17.12.2020 - 14:00 Uhr
OTon

Früher war mehr Lametta – und weniger Corona

In ihrem OTon schwelgt Kathrin Moch in Erinnerungen an ihre Lametta-Liebe als Kind – und erklärt, warum sie dieses Jahr besonders tief in die Kiste mit den Weihnachtskugeln greifen wird.

Im Jahr der Corona-Pandemie möchte Kolumnistin Kathrin Moch besonders tief in die Kiste mit ihren Weihnachtskugeln greifen.
von Kathrin Moch Kontakt Profil

Dicke, weiße Nebelschwaden hängen über den Wäldern und blockieren meinen Blick auf die Stadt. Schon seit ein paar Tagen geht das so. Ich drin, Nebel draußen. Die Straßen sind nass und die übriggebliebenen Blätter an den Bäumen braun. Es wirkt als hätte die Welt ihre Farbe verloren. Und das in einer Zeit, in der normalerweise alles glänzt und glitzert. Zumindest, wenn man so viel Lametta an den Weihnachtsbaum hängt wie ich als Kind. Sehr zum Leidwesen aller anderen Familienmitglieder konnte ich gar nicht genug von der Christbaumdeko bekommen. Ich schmückte nicht nur den Tannenbaum, sondern auch den Rest der Wohnung und mich selbst damit. Noch Wochen später kam das Glitzer-Zeug in Sofaritzen zum Vorschein.

Während mein Kleiderschrank nun vor allem aus schwarz und grau besteht, kann mir der Weihnachtsbaum auch heute noch gar nicht bunt genug sein. Wie sehr trauerte ich um unsere bunte Lichterkette, als sie nach vielen Jahren den Geist aufgab. Wie traurig war ich, als meine glitzernde Katzenkugel mit der roten Schleife zu Boden fiel (so sehr, dass die Katze nun zur Hälfte aus Klebeband besteht). Klingt kitschig und ist es auch, gehört an Weihnachten für mich aber dazu. Heute hängt eigentlich kein Lametta mehr an meinem Weihnachtsbaum. Die Umwelt und so. Aber wie sinnbildlich mit dem Lametta verschwand Jahr für Jahr auch ein wenig vom Weihnachtszauber.

"Früher war mehr Lametta", sagt Opa Hoppenstedt in einem Loriot-Sketch. Und er hat recht. Wenn man nicht aufpasst, verrennt man sich an Weihnachten. Lässt sich vom Geschenkestress einsaugen und taumelt müde und verwirrt den Feiertagen entgegen. Dieses Jahr wird es besonders schwierig ein strahlendes Fest zu feiern. Denn das Coronavirus ist ähnlich hartnäckig wie der Nebel an grauen Wintertagen: Es bleibt nicht nur im Kopf, sondern auch im Gemüt hängen und statt nach Zimtsternen und Glühwein riecht es nach Desinfektionsmittel.

Besondere Situationen erfordern deshalb besondere Maßnahmen: In diesem Jahr ist es wieder Zeit für mehr Lametta. Umso mehr Weihnachtskugeln krame ich dieses Jahr aus meiner Sammlung. Eichhörnchen-, Igel-, Fußball-, Schneemannkugel. Vielleicht kaufe ich mir auch wieder eine bunte Lichterkette. Und in einer Kiste entdecke ich bestimmt noch liebevoll in Alufolie eingewickelte Lametta-Reste. Denn das Weihnachtsfest 2020 braucht definitiv eine extra Portion Glitzer, um zu strahlen.

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Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne "OTon" schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen.

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