23.05.2018 - 20:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Zwei Vorträge in Sachen Elektromobilität bei der Volkshochschule Anzeichen für Trendwende

Zwei Vorträge in Sachen Elektromobilität bei der Volkshochschule

Von derzeit rund 100 Elektrofahrzeugen im Landkreis berichtet Martin Malitzke. Bilder: mfh (2)
von Redaktion OnetzProfil

"E-Mobilität ist wirtschaftlich", sagt Annette Schwabenhaus. Martin Malitzke von den Amberger Stadtwerken fügt hinzu: "E-Mobilität ist auch alltagstauglich." Ihre Thesen untermauerten sie während der Klimaschutzwoche bei der Volkshochschule.

Schwabenhaus, Beraterin für Elektromobilität, hat in ihrer Wirtschaftlichkeitsrechnung nicht allein die Anschaffungskosten betrachtet, sondern auch Unterhalts- und Verbrauchskosten berücksichtigten. Ein Elektroauto rechne sich spätestens nach rund drei Jahren, betonte sie. Durch Verbrennungsmotoren verursachte Umweltschäden von 47 Milliarden Euro seien dabei noch gar nicht einkalkuliert.

Diplomingenieur Martin Malitzke von den Amberger Stadtwerken beleuchtete die Alltagstauglichkeit der Elektromobile. Acht Elektrofahrzeuge und sechs Pedelecs stellten etwa ein Zehntel im Fuhrpark des Versorgers dar. Vor allem im Sommer erfreuten sich die Pedelecs großer Beliebtheit.

"Unter dem Blickwinkel der tatsächlichen Fahrzeugnutzung und einem darauf abgestimmten Lademanagement ist die gern zitierte geringere Reichweite der Elektrofahrzeuge überhaupt kein Thema. Zudem hatten wir mit unseren Fahrzeugen noch keinen einzigen außerplanmäßigen Werkstattaufenthalt", berichtete Malitzke.

Der größte Betreiber von Elektromobilen im Landkreis sei die Caritas. Insgesamt seien es derzeit rund 100 Fahrzeuge, wobei sich der Bestand gerade im vergangenen Jahr fast verdoppelt habe. "Das sind erste Anzeichen für eine Trendwende", hoffte Martin Malitzke.

Die anschließende Diskussion offenbarte Aufklärungsbedarf beim Lademanagement. Neue Techniken ließen auf kürzere Ladezeiten hoffen, und die Dichte an Ladestationen dürfte im Lauf der Zeit bei zunehmender Nachfrage vor allem in Ballungszentren zunehmen.

Dafür könnte auch China sorgen, das ab 2020 eine feste Quote für Elektrofahrzeuge festgelegt hat. Der Ferne Osten ist für die deutschen Autobauer ein sehr wichtiger Absatzmarkt. Von der chinesischen Zwangsregulierung erhoffe man sich zusätzlichen Schwung für die Elektromobilität. Dann werde sie vielleicht auch von der deutschen Automobilbranche als Chance gesehen.

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