitts-Temperatur der Erde erhöht.

Ein Vergleich mit der CO2-Konzentration zeigt die wechselseitige Abhängigkeit. Das Wachstum der Weltbevölkerung bedingt einen erhöhten Energiebedarf, der sich wieder direkt auf die CO2-Konzentration auswirkt. Eine Lösung des Problems wäre die Dekarbonisierung.

Späte zeigt dann alternative Energien auf und deren Gestehungskosten, die sich in den letzten Jahren deutlich gesenkt haben. Heute kann alternativer Strom erzeugt werden, der kostengünstiger ist als der aus Braunkohlekraftwerken.

Probleme lösen

In der Zukunft müssen technische Probleme gelöst werden, wie der Energietransport und -speicherung, das Energiemanagement und die Kosten müssen gesenkt werden. Internationale Abkommen, die bis in die kommunalen Vorgaben wirken, müssen abgeschlossen und eingehalten werden, um die globale Erwärmung zu stoppen. Mit dieser Empfehlung beendete der Professor sein Referat, das nachdenklich stimmte und vom kundigen Publikum mit viel Beifall bedacht wurde.

Im Vortrag von Martin Meiller, dem Leiter der Gruppe "Energetische Reststoffnutzung" vom Fraunhofer-Institut Umsicht, zeigte dieser den Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse in der angewandten Forschung. Nach kurzer Vorstellung des Fraunhofer-Instituts demonstrierte er am konkreten Fall, wie die Industrie, die 73 Prozent ihres Energiebedarfs aus fossilen Brennstoffen deckt, durch neue Methoden Rohstoffe einsparen kann. In Sulzbach-Rosenberg wurde am Fraunhofer-Institut Umsicht ein Verfahren unter Professor Hornung entwickelt, das weltweit einzigartig ist und bis zur Anwendungsreife entwickelt wurde: "Thermo-Katalytisches-Reforming (TCR®) für biogene Roh- und Reststoffe". Dabei wird Biomasse in einem mehrstufigen, thermischen Verfahren in hochwertige Energie- und Nährstoffträger umgewandelt.

Tolles Verfahren

Das Verfahren kann vielfältige Biomassen und Reststoffe effizient verarbeiten, dabei entstehen staubfreies Produktgas aus Wasserstoff (bis zu 50 Volumenprozent), hochwertiges Produktöl, Biokohle mit hohem Kohlenstoffanteil und hohem Potenzial für Düngerersatzmittel. Das Publikum war von diesem Verfahren sehr beeindruckt, bedankte sich mit gebührendem Applaus.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.