23.03.2018 - 20:00 Uhr
Sulzbach-Rosenberg

"Suzbach-Rosenberg hilft" sucht Mitstreiter Wenig Interesse an Flüchtlingshilfe

"Es reicht uns nicht, herumzuschimpfen! Wir wollen etwas tun", ist das Credo von Hans Lauterbach und Michael Kernl, den Köpfen von "Sulzbach-Rosenberg hilft!". Nach dreieinhalb Jahren braucht die Initiative wieder neue Mitstreiter.

Hans Lauterbach (Fünfter von links), Michael Kernl (Sechster von links) und die anderen Aktiven von "Sulzbach-Rosenberg hilft!" hoffen, dass das Interesse der Öffentlichkeit an der Initiative wieder zunimmt. Ihre Tätigkeit ist jedenfalls weiter notwendig. Bild: gac
von Autor GACProfil

Im Oktober 2015 trafen sich im Capitol 100 Interessierte, um sich über die Tätigkeit von "Sulzbach-Rosenberg hilft!" und das Leben der Flüchtlinge und Asylbewerber im Landkreis zu informieren, stellte Kernl nach einem Blick in sein Notizbuch fest. Viele arbeiteten danach aktiv bei der Betreuung der Flüchtlinge in der Turnhalle der Realschule und später in der Erstaufnahmestelle an der Berufsschule mit.

Doch nach zunächst großer Anteilnahme der Öffentlichkeit ist die Initiative in den letzten Monaten zur Selbstverständlichkeit geworden. Jetzt trafen sich im Capitol zwei Dutzend Aktivisten - die eingeladene Bevölkerung glänzte durch Abwesenheit. Der große Flüchtlingsstrom ist zwar vorbei, aber es werden auch in Sulzbach-Rosenberg immer noch Paten für Flüchtlinge und Asylbewerber gesucht. "Niemand muss befürchten, dass der Zeitaufwand für die Patenschaft ihn auffrisst", so Lauterbach.

Hilfe zur Selbsthilfe sei das Motto, man müsse rechtzeitig Grenzen setzen, wenn die Betreuten einen zu sehr in Anspruch nehmen wollten. Bei der Diskussion der Aktiven stellte sich die Wohnungssuche als das Hauptproblem heraus: Wer einen gesicherten Aufenthaltsstatus hat, muss aus den vom Landkreis angemieteten Notunterkünften ausziehen - aber wohin? Ein anderer Schwerpunkt der Paten-Tätigkeit ist die Kommunikation mit Ausländeramt und Jobcenter. Hier müssen oft Termine koordiniert und Formulare gemeinsam ausgefüllt werden.

Viele Migranten wollen so schnell wie möglich Geld verdienen. Die Paten versuchen, ihnen klarzumachen, dass man in Deutschland mit einer Ausbildung ein wesentlich besseres und sichereres Einkommen hat als ohne. In den meisten Herkunftsländern gibt es das so nicht. Und bei der Jobsuche entsteht im ländlichen Raum noch ein besonderes Problem: Ohne Auto und Führerschein kommt man nicht überall hin. Und das Jobcenter gibt entgegen weit verbreiteten Gerüchten keinen Cent dazu.

"Wir können bei allen diesen Problemen helfen und beraten", sagte Gertrud Strauß von der Migrationsberatung der Diakonie. Für jugendliche Flüchtlinge gibt es außerdem die Beratungsstelle des Jugendmigrationsdienstes des CJD in Rosenberg. Es muss also niemand befürchten, mit den Sorgen seiner Schützlinge alleingelassen zu werden. Und alle Paten berichten über Dankbarkeit und Hilfsbereitschaft, wenn sie selbst einmal Unterstützung brauchen.

Suche

"Sulzbach-Rosenberg hilft!" sucht dringend Menschen, die ein paar Stunden im Monat für die Integration von Migranten arbeiten wollen. Wer sich vorstellen kann, zu helfen, meldet sich unter info@Sulzbach-Rosenberg- hilft.de. (gac)

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp