16.03.2018 - 11:06 Uhr
Sulzbach-Rosenberg

Sulzbach-Rosenberg hilft sucht Unterstützer Paten sollen Weg ebnen

Es braucht nicht unbedingt eine soziale Ader, um Freude im Umgang mit Menschen zu haben. Handelt es sich dabei um Flüchtlinge, die vor Krieg und Gewalt flüchten mussten, hat deren Betreuung oft großen ideellen Wert. Die Initiative "Sulzbach-Rosenberg hilft" hat darin viel Erfahrung und sucht weitere Mitstreiter.

Integrationsarbeit muss auf vielen Ebenen greifen. Sprach- und Lernförderung sind nur zwei Aspekte dieses Aufgabenbereichs. Auch dabei unterstützt die Initiative "Sulzbach-Rosenberg hilft". Symbolbild: Frank Rumpenhorst/dpa
von Andreas Royer Kontakt Profil

Sie haben den großen Flüchtlingsansturm gemeistert, Hilfe unbürokratisch vermittelt, Freundschaften geschlossen und viele wertvolle Erfahrungen gesammelt. Die Helferorganisation Sulzbach-Rosenberg hilft (SRH) um die Sprecher Hans Lauterbach, Peter Geiger und Michael Kernl sieht ihr Anliegen, die Integration ihrer Schützlinge voranzubringen, weiter auf einem guten Weg.

Mit mehreren Maßnahmen und Projekten lassen sie die Menschen buchstäblich nicht im Regen stehen. "Wir betreuen neu angekommene Asylbewerber, bieten Orientierungshilfen oder vermitteln Wohnraum. Auch bei der Suche nach Kindergartenplätzen, in der Lernförderung, etwa als Lesepaten, oder bei der Hausaufgabenhilfe greifen wir gerne unter die Arme", skizziert Hans Lauterbach den Aufgabenbereich.

Letztlich liegt es der Initiative am Herzen, die Flüchtlinge ins Alltagsleben zu integrieren, wozu auch die Vermittlung von Jobs gehört. Wie von Fachstellen definiert, gilt die Arbeitsmarktintegration als ein entscheidender Aspekt der Integration, da die Erwerbstätigkeit den Lebensunterhalt sichert. "Und auf dem Weg auf dieses Ziel zu ist eben die Mitarbeit von weiteren Helfern oder Paten gefragt, die sich um Flüchtlinge kümmern und ihnen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen", formuliert Peter Geiger den Wunsch von SRH.

Wie beim Pressegespräch zu erfahren, hat die Arbeit von SRH längst eine gewisse Eigendynamik entwickelt, mit der die Paten ganz individuell zurechtkommen. Menschen, die sich für diese Arbeit bereiterklären, werden aber auch nicht allein gelassen. Die Initiative bietet ihnen Orientierung und gibt Tipps für bestimmte Situationen. Außerdem stellt sie die ersten Kontakte zu den Flüchtlingen her, um etwaige Schwellenängste abzubauen.

"Jeder soll sehr behutsam an die neue Aufgabe herangeführt werden, die neben persönlicher Erfüllung auch jede Menge Freude bringen kann, im Wissen, Menschen zu helfen, die sehr persönliche und oft auch traumatische Schicksalsschläge durchleben mussten", ergänzt Michael Kernl. Bei einem Treffen am nächsten Dienstag, 20. März, im Capitol, Bayreuther Straße 4, werden die Vertreter von Sulzbach-Rosenberg hilft zu allen Fragen Rede und Antwort stehen und auch von den Erfolgen ihrer Integrationsbemühungen berichten.

Besonders freut die Vertreter der Initiative, dass sie seit dem Start ihrer Bemühungen rund 50 Flüchtlinge in Ausbildung brachten oder ihnen einen Arbeitsplatz vermitteln konnten. Deshalb wäre es für "Sulzbach-Rosenberg hilft" besonders wertvoll, wenn sich viele Interessierte ein Herz fassen und mitmachen würden. Sollten bei den potenziellen Mitstreitern dann auch noch sozialpädagogische Kenntnisse vorhanden sein, würde sich die Zusammenarbeit nach Ansicht der Gesprächsrunde weiter positiv bemerkbar machen.

"Niemand braucht vor dem zeitlichen Aufwand in der Betreuung zurückzuschrecken. Seit wir begonnen haben, verläuft die Betreuung in geordneten Bahnen und ist demnach eingespielt", merkt Hans Lauterbach dazu an.

Wohnungen sind Mangelware

Wie die Runde angibt, leben laut Kreis-Sozialamt aktuell im Landkreis Amberg-Sulzbach insgesamt 624 Personen in den Flüchtlingsunterkünften (115 in Sulzbach-Rosenberg). 137 (45) sind in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht, 487 (70) in dezentralen Wohnungen. Die Zahl der Fehlbeleger beträgt 354 (37). Dieser amtsdeutsche Begriff meint anerkannte Flüchtlinge, die noch in den vom Landratsamt gemieteten Unterkünften wohnen, sich aber eine eigene Bleibe suchen müssten. "Dies scheitert aber oft an fehlendem Wohnraum, weshalb wir auch an alle Eigentümer oder Vermieter appellieren möchten, eventuell freie Wohnungen zu melden", merkt Peter Geiger an. Ansprechpartner sei hier das Diakonische Werk Sulzbach-Rosenberg, 09661/87770-0, Mail: info[at]diakoniesuro[dot]de. (oy)

Porträts

Die Initiative "Sulzbach-Rosenberg hilft" bemüht sich seit Jahren um die Integration von Flüchtlingen. Ein wichtiger Teil ihrer Arbeit ist dabei die Vermittlung von Arbeitsplätzen. Bei mehr als 50 Asylbewerbern ist das den Helfern bereits gelungen. In einer kleinen Serie wird unsere Zeitung von einigen Flüchtlingen berichten, die auf dem Weg der Integration schon sehr weit vorangekommen sind. (oy)

Niemand braucht vor dem zeitlichen Aufwand in der Betreuung zurückschrecken.Hans Lauterbach

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