20.09.2019 - 09:41 Uhr
OTon

Albtraum in gelb-blau

Ein Shopping-Tag bei Ikea ist für viele Mädels ein Traum. Normalerweise auch für Volontärin Anne Sophie Vogl. Doch dieser eine Besuch im Einrichtungshaus entwickelte sich zu ihrem persönlichen kleinen Albtraum.

Deko macht glücklich. Deko im Geschäft lassen macht unglücklich. Punkt.
von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

Ich war zum ersten Mal in meinem Leben alleine bei Ikea. „Heute Anne“, dachte ich mir, „lässt du‘s mal krachen. Das hast du dir verdient.“ Mein Einkaufswagen wurde voller und voller und auch die Zahl der Leute um mich herum stieg mit jeder Minute – kein Wunder, es war Samstagnachmittag. Als ich fertig war, entschied ich mich für die Selbstbedienungskasse, denn ich bekomme gerne mal kleine Panikattacken, wenn ich mit viel Zeug an der Kasse stehe – vor allem bei Ikea. Das äußert sich dann so, dass meine Feinmotorik aussetzt, ich nervös über meine Schulter blicke und meine, dass alle Leute hinter mir mich gerne grillen würden. Dämlich, ich weiß. „Durchatmen, du brauchst so lange, wie du brauchst“, versuchte ich mir einzureden. Mit Ruhe und System habe ich alle Artikel eingescannt – erst die großen Teile, dann die kleinen.

Ich holte meinen Geldbeutel aus der Tasche. Der ist immer ziemlich dick. Nicht weil ich so viel Geld habe, sondern weil ich sämtliche Kassenzettel, Visiten- und Bonuskarten darin verstaue. Ich kramte - langsam stieg die Hitze in mir hoch - und kramte weiter. Ohne Erfolg. Ich hatte meine Karte vergessen. Mir war das so unendlich peinlich. Die Schlange hinter mir wurde länger und länger. Ein letzter verzweifelter Blick in den Geldbeutel und nochmal alle Hosentaschen überprüft. Nichts. Mit zerknirschtem Blick fragte ich eine der Mitarbeiterinnen, ob ich das jetzt alles wieder zurückräumen müsste. Musste ich zum Glück nicht. Ich durfte den Einkaufswagen stehen lassen.

50 Euro hatte ich in bar dabei. Ich überlegte ganz genau, was ich unbedingt mitnehmen wollte und überschlug die Gesamtsumme im Kopf. Ich stellte mich an der normalen Kasse an und hoffte, dass ich richtig gerechnet hatte. Mit einer kleinen Tüte und einer 48,90 Euro Rechnung verließ ich den Möbel-Schweden. Noch ein letzter Blick zurück auf „meinen“ Einkaufswagen. Ich ärgerte mich noch mindestens zwei Tage, dann wurde mir bewusst, dass ich die anderen Dinge gar nicht unbedingt gebraucht habe. Klar, schön wären sie schon gewesen. Aber es reicht auch mal „nur“ 50 Euro für Deko zu verprassen.

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