29.11.2019 - 14:33 Uhr
AmbergOTon

Wie Umweltaktivisten das Klima schützen

Was machen Klimaschützer eigentlich selbst für den Umweltschutz? Im neuen OTon erzählen sechs Oberpfälzer Aktivisten, wie sie in ihrem Alltag auf die Umwelt achten.

Was machen Klima-Aktivisten eigentlich selbst für den Umweltschutz? Im neuen OTon geben sechs von ihnen Antworten.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Paula Willfurth (18, Fridays for Future Weiden)

Paula Willfurth.

„Das Wichtigste, was ich tue, ist, dass ich kein Fleisch mehr esse“, erzählt Willfurth. Ihre Essgewohnheiten habe sie innerhalb eines Jahres radikal umgestellt. „Dabei haben mir das Internet und Social-Media geholfen, weil ich mich immer wieder dazu gezwungen habe, mich darüber zu informieren.“ Sie habe sich absichtlich Videos über Massentierhaltung angeschaut. Einerseits möchte sie so ihren CO2-Fußabdruck reduzieren. Andererseits liegt ihr der Tierschutz am Herzen. Um weniger Müll zu produzieren, versucht sie allgemein weniger zu konsumieren. „Dann trenne ich natürlich meinen Müll und nehmen beim Einkaufen keine Plastiktüten“, sagt sie. Sie ist sich aber auch sicher, privat noch mehr für den Umweltschutz tun zu müssen.

Lukas Prölß  (16, Fridays for Future Weiden)

Lukas Prölß.

Der Schüler ist davon überzeugt, dass es nicht reicht, nur im Privaten zu handeln. „Der Staat muss eingreifen und regulieren“, erklärt er. „Natürlich muss jeder im Kleinen handeln. Es braucht eine CO2-Steuer, damit sich etwas verändert“, sagt er. Er selbst trägt nur Second-Hand-Kleidung. „Außerdem lehne ich PET-Flaschen und Plastiktüten radikal ab. Ich habe immer eine eigene Flasche dabei oder kaufe Glasflaschen.“ So oft es geht, greift er auf sein Fahrrad zurück und verwendet keine Duschgels oder Shampoos, sondern nur Seifen. „Ich ernähre mich noch nicht ganz vegan, bin aber auf dem Weg dazu“, fügt er an.

Benedikt Lueger (17, Fridays for Future Amberg)

Benedikt Lueger.

Der Schüler ist einer der Veranstalter der „Fridays-for-Futue“-Demos in Amberg. „Viele kritisieren, wir Aktivisten würden uns von der Mutti zur Demo fahren lassen“, sagt er. „Das ist natürlich Quatsch. In der Stadt fahre ich nur mit dem Fahrrad und versuche, mich so gut wie gar nicht von meinen Eltern irgendwo hinbringen zu lassen.“ Mit seiner Familie diskutiert er über gemeinsame Urlaubsziele. „Wir haben mal eine Fernreise gemacht. Das ist okay. Dann muss man aber auch sagen, man macht das nicht jedes Jahr, sondern wartet lieber ein bisschen länger damit. Dann schaut mal halt, dass man die nächsten Jahre mit dem Zug unterwegs ist.“ Um Klimaschutz gerecht werden zu können, müsse man seine Interessen manchmal verschieben. „Es kann aber auch nicht der Anspruch sein, alles verbieten zu wollen“, sagt er. Ein CO2-neutrales Leben von heute auf morgen fordern zu wollen, sei utopisch.

Natalie Leitenberger (20, Fridays for Future Amberg)

Natalie Leitenberger.

Die OTH-Studentin verzichtet komplett auf das Auto. Wenn sie ihre Eltern in Landshut besuchen möchte, fährt sie ausschließlich mit der Bahn. „Man kann aber auch nicht überall perfekt sein. Der Zug ist eine Diesellok. Was soll man da machen“, sagt sie. „Für mich ist aber Nicht-Autofahren auch kein Verzicht.“ Wer den Klimawandel bekämpfen wolle, müsse sich nicht unbedingt einschränken. Durch ein Umdenken könne man sogar etwas gewinnen. „Es ist viel entspannter ohne Auto unterwegs zu sein, man nimmt Dinge viel besser wahr“, erklärt sie. Im Bad verzichte sie auf Microplastik, indem sie keine Shampoos verwendet. „Ich wasche meine Haare nur mit Wasser und immer wieder mal mit Roggenmehl.“ Es sei aber schwierig im Alltag ganz auf Plastik zu verzichten. „Es ist halt leider sehr viel darin verpackt“, sagt sie.

Anna Süß (66, Parents for Future Weiden)

Anna Süß.

Die „Parents-for-Future“-Aktivistin arbeitet mit den Mitgliedern der Weidener „Fridays-for-Future“-Teilnehmer zusammen. Umweltschutz gehört zu ihrem Alltag. „Ich fahre seit zehn Jahren ein Hybrid-Auto und halte mich bewusst an das Tempolimit, auch wenn es das in Deutschland noch nicht gibt.“ Auch bei Kleidung setzt die 66-Jährige auf Nachhaltigkeit. „Ich kaufe fast alles Second-Hand. Vieles gebe ich auch wieder ab an Oxfam oder andere Second-Hand-Läden“, sagt sie. Stolz ist sie auf ihren Garten, der ihr zufolge voll mit bunten Blühblumen ist. Die Einstellung mancher „Klimaleugner“ kann sie nicht nachvollziehen. „Das ist einfach auf ein Nicht-Informiert-Sein dieser Menschen zurückzuführen“, erklärt sie.

Nicolas Rieger (22, Fridays for Future Amberg)

Nicolas Rieger.

„Bei mir kommt viel aus dem Elternhaus“, sagt er. „Meine Eltern wohnen in Nürnberg, haben kein Auto. Wir machen schon lange alles mit dem Rad und den Öffentlichen.“ Bevor er die Heizung in seiner WG voll aufdreht, zieht er lieber einen Pulli mehr an. „Es bringt nichts, wenn ich merke, dass ich in einer Mietswohnung mit schlechter Dämmung fast nur zum Fenster raus heize“, sagt er. Er achtet darauf, nur Lebensmittel zu kaufen, die nicht verpackt sind. „Es ist besser, wenn man es vorlebt, als wenn ich es irgendwem vorschreibe“, sagt er. Der Student für Erneuerbare Energien ernährt sich vegetarisch. „Was ich esse, ist nur so ein Gewohnheitsding. Wenn ich mich dafür entscheide, dann gibt es vielfältige Möglichkeiten.“

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