03.12.2020 - 13:26 Uhr
OTon

Die Sache mit der Stimmung

Wegen der Corona-Pandemie passen viele Texte der bekannten Weihnachtslieder in diesem Jahr nicht, findet Katrin Pasieka-Zapf. Welches Lied sie aber dann doch in vorweihnachtliche Stimmung bringt, beschreibt sie im neuen OTon.

In Weihnachtsstimmung kommt die Autorin, wenn sie das Lied "in der Weihnachtsbäckerei" hört. Dann denkt sie sofort an frische Butterplätzchen und Nutellasterne.
von Katrin Pasieka-Zapf Kontakt Profil

Bereits letztes Jahr habe ich mir auf Spotify eine Advents-Playlist mit meinen liebsten Weihnachtsliedern angelegt. Von Klassik, Folk, Rock, Pop, oder Kinderlied, alles was gefällt, ist dort zu finden. Aber irgendwie ist es heuer anders. Irgendwie passen die Texte nicht zur jetzigen Situation. Die Musik lässt mich zurückblicken, als die Vorweihnachtszeit noch eine andere war. „Last Christmas“, als ich mit meinen Freunden Glühwein schlürfend der Blaskapelle lauschte, versuchte die eisigen Finger an der viel zu heißen Tasse zu wärmen. Letztes Weihnachten, dass waren noch Zeiten. Da haben wir für mehr Sitzplätze Bierbänke in die Kirche getragen. Letztes Weihnachten, da saßen wir mit zwölf Personen aus sechs Haushalten bei Sauerkraut und Bratwürstchen beisammen. Das wird in diesem Jahr nicht so sein.

Inzwischen trällert Shakin’ Stevens „Merry Christmas Everyone“. Er singt von herabfallendem Schnee und Kindern, die spielen und Spaß haben. Ob es in diesem Jahr weiße Weihnachten geben wird? Ich kann es mir nicht vorstellen und auch keine spielenden Kinder. Wie denn, in Zeiten von Social Distancing? Auch „Something about Christmas Time“ von Bryan Adams bringt nicht die erhoffte Weihnachtsstimmung. Letztes Jahr führten meine Cousinen und ich den dritten Weihnachtsfeiertag ein – am 27. Dezember. Nachdem jeder seine (angeheiratete) Familie besucht hat, ist dieser Tag für uns reserviert. Zusammen quatschen, essen und es sich gut gehen lassen. Schade, dass diese neue Tradition gleich im zweiten Jahr pausieren muss.

Ein Lied schafft es dann aber doch: „In der Weihnachtsbäckerei“ von Rolf Zuckowski. Hier ist alles wie immer. Sofort steigt mir der Duft von frischen Nutellasternen und Butterplätzchen in die Nase. Und erst der Gedanke an das Naschen von rohem Teig. Ja, jetzt kommt endlich Advents-Stimmung auf. Dann spielt mein Handy „Stille Nacht“ ab und auch das passt. Das über 200 Jahre alte Weihnachtslied hält uns in diesem Jahr wohl besonders vor Augen, worum es an Weihnachten geht. In sich kehren, zur Ruhe kommen, den Trubel des Jahres hinter sich lassen und die Vorfreude auf dem Heiligen Abend jeden Tag wachsen lassen. Vorfreude ist die schönste Freude, heißt es. Warum sich in diesem Jahr nicht auf einen ganz anderen, aber dennoch besonderen Advent freuen? Einen Heiligen Abend mit der engsten Familie und der Gewissheit, dass die kurzen und dunklen Tage am 21. Dezember ein Ende haben.

Warum die Kleinstadt keine Last, sondern eine Bereicherung ist

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Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne "OTon" schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet - was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen.

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